Tag Archives: Evangelikale Sauertöpfe

Der nette Schwule von nebenan

9 Apr

Es ist nicht immer leicht den Unsinn, den die Homo-Gegner so verzapfen, zu kommentieren ohne ausfallend zu werden. Das Schreiben bietet allerdings Gelegenheit, die Wut, die man zuweilen empfindet und die Worte, die man angesichts dessen äußern will, zu dämpfen oder rhetorisch mehr oder weniger elegant zu umschiffen. Ich erinnere mich daran, dass ich einmal einen guten Freund und Leser unseres Blogs fragte, ob ich nicht zu aggressiv schreibe. Die Antwort war ein herzhaftes Lachen, das mir noch heute in den Ohren klingt. Weiterlesen

Bremer Pinguine sind nicht evangelikal – und von Mohammed haben sie auch noch nie was gehört

19 Mrz

Ich wage zu behaupten, dass es keinerlei Studien benötigt, um den Zusammenhang zwischen Religion und Schwulenfeindlichkeit aufzuzeigen. Insofern würde ich jener Bremer Schulklasse, die eben diesen Zusammenhang herausgefunden haben will, keinerlei Vorhaltungen machen, dass ihre Studie nicht repräsentativ, nicht wissenschaftlich genug sei. Dennoch sollte darauf hingewiesen werden, dass Religion alleine das Brot noch nicht fett macht, und dass es natürlich auch Unterschiede zwischen Religionen und der Art ihrer Ausübung gibt, die sich natürlich dann auch auf die Ansichten zur Homosexualität auswirkt.

Nein, man sollte die Bremer Schüler für ihr Engagement bewundern und nicht auf Erbsenzähler wie mich eingehen, die anhand folgender Passage

Eine pfiffige Idee ist ein Interview mit dem schwulen Pinguin-Pärchen aus dem Zoo Bremerhaven. Die Pinguine „erzählten“ zum Beispiel, dass Diskriminierung ihnen völlig fremd ist.

monieren: Na ja, soll man sich wirklich schwule Pinguine zum Vorbild nehmen, jene Tiere also, welche die Eier von Weibchen klauen um diese dann selbst zu bebrüten? Ist das nicht Kindesentführung?

Ja schon, Adrian, aber Du verwechselst gerade Pinguine mit Trauerschwänen. Pinguine tun so etwas nicht, Dafür sind sie viel zu niedlich.

Das musste jetzt noch mal gesagt werden…

Winnenden und die Verschwulung der Welt

18 Mrz

Was hat der Amoklauf in Winnenden mit der Verschwulung der Welt zu tun? Die Antwort steht bei Nintendo Online:

Die Kaufhauskette Galeria Kaufhof wird ab April 2009 keine Videospiele, die mit einem USK 18-Siegel versehen sind, mehr verkaufen. Das wurde nun in einer Pressemitteilung bekannt gegeben. Als Grund wurde der Amoklauf an der Realschule in Winnenden genannt.

So weit, so erwartbar. Doch der folgende Kommentar, der wohl ironisch zu verstehen ist, wäre seitens evangelikaler Sauertöpfe auch völlig ernsthaft denkbar, zumal die Evangelikalen zunehmend ihr Herz für die Umwelt entdecken:

Ich finde diese Entscheidung sehr gut. Videospiele sind ein Produkt des Satans. Sie sorgen für Morde, frühzeitige Schwangerschaften, dafür das man Schwul werden kann und das die Polarkappen schmelzen!!

Die Kommentatoren bei Nintendo Online haben zum Glück Humor und deshalb ergänzt einer:

Und sie stoppen AIDS nicht!

Aber es werden auch ernsthafte Fragen gestellt

Schwul bin ich geworden… tja, wer ist nun Schuld… Der C64 oder die Mario Brothers?! 😉

und beantwortet:

Mario, eindeutig Mario. Ich habe ihnen damals gesagt, KEINE SCHNURRBÄRTE ABER HAT MAN AUF MICH GEHÖRT??

Wenn doch nur alle auf diesem Niveau diskutieren würden. Stattessen wird man von erwachsenen Menschen mit so etwas penetriert.

