Tag Archives: Freiheit ist Dekadenz

Darf’s ein wenig Essenz mehr sein?

15 Mrz

Claudio Casula macht sich auf der „Achse des Guten“ über Leser der Hamburger „Morgenpost“ und deren Antworten auf die von der Zeitung gestellten Frage lustig, was man denn tun würde, wenn man Papst wäre:

Fünf Hamburger wurden vor der Wahl des neuen Pontifex befragt, was sie „als Erstes machen würden“. Das Ergebnis haut Jorge (sprich: “Horrhää”) Bergoglio aka Franziskus I. nicht eben den Pileolus vom Haupt; es handelt sich um die – zumal in der stets politisch korrekten und ergo sturzlangweiligen Mopo – sehr vorhersagbaren Punkte, die zufällig auch alle irgendwie mit dem Geschlechtlichen zu tun haben:

„Zölibat abschaffen“, „Abtreibung erlauben“, „Verhütung tolerieren“, „Ehe auch für Homopaare“, sowie „Schluss mit Pädophilen“ – eine Forderung, die ein gewisser Justin H. erhebt und die, allgemein als rechtspopulistisches Statement verpönt, im Gewand des Katholikenbashings offenbar willkommen ist: „Als Papst würde ich zuerst dafür sorgen, dass sich Priester nicht mehr an Kindern vergreifen.“

Ja, möchte man meinen, das sind doch alles Forderungen, denen man aus vollen Herzen zustimmen kann, oder etwa nicht? Weiterlesen

Drogen sind schlimm!

12 Feb

Ich gebe zu, dass mich die Vorstellung einer Kreuzfahrt speziell für Schwule gleichzeitig fasziniert und abschreckt. Einerseits ist eine reizvolle Phantasie, mehrere Tage bzw. Wochen nur unter sich zu sein, andererseits unterwirft sich auch meine Gedankenwelt jenem Klischeebild, dass sich an Bord eines „schwulen Schiffes“ ja eh alles nur um Party, Drogen und Sex dreht. Nicht dass das vom Grundsatz her schlimm wäre, aber man selbst ist ja nicht mehr der Jüngste und setzt mittlerweile für sein Leben auch andere Akzente.

Sei es drum, das Image von schwulen Kreuzfahrten als die Ausgeburt der Dekadenz, wurde jedenfalls eindrucksvoll bestätigt durch die Nachricht von den jüngsten Vorgängen auf der „Allure of the Seas„: Weiterlesen

Kultursensibler Irrsinn

6 Aug

Wohin kulturelle Sensibilität, Antidiskriminierung und vom Staat verordneter Pluralismus führen können, hat einmal mehr das romanische Land zwischen dem Rhein und den Pyrenäen gezeigt. Dort hatte ein rechtsextremer Lokalpolitiker im beschaulichen Orléans (bekannt durch Jeanne d’Arc und ein cooles neues Straßenbahnsystem) zu einer Feier geladen, und zwar

mit viel Schweinefleisch und Alkohol, „um sicher zu sein, dass wir unter Freunden bleiben“

Nun dürfte relativ klar sein, wer bei jenem Politiker nicht zu den Freunden zählt – was bei oppositionellen Politikern und Medien dann auch sofort zu empörenden Stellungnahmen führt. Fragt sich bloß, worauf sich diese Empörung versteift. Weiterlesen

Der Preis der Dekadenz

25 Jul

Eva Herman, allseits bekannte ehemalige ARD-Nachrichtensprecherin, suhlt sich nun endgültig in den Niederungen vollkommenster moralischer Verwahrlosung. Auf dem Rücken der Toten und Verletzten der Tragödie auf der Love-Parade in Duisburg, kocht sie ihr kulturkonservatives, reaktionäres Süppchen, um eine Gesellschaft anzuklagen, die in ihren Augen einem „Sodom und Gomorrha“ gleich kommt:

Dieses »friedliche Fest fröhlicher junger Menschen« ist in Wahrheit eine riesige Drogen-, Alkohol- und Sexorgie, geplant, genehmigt und zum Teil finanziert von der Stadt Duisburg und NRW. Weiterlesen

Männer, Sex und Mode – Dafür geht man gern ins Kino

27 Mai

Der zweite Film der Erfolgsserie „Sex and the City“ startet demnächst in den Kinos und die Rezensionen und negativen Kommentare des Feuilleton wie auch des Volkes beweisen klar, dass die Geschichten um Carrie und Co. mit zum Besten gehören, was die westliche Kultur je hervorgebracht hat:


Weiterlesen

Institut für solidarischen Bürokratismus und geschlechtergerechte Regulierung

5 Feb

Wann immer ich die Begriffe „Soziale Gerechtigkeit“, „Ökologische Gerechtigkeit“, „Solidarische Ökonomie“ oder „Ökologische Marktwirtschaft“ höre, bekomme ich Bauchzwicken und mein Frühstück klettert seinen Weg zurück aus dem Magen in die Speiseröhre. Warum das so ist? Nun, weil mit diesen Nebelworten hierzulande nichts anderes gemeint ist, als dass im Sinne dieser Ziele, einer Regierung mehr Macht zugestanden werden soll, um die Freiheit des Einzelnen weiter einzuschränken, damit die gesamte Bevölkerung auf diese Ziele eingeschworen werden kann. Prinzipiell geht es dabei um nicht weniger, als mehr Regeln, mehr Regulierung, mehr Umverteilung, mehr Steuern, mehr Abgaben, mehr Macht dem Staate überhaupt.

