Tag Archives: Ex-Gay-Bewegung

Zu kritisch für „Kritische Wissenschaft“?

13 Jul

Die Bundestagsfraktion der Grünen hat in einer kleinen Anfrage an die Bundesregierung um Stellungnahme über die Aktivitäten sogenannter „Homo-Heiler“ gebeten, jener Menschen also, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Schwule und Lesben den Weg zur Heterosexualität zu weisen. Die Quacksalberei derartiger „Therapien“ und ihre potentielle sowie faktische Schädlichkeit wird dabei weltweit von nahezu allen psychiatrischen und psychologischen Fachverbänden bestätigt.  

Das Blog „Kritische Wissenschaft“ hat davon offenbar aber noch nie etwas gehört, und erlaubt sich daher, die Motive der Grünen hinsichtlich deren Anfrage zu interpretieren, und dies in einer wahrlich aberwitzigen Art und Weise:

[Über Homo-Heiler] echauffieren sich die Grünen, ganz so, als wäre es ihre Aufgabe für alle Homosexuellen dieser Welt zu entscheiden, dass sie gerne homosexuell sind, ganz so als wären sie in einer Position darüber zu richten, ob sich ein homosexuelles Individuum dazu entscheiden kann, eine Therapie in Richtung Heterosexualität zu beginnen oder nicht. Die Prämissen der Grünen sind überdeutlich: Homosexualität ist eine reine Daseinsform, und während es Menschen gibt, die mit ihrer Heterosexualität unglücklich sind und sich gerne als Homosexuelle outen würden, kann es keine Homosexuellen geben, die mit ihrer Homosexualität unglücklich sind und sich gerne als Heterosexuelle outen würden.

Das erste was ein Blog tun sollte, welches sich „Kritische Wissenschaft“ nennt wäre, über „Homo-Heiler“ und deren angebotene „Therapiemethoden“ zu recherchieren. Hätte man das getan, würde man nämlich zunächst zu der Erkenntnis gelangen, dass, wie bereits geschrieben,  die Therapierbarkeit sexueller Orientierungen, gelinde gesagt, umstritten ist und von kaum einer Fachschaft anerkannt wird. Weiterlesen

Mit Gott beim Masturbieren

9 Mai

Christian Deker hat seine Erlebnisse mit „Homo-Heilern“ in Deutschland nun auch in einem Artikel in der „Zeit“ veröffentlicht. Zur dazugehörige Fernsehreportage habe ich bereits hier etwas geschrieben, daher möchte ich auf den grundsätzlichen Inhalt nicht weiter eingehen, sondern mich mit einer Textpassage beschäftigen, indem Deker einen Quacksalber aufsucht, der tatsächlich der Meinung ist, dass

Homosexualität eine „neurotische Fehlentwicklung“ sei. Er könne mir keine Garantie für eine Veränderung geben. Aber er wolle mir Hoffnung machen, dass sich meine Sexualität am Ende auf Frauen beziehe, so wie Gott es angelegt habe. Ich frage ihn, ob ich der Einzige mit diesem Problem bei ihm in Therapie sei. Er schüttelt den Kopf und lächelt: „Nein.“

Es ist in gewisser Weise schade, dass Deker diesen „Arzt“ unter Berücksichtigung seiner journalistischen Sorgfaltspflicht aufgesucht hat und daher so tun musste, als wäre er tatsächlich an einer Veränderung seiner Homosexualität interessiert. Weiterlesen

Repressive Toleranz

7 Mai

Auf der Internetseite des Norddeutschen Rundfunks findet sich „Die Schwulenheiler“, eine sehenswerte Dokumentation:

Bin ich krank? Christian Deker, schwul und Panorama-Reporter, besuchte Ärzte, die offenbar seine sexuelle Orientierung ändern wollen. Eine Reise in die homophoben Winkel der Republik.

Besonders verstörend finde ich den Anfang, wo Deker in Stuttgart einige Teilnehmer der Demonstranten gegen den Bildungsplan interviewt. An diesen Äußerungen lässt sich gut veranschaulichen, dass die Grundmotivation hinter den Demonstrationen blanke Homophobie ist. Sicherlich ist das nicht überraschend, denn warum sonst sollte man seine freie Zeit damit verschwenden, gegen „sexuelle Vielfalt“ zu demonstrieren oder Petitionen dagegen zu unterschreiben? Hier einige Auszüge: Weiterlesen

Exodus Exitus

23 Jun

Aus den Vereinigten Staaten kommt eine erfreuliche Nachricht: „Exodus International“, bekannt als die weltgröße Ex-Gay-Organisation, hat ihre Auflösung bekannt gegeben:

Exodus International hat am Mittwochabend via Pressemitteilung bekannt gegeben, dass sich die Organisation auflösen wird. In einem Blog-Eintrag entschuldigt sich Exodus-Chef Alan Chambers für den Schmerz, den er und seine Organisation Homosexuellen zugefügt habe. Exodus war 1976 gegründet worden und warb dafür, dass eine Veränderung der sexuellen Orientierung mit Therapie und Gottesglauben möglich sei.

Wie bei so viele anderen, angeblich von ihrer Homosexualität „geheilten“ Menschen, hat die propagierte „Therapie“, bei Chambers selbst nicht funktioniert: Weiterlesen

Ein steifer Schwanz, der schadet nicht

31 Mai

Die Unternehmen Google und Apple haben mal wieder eine sehr merkwürdige Entscheidung getroffen: Obwohl beide Konzerne für ihre inklusive Firmenpolitik gegenüber Schwulen und  Lesben bekannt sind, haben sie nun eine App akzeptiert, die für sich in Anspruch nimmt, Menschen dabei zu helfen, sich von ihrer Homosexualität „heilen“ zu lassen:

Die neue Gratis-Application „Setting Captives Free“ verspricht die „Heilung“ von Homosexualität innerhalb von 60 Tagen. Nicht einmal nach offiziellen Beschwerden wurde sie aus den Stores der beiden Unternehmen entfernt.

Teilweise sogar auf Deutsch und in vielen anderen Sprachen soll man mit der christlichen App den vermeintlichen „Weg zur Reinheit“ finden. „Egal, was Sie anderswo gehört haben, es gibt weder ‚Homosexuellen-Gen‘ noch wurden Sie auf diese Weise ohne Hoffnung auf Freiheit geboren. Durch die Kraft von Jesus Christus und des Kreuzes können Sie sich von den Fesseln der Homosexualität befreien“, heißt es im Kapitel „Door of Hope“.

Nur damit ich nicht missverstanden werde: Weiterlesen

Straight minimalism

3 Aug

Ted Haggard,  Ex-Promi-Evangelikaler, Ex-Gay, hat eine neue Gemeinde gegründet, in der es ganz puristisch zugeht:

Noch nicht einmal eine Internetseite hat die Gemeinde. Nur eine akustische Gitarre begleitet den Gesang.

Alles andere wäre schließlich voll schwul.

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Ausweitung der Kampfzone – Die Ex-Gays entdecken die Lesben

20 Jul

Weil die christlichen Fundi-Kirchen und ihre Sprachrohre so langsam mitbekommen, dass Schwule nun wirklich keinen Bock haben, das spannungsfreie, leichte, angenehme und absolut fantastische Leben an der Seite von anderen Männern gegen das alternative Leben an der Seite des anderen Geschlechts einzutauschen, versuchen sie seit Neuestem lesbische Frauen davon zu überzeugen, dass Männer viel besser für sie wären: Weiterlesen

Roland und die Hand Gottes

7 Jul

Roland Werner wird neuer Generalsekretär des CVJM. Das ist eine schlechte Nachricht für alle, denen die „Separation of Church and Hate“ am Herzen liegt. Anlass für meine Einschätzung ist keineswegs die von ihm postulierte Überwindung seiner Homosexualität, obwohl auch diese Formulierung merkwürdig genug ist.  Doch wenn er es dabei beließe, wäre es seine Privatsache. Das Problem ist vielmehr, dass der langjährige Vorsitzende des evangelikalen „Christival“ zugleich Mitglied des „Wissenschaftlichen Beirats“ des Deutschen Instituts für Jugend und Gesellschaft ist.

Und damit für eine Haltung der Intoleranz steht, die Homosexualität nicht als der Heterosexualität gleichwertigen Lebensentwurf akzeptiert, sondern als Defizit sieht: Weiterlesen

Vom Recht auf Heterosexualität – Wie Homo-Heiler sich als Freiheitskämpfer verkaufen

4 Mrz

Die These linksprogressiver „Queers“, dass sexuelle Orientierung nichts weiter sei als ein soziales Konstrukt, beginnt langsam aber sicher in die Argumentation selbsternannter „Schwulenheiler“ einzufließen. Denn, so die Logik, wenn etwas nur gesellschaftlich konstruiert sei, dann kann es ja auch kein moralisches Problem sei, Menschen, die unter ihren homosexuellen Empfindungen leiden, den Einstieg in heterosexuelle Empfindungen zu ermöglichen. Beispielhaft für diese Argumentation ist die nordirische Ex-Gay-Organisation „Core Issues“ deren Standpunkte der „Exgay Observer“, von einem Artikel des „Irish Independent“, übersetzt hat: Weiterlesen

Christl Vonholdts postmoderne Halluzinationen

23 Feb

Christl Vonholdt vom DIJG, zugehörig der Offensive Junger Christen, ist regelmäßigen Lesern dieses Blogs zur Genüge bekannt, ein ausgiebiger Verriss ihrer Ideologie findet sich bspw. hier. In ideaSpektrum 07/2010 begründet Vonholdt jetzt – für ihre Verhältnisse schon beinahe originell -, warum sie die Ergänzung von Artikel 3, Absatz 3 des Grundgesetzes um das Merkmal der sexuellen Identität ablehnt: Weiterlesen

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