Tag Archives: Geschichte

Weniger müssen müssen

25 Okt

„Nein fürs Leben“ – Unter diesem grammatikalisch leicht verunglückten Titel findet sich in „Christ und Welt“, ehemals christlich-konservative Wochenzeitung, die mittlerweile der ZEIT beiliegt, ein kurioser Artikel zum Thema „Homo-Ehe“.

Lasse will nicht von Familienministerin Schröder beglückt werden.

weshalb er vermeldet:

Es sollten eben nicht alle müssen, was Kristina Schröder will.

Dass es Schröder darum geht, Benachteiligungen von Homosexuellen gegenüber Heterosexuellen abzubauen und nicht darum, dass alle Menschen heiraten, wird in dem Text nicht deutlich. Tatsächlich scheinen Menschen der Ansicht zu sein, dass es sinnvoll ist, Benachteiligungen für ihresgleichen aufrechtzuerhalten: Weiterlesen

Der „andere“ Friedrich

24 Jan

Wir in der Mark Brandenburg (einschließlich Berlin) mögen unseren Preußenkönig Friedrich II. Das hat einerseits natürlich mit dem beachtlichen geschichtlichen Wirken des „alten Fritz“ zu tun, der aus der Streusandbüchse der deutschen Landen eine europäische Großmacht geformt hat, die sich in ihrer Hochzeit von Köln bis nach Memel erstreckte. Es hat aber auch – etwa im Gegensatz zu Bayern – mit unserem Mangel an Traditionen und Bräuchen zu tun, ein Mangel der uns umso ehrfürchtiger zu großen historischen Namen aufblicken lässt.

Diese Jahr, an diesem Tag, feiert die Mark den 300 Geburtstag Friedrich II. Viel wird die Rede sein, von seinem Wirken als respektabler Staatsman, als Künstler und militärisches Genie, als „Diener des Staates“, als einem modernen Monarchen, der sich der Aufklärung verschrieb.

Preußen hat seinen Nimbus als Ursprung und roter Faden der nationalsozialistischen Barbarei verloren. Das ist gut so! Nun ist es Zeit sich auf das Privatleben der Hohenzollern zu konzentrieren. Zugegeben in Schwulenkreisen ist die Homophilie Friedrichs seit jeher ein offenes Geheimnis. Doch wer hätte gedacht, dass dies sozusagen in der Familie lag?

Die Historikerin Eva Ziebura gestattet uns jedenfalls interessante Einblicke in eine Geschichte, vor denen es kulturkonservativen Rittern des Abendlandes grausen muss. Lesenswert!

War Hitler hetero?

29 Dez

Die Heterosexualität Hitlers könnte tatsächlich das bestgehüteste Geheimnis des „Führers“ gewesen sein. Dabei sind die Indizien erdrückend. Hitler lebte mit einer Frau – Eva Braun –  zusammen und war in seine Nichte Geli Raubal verliebt. Er verschärfte den Paragrafen 175, ließ Schwule verfolgen und sah die Beziehung zwischen Mann und Frau als einen der Grundpfeiler einer gesunden Volksgemeinschaft an.

Es mag in unserer politisch-korrekten Gesellschaft – in der Heterosexualität als chic gilt und in der Heteros als die besseren Menschen dargestellt werden – ein Tabu sein dies auszusprechen, aber könnte es nicht sein, dass ein logischer Zusammenhang zwischen Heterosexualität und Faschismus besteht? Zumal wenn man bedenkt, dass viele einflussreiche Nationalsozialisten sich ebenfall zu Frauen hingezogen fühlten?

Lesetipp

21 Dez

Mein Versuch, ihm zu schildern, dass nicht das Heiraten unser dringendstes Bedürfnis war, als wir nach 1969 schwul sein durften wenn wir älter als 21 waren, traf auf Unverständnis.
Mein abschließender Vergleich, dass nach der Sklaverei immerhin in der Apartheit auch Sitzgelegenheiten für Schwarze gekennzeichnet und zur Verfügung gestellt wurden, führte dazu, dass er bis heute nicht mehr mit mir spricht.