Das kann nicht anders sein, das war in Deutschland noch nie anders, und beim neu gegründeten „Institut für Solidarische Moderne“ wird es auch nicht anders sein. Weiterlesen

Der Mensch ist frei geboren, doch überall da braucht es Ketten

25 Nov

Ja, Himmel, Herrgott, Sakrament, einige Christen machen es einem wirklich nicht leicht zu verstehen, was sie eigentlich wollen. Dazu gehört auch Notker Wolf, seines Zeichens Abtprimas des Benediktiner-Ordens, der in Bad Mergentheim über die Freiheit des Menschen und „Christliche Werte in einer zusammenwachsenden Welt“ philosophierte. Eine Rede, die es in sich hatte, weil ihr die Konsistenz fehlte. Doch schauen wir uns das Ganze doch einmal genauer an. Zunächst einmal wurde der obligatorische Schlag gegen die „Gottlosen“ ausgeteilt:

„In unserer säkularen Gesellschaft haben die Nichtgläubigen den Spieß umgedreht und bekämpfen nun die Werte des Christentums“, sagt der 69-jährige Mönch.

Doch was genau sind die „Werte des Christentums“ gegen die Nichtgläubige kämpfen würden? Weiterlesen

Schwule Entnazifizierung

6 Apr

Eigentlich finde ich die Kommentare des Tagesspiegel-Kolumnisten Malte Lehming immer ganz gut. Seinem Feldzug gegen den für alle verpflichtenden Ethikunterricht allerdings, mangelt es ein wenig an Argumentation:

Einmal angenommen, es gibt einen Schüler namens Ibrahim Hasanbeyoglu, der aus einer streng muslimischen Familie kommt, Ibrahim hat ein diskriminierendes Frauenbild und mag weder Homosexuelle noch den Christopher Street Day. Im Ethikunterricht soll dieser Ibrahim deshalb umerzogen, gewissermaßen kulturell entnazifiziert werden und ein Bekenntnis ablegen zu Toleranz und Emanzipation.

Ist das jetzt zynisch, oder einfach nur gedankenlos? Weiterlesen

Sumpfblüten der Dekadenz

6 Apr

Was passiert, wenn sich in Ravensburg zwölf so genannte Intellektuelle über „Familienbande“ unterhalten? Nun, u. a. kommt so etwas dabei raus:

Homosexualität, außerehelicher Sex, Selbstbefriedigung und perverse Praktiken wären als individueller Lebensstil in Ordnung, geschähen sie freiwillig. Unter der Bohlendecke aus dem 15 Jahrhundert nahmen die Gäste das Revolutionäre gelassen. Ein Herr bemerkte, dies gelte doch nur für die westlich-abendländische Kultur, sei quasi ein Dekadenzphänomen. Die Professorin stimmte zu. Ja die Neosexualitäten seien Sumpfblüten. Selbstbestimmung sei anstrengend, aber auch schön.

Der größte Witz an dieser Diskussion ist, dass sich die Frau Professorin bei diesen Worten wahrscheinlich noch voll tolerant und fortschrittlich vorkommt.

Die islamische Frau als Rettung des Abendlandes

28 Mrz

Dass der säkularisierte Westen an seiner Dekadenz zugrunde geht, gehört zu den Wunschträumen jedes an der Freiheit leidenden Kulturkonservativen. Und in Zeiten von Finanzkrise, Homo-Ehe und Respekt vor den religiösen Gefühlen von Islamisten erstarken auch solche Leute wieder und trauen sich, arme 17jährige Mädchen abzuwatschen, die doch nichts weiter getan haben, als die Meinung kundzutun, dass Bildung, Sexualaufklärung und die Anwendung von Kondomen gegebenenfalls realistischer sind als auf die Enthaltsamkeit eines Menschen zu vertrauen, die – wie wir alle wissen – ja nicht mal bei katholischen Priestern funktioniert.

Woher nehmen Sie als 17-Jährige die Überzeugung, zu wissen, daß der Bischof von Rom und Vorsteher der Röm.Kath. Kirche in aller Welt den Menschen eine menschenverachtende Botschaft verkauft, um mit Ihren Worten zu reden ? Weiterlesen

%d Bloggern gefällt das: