Tag Archives: Geschlechterrollen

Wozu Geschlechter?

18 Dez

Auf dem Blog „Nichtmädchen“ habe ich einen Gedankengang gefunden, die mir ebenfalls bereits öfter durch den Kopf gegangen ist:

Mal angenommen, wir würden aus unserem Rechtssystem und dem öffentlichen Leben die Geschlechterkategorien Mann/Frau einfach tilgen. Dann müsste bei der Geburt kein Geschlecht mehr eingetragen werden (ich hab ja eh nie verstanden, warum man das müssen soll). Dann gäbe es kein Eherecht, sondern ein Beziehungsrecht (und es gäbe auch keine Homo-Ehe, sondern nur Menschen, die sich zueinander bekennen). Dann wären finanzielle Zuschüsse zu Reproduktionsmaßnahmen nicht mehr an Heterosexualität gebunden. Dann gäbe es keine Damen- und Herrentoiletten mehr, sondern eine Architektur, die jedem Individuum genug Intimität zugestehen würde.

Eine solche Welt kann ich mir gut vorstellen. Weiterlesen

Conchitas Wurst

13 Mai

Es war vorauszusehen, dass der Sieg von Conchita Wurst dazu angetan ist, Meinungen zu spalten. Während die einen den Sieg als Zeichen für ein tolerantes Europa betrachten, sehen andere bereits wieder den Untergang des Abendlandes nebst totalitärer Unterdrückung der Heterosexualität heraufdämmern. So zum Beispiel das Lieblingsmedium des intellektuell und redlich argumentierenden Deutschen, die BILD-Zeitung. Dort fragt sich Béla Anda besorgt

Muss ich Conchita Wurst gut finden?

und liefert die Antwort gleich selbst:

Nein, muss ich nicht!

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Warum sind Männer so? – Weil es Frauen gibt!

7 Mrz

Leser „Thjum“ ist mehr als skeptisch, was das Verhältnis von Schwulen und Männerrechtsbewegung angeht:

Die Rolle als Schwuler in dieser Bewegung ist die des dummen August. Was kennzeichnet die MRB [Männerrechtsbewegung] denn? Sie versucht aufzurechnen, dass es Männern viel schlechter geht als Frauen und der Feminismus Schuld daran ist. Das war’s. Sie liefert keine gescheiten Antworten auf offensichtliche Missstände, die man nun mal konstatieren muss: eine höhere Gewaltbereitschaft bei Männern.

Ich denke, dass zumindest die „progressive Männerrechtsbewegung“ durchaus versucht, Antworten auf diese Frage zu finden. Meine persönliche Antwort sähe etwa so aus: Weiterlesen

Mein kleines Pony

7 Feb

Als ich etwa 10 Jahre alt war, war mein größter Wunsch, ein „Mein kleines Pony„-Pony zu bekommen. Ich weiß noch, dass ich ein solches Spielzeug irgendwo im Urlaub in einem Schaufenster gesehen habe. Ein gelbes „Mein kleines Pony“-Pony aus Kunststoff, komplett mit kämmbaren, lila Haaren und einem kleinen rosafarbenen Kamm.

Aus diesem Grund berührt mich folgende Geschichte sehr:

Ein elfjähriger Junge aus North Carolina (USA) kämpft um sein Leben, nachdem er am 23. Januar versucht hatte, Selbstmord zu begehen.

Der an ADHD leidende Schüler wurde in der Schule von anderen aufgezogen weil er Fan der Animationsserie „My little pony“ ist, Mitschüler bezeichneten ihn als „schwul“. In seinem Zimmer erhängte er sich an seinem Etagenbett.

Theoretisch hätte auch ich dieser Junge sein können. Weiterlesen

Eltern und andere Mütter

13 Dez

In der „Basler Zeitung“ habe ich einen schönen Bericht über einen jungen Mann gefunden, der bei zwei Frauen aufgewachsen und – oh Wunder – ein völlig normaler Mensch geworden ist. Was mich persönlich selbstverständlich nicht überrascht, denn die These, ein Kind bräuchte für eine gesunde Entwicklung zwingend Mutter und Vater habe ich noch nie verstanden. Weder die Lebenserfahrung, noch die Biologie, noch unsere zoologische Einordnung als Menschenaffen lassen einen solchen Schluss zu.

Ich bezweifele nicht, dass Kinder Rollenvorbilder brauchen, allerdings halte ich es für überzogen zu glauben, ein Kind würde diese nur über die Eltern erleben: Weiterlesen

Kein Sexismus nirgends – außer gegen Männer

15 Okt

Wir alle wollen in einer diskriminierungsfreien, antisexistischen Welt leben, nicht wahr? Eben! Und weil das so ist, haben sich unsere Nachbarn aus der Ostmark etwas ganz Besonderes ausgedacht. Einen Preis gegen Sexismus in den Medien:

„Geschlechterdiskriminierung ist genauso wenig tolerierbar wie Diskriminierungen aus rassischen, religiösen und nationalen Gründen“, sagt Hans Gasser, Präsident des Verbandes Österreichischer Zeitungen (VÖZ). Um hier auch in den Medien ein Zeichen zu setzen haben das Frauenministerium, der ORF und der VÖZ den „Gender Award Werbung“ ausgelobt, außerdem will der VÖZ in den Ehrenkodex für Journalisten einen Passus zur geschlechtersensiblen Berichterstattung aufnehmen, kündigte Gasser an.

Selbstverständlich ist Geschlechterdiskriminierung nicht tolerierbar. Weiterlesen

Die Stigmatisierung der Schwulen als Folge der Männerfeindlichkeit

18 Apr

Laut der klassischen feministischen und queertheoretischen Theorie, ist die gesellschaftlich Diskriminierung bzw. Stigmatisierung der Homosexualität ein Produkt des Patriarchats. Schwule seien gesellschaftlich deswegen geächtet, weil sie Weiblichkeit verkörpern, und Weiblichkeit in der Gesellschaft ein Makel darstellen würde. Lesben wiederum seien als Frauen, die Frauen lieben, nach dieser Gesellschaftskonstruktion quasi doppelt „minderwertig“.

Diese These erklärt allerdings nicht, warum denn in der Geschichte fortwährend die männliche Homosexualität als weitaus problematischer galt als die weibliche, ein Umstand der sich bis heute erkennen lässt.

Einen anderen Erklärungsansatz bietet dagegen Christoph Kucklick, Autor von „Das unmoralische Geschlecht„, in einem äußerst lesenswerten Artikel in der „Zeit“: Weiterlesen

Das Elend der Heterosexualität

5 Sep

Ein Vorteil daran homosexuell zu sein ist, dass man sich keine Gedanken darüber machen muss, ob seine Partnerschaft auch den gegenwärtigen Ansprüchen irgendeiner gesellschaftlichen Vorgabe entspricht, weil man dieser Vorgabe ja schon vom Grundsatz her nicht einhält. Dazu kommt, dass es einen völlig egal sein kann, ob man innerhalb der Partnerschaft auch die gegenwärtig erwünschte Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern beachtet, da es bei Homos ja eh nur ein Geschlecht gibt, man die Rollenverteilung also ganz individuell, nach eigenem Gutdünken, leben kann.

Heterosexuelle Paare können einem dagegen schon leid tun. Warum in aller Welt ist es eigentlich wichtig, wer in einer Mann-Frau-Beziehung wieviel arbeitet, wer den Haushalt führt und wer am meisten zur Kindererziehung beiträgt? Warum müssen darüber Studien angefertigt werden? Mit welchem Zweck? Wen geht es etwas an, wie Menschen ihre Beziehungen gestalten?

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Nur die Quote zählt

15 Jul

Die SPD-Politikerin Manuela Schwesig fordert mal wieder eine Quote für Frauen. Natürlich nur für Vorstände und Aufsichtsräte. Schließlich geht es ja nicht um „Gleichberechtigung“, sondern um die Privilegierung von Frauen.

Zurück in die Zukunft

23 Apr

Die CDU in Baden-Württemberg ist als eher konservativ verrufen, zumal unter ihrem neuen Ministerpräsidenten Stefan Mappus. Eben der zeichnete jedoch jüngst verantwortlich für die Ernennung einer Weiterlesen

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