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Pornos statt Palästinenser

3 Jul

Seit einigen Jahren ist zu beobachten, dass sich die antikapitalistische, antiwestliche Linke von der Homo-Bewegung mehr und mehr distanziert. Das ist zu erwarten, denn das Recht auf Liebe zum und der  Beischlaf mit dem gleichen Geschlecht gehörte nie zum Kernanliegen des linken Antikapitalismus, sondern war und ist lediglich ein Instrument, mit dem das bestehende „System“ gestürzt werden soll. Solange im Westen Schwule und Lesben diskriminiert und verfolgt wurden, waren sie brauchbare Bundesgenossen. Seitdem aber der Westen die Vorreiterrolle für Homorechte übernommen hat, beginnt man von linker Seite an Schwulen und  Lesben grundsätzliche politische Kritik zu üben.

Ob man die Basler Zeitung