Böse, schwule Evolutions-Atheisten

14 Mrz

Es beeindruckt mich nicht die Bohne, wenn sich jemand aus dem bibeltreuen Lager der Evangelikalen, für Israel und gegen den Islamismus einsetzt, weil die Motive, die dahinter stecken, nur allzu klar sind. Der Islam wird von solchen Leuten einfach als Konkurrenz gesehen, als falsche Lehre welche versucht, der Menschheit den wahren Gott vorzuenthalten. Und Israel? Ist nicht etwa eine liberale Demokratie, die sich der individuellen Freiheit verpflichtet fühlt, sondern der Staat von Gottes auserwähltem Volk, den man als Evangelikaler unterstützen muss, weil sonst Jesus nicht wiederkehrt, um alsbald alle Juden zu töten, die sich am Tag des Jüngsten Gerichts nicht seiner Lehre anschließen wollen.

Ob der fleißig nach der Wahrheit grabende „Markus“ ebenso krass drauf ist, kann ich nicht sagen. Aber ein wenig evangelikal ist er schon. Und deshalb echauffiert er sich auch über die demnächst anlaufende Kampagne von Atheisten, die auf öffentlichen Verkehrsmitteln für ein Leben ohne Gott werben wollen. Weiterlesen

Das Wort zum Sonntag (22.02.09)

21 Feb

Mal wieder gibt es in einer christlichen Kirche Streit, ob Schwule auch Menschen sind. Euphemistisch ausgedrückt klingt das natürlich anders:

Das Thema Homosexualität spaltet die Evangelisch-Lutherische Kirche in Amerika (ELCA): In der größten lutherischen Kirche in den USA gibt es Bestrebungen, Pastoren zu gestatten, in gleichgeschlechtlichen Beziehungen zu leben. Auf entsprechende Vorschläge reagierten jetzt führende Vertreter der evangelischen Organisation CORE (Coalition for Reform): Sie kündigten am Donnerstag den Kampf gegen jegliche Versuche der Gleichstellung von Homosexuellen und Heterosexuellen an und riefen die ELCA auf, sich an die biblische Lehre zu diesem Thema zu halten.

Da CORE konsequent nicht nur bei diesem Thema auf der Einhaltung der biblischen Vorgaben besteht,

CORE ist eine Gruppe innerhalb der ELCA, die sich dafür einsetzt, dass die Bibel weiterhin die Grundlage der ELCA bleibt. Deren Vorschläge zur Homosexualität stellten die Verpflichtung der Kirche in Frage, „die Bibel als Quelle und Richtschnur ihres Glaubens und Lebens“ zu bewahren, kritisiert der führende CORE-Vertreter Reverend Paull Spring.

sei an dieser Stelle ein Brief wiederveröffentlicht, den der eine oder andere vermutlich schon einmal gelesen hat: Weiterlesen

Wacht Großbritannien auf?

20 Feb

Einem von der britischen Regierung geplanten Gesetz zufolge könnten

Menschen als „Extremisten“ klassifiziert werden, die argumentieren, dass der Koran Homosexualität verurteile und derlei Verhalten deswegen eine Sünde sei. Weitere Anzeichen für einen Extremisten nach dem vorliegenden Entwurf: Die Unterstützung der Scharia und eines panislamischen Staates, sowie die Verharmlosung von gewalttätigem Widerstand in vielen Ländern der Welt als „gerechfertigter Dschihad“.

Mögliche Folgen der Einstufung könnten die Verweigerung der Einreise ohne britischen Pass sowie von öffentlichen Geldern sein. Keine schlechte Idee! Wenn man das ganze jetzt noch religionsunabhängig formuliert, könnten auch evangelikale Hass-Prediger an der Einreise gehindert werden und in Zukunft nicht mehr auf öffentliche Gelder rechnen. Ein Anfang wurde bereits gemacht:

Two American fundamentalist Christians have been excluded from entering the UK after they threatened to protest in Basingstoke. Rev Fred Phelps and Shirley Phelps-Roper are leading members of the Westboro Baptist Church, a small Kansas-based sect. The group claimed on their website GodHatesFags.com that they would be protesting at a performance of a gay-themed play in Basingstoke tomorrow.

Würde das Gesetz tatsächlich verabschiedet, ein Einreiseverbot also nicht mehr denen erteilt, die die Wahrheit sagen, sondern denen, die sie verbiegen, wäre die Wiederholung einer derartigen Fehlentscheidung hoffentlich ausgeschlossen.

Die schwule Agenda: Pepsi trinken und Kinder misshandeln

17 Feb

Während der Vatikan seinen reaktionären Kandidaten für das Amt des Linzer Weihbischofs feige zurückgezogen hat, machen uns die Amerikaner vor, wie man in einer Demokratie auch miteinander diskutieren kann. Na ja, miteinander ist vielleicht übertrieben… Grund für den Streit ist der Versuch der AFA (American Family Association), mittels Fernsehwerbung eine von ihnen halluzinierte „Gay Agenda“ zu enttarnen. Ein ursprünglich hierfür vereinbarter Sendetermin bei einem Lokalsender wurde von diesem abgesagt, nicht ohne einen neuen vorzuschlagen. Dieser jedoch passte der AFA nicht und so mobilisierte sie ihre Anhänger zum Protest. Der Vorwurf: Die Verschiebung sei ein Anschlag auf das Christentum. Paranoia geht halt immer. Parallel gab es Protest von Schwulen und Lesben, die die als „Dokumentation“ getarnte Werbesendung

als bösartige Propaganda werteten, die indirekt zur Gewalt gegen Homosexuelle aufruft. Weiterlesen

Suck it, AFA!

1 Feb

Vor kurzem schrieb ich über die Bemühungen der antischwulen Fundi-Organisation American Family Association (AFA), Pepsi-Cola zu boykottieren, weil der Konzern sich dafür einsetzt, dass Schwule und Lesben wie menschliche Wesen behandelt werden. Pepsi lässt sich von der Kampagne allerdings nicht beirren und zeigt der AFA souverän den Stinkefinger:

Eine schrecklich verrückte Familie

31 Jan

Die Frau von Ted Haggard – jenem evangelikalen Pastor, der darüber stolperte, seine menschlichen Empfindungen zu unterdrücken – steht ihrem Ehemann an alternativer Weisheit in nichts nach. Bei Talk-Queen Oprah Winfrey eignete sie sich die Position deutscher Grüner an, nämlich schon immer alles gewusst zu haben:

„I felt it was the thing that could destroy Ted if he gave in to it,“ she said. „So I prayed for him and I felt as though he was winning the battle.“

Ätsch bätsch, falsch gedacht! Gott sah offensichtlich keinen Sinn darin, sein Werk zu verändern und aus Haggard einen strammen Hetero zu machen. Und so werden er und sein kleines Frauchen wohl ihr ganzes Leben lang mit Teddys Gelüsten leben müssen, die unter anderem so aussehen:

„[…] to have sex with about 6 young college guys ranging from 18 to 22 in age.“

Es gibt wahrlich größere Sünden. Eine wäre z. B., eine Zweckehe mit einer Frau einzugehen, obwohl man diese nicht liebt. Aber wer sich gerne verarschen lässt…

Genau so gut wie ihr

27 Jan

Amerikanische Evangelikale machen mal wieder ein Fass auf. Anlass ist die Rede, die der offen schwule Bischof Gene Robinson bei der Vereidigungszeremonie Obamas gehalten hat. Dort sagte er unter anderem:

„Bless us with freedom from mere tolerance, replacing it with a genuine respect and warm embrace of our differences.“

Besonders das mit der Toleranz geht den religiösen Fundis gehörig auf den Keks, wie John Corvino richtig feststellt:

When Robinson says „Bless us with freedom mere tolerance,“ our opponents hear „It is not enough for you to tolerate us. You ought to embrace us. You ought to approve of who we are, which can’t be easily teased apart from what we do. After all, our relationships are a deep and important fact about our lives—just like yours are. So what we are asking is for you to give up your deep conviction that these relationships are sinful and instead affirm them as good.“

Dass die Homos derartig unsensibel mit den religiösen Gefühlen der bibeltreuen Christen umgehen, ist natürlich eine Anmaßung. Aber Anmaßung hin oder her, die Wahrheit liegt nun mal auf unserer Seite:

Our relationships are just as good as theirs.

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