Herbert Rusche über unterschiedliche Wahrnehmungen schwuler Geschichte

Katholische Sklaverei

21 Sep

Papstbesuche waren schon immer umstritten, erkennbar an folgendem, historischen Zitat, das sich  nicht einen Deut um Respekt oder Mäßigung schert:

„Er ist hier um den besten Weg zu finden, uns italienische Fesseln anzulegen, die uns als Sklaven an den Thron der grimmigsten Tyrannei ketten sollen, die es auf Erden gibt.“

Von wem und von wann stammt wohl dieser Aufschrei der Empörung? Wer es herausbekommt, darf mit mir morgen zum Demonstrieren gehen.

Wir machen Geschichte

27 Jul

Während im Bundesstaat New York Schwule und Lesben die Standesämter stürmen, um sich endlich legal das Ja-Wort geben zu können (so auch John Carroll und Michael Gallagher – sind die beiden nicht ein wunderschönes Paar?), kündigt sich an der Westküste ein neues Schlachtfeld an. In Kalifornien nämlich sollen künftig Schulbücher auch den Kampf der Homosexuellen um gleiche Rechte und ihre Anerkennung als Menschen thematisieren, ebenso, wie es mit der Bürgerrechtsbewegung der Schwarzen bereits getan wird.

Kaum verwunderlich allerdings, dass irgendwelche frustrierten Heteros in diesem Vorhaben, mal wieder den Untergang des Abendlandes heraufbeschwören, weil schließlich – wie jeder weiß – die Thematisierung schwul-lesbischer Geschichte dazu führen wird, dass es immer weniger Heterosexuelle gibt. Weiterlesen

Der Untergang des Abendlands als Geburtsstunde des Westens

20 Dez

Es ist interessant zu beobachten, wie deutsche Autoren, wenn sie selbst für ihre Übersetzungen verantwortlich waren, gerne die vermittelnde Formel „occidental West“ einbrachten, sich aber damit nicht durchsetzen konnten. Die allgemeine Westorientierung bewirkte vielmehr, dass im Nachkriegseuropa diesseits des Eisernen Vorhangs die Berufung auf das Abendland zunehmend obsolet und durch den politisierten und globaleren Begriff des Westens ersetzt wurde. Weiterlesen

Normal, na und?

23 Nov

Neue Studien zum Thema „Homosexuelle Männer in der frühen Bundesrepublik“ verspricht der Band „Ohnmacht und Aufbegehren“. Enthalten ist ein Einblick in die „Homophilenbewegung“ der 1950er Jahre, die vor den späteren studentisch geprägten Aktivisten keine Gnade fand:

Die Studenten nahmen jene bürgerlichen Intellektuellen, die Humanitätsappelle an Regierung und Öffentlichkeit richteten und kaum selbst zu sagen wagten, dass sie in eigener Sache sprachen, kaum ernst. (…) Sie machten ihr „Schwulsein“ öffentlich und zum Programm.

Spannend finde ich, dass Praunheims 1971 geäußerte Kritik an der schwulen Subkultur zuvor längst von Vertretern der „Homophilenbewegung“ formuliert worden war, die sich ebenso an Promiskuität und Anonymität der Szene gestört hatten. Bemerkenswert auch der Verweis auf

nationalstaatliche Besonderheiten. Die Homosexuellenpolitik der frühen Bundesrepublik übertrifft mit ihrer forcierten staatlichen Unterdrückung und Verfolgung von Homosexuellen bei weitem ihre europäisch-nordatlantischen Bündnispartner und Nachbarn. In keinem anderen Land war die staatliche Verfolgung homosexueller Männer durch Polizei und Justiz so intensiv, waren die Verurteilungszahlen so hoch wie in der Bundesrepublik.

Warum das so war? Weiterlesen

Erinnerung

15 Nov

Thomas Schmid erinnert an

das erste Opfer des Linksterrorismus in der Geschichte der Bundesrepublik.

Irgendwie merkwürdig, wen man sich da ausgesucht hatte: Weiterlesen

Danke, Loveparade

28 Jul

Nach all den Schuldfragen, den Antworten besserer Partyorganisatoren und allen Funktionalisierungen zur Abwechslung ein dankbarer Blick auf Geschichte und Erfolg der Loveparade:

Es war wunderschön

Ulf Poschardt in der Welt mit einem

Nachruf auf eine bewusstseinserweiternde Veranstaltung

Share

<span>%d</span> Bloggern gefällt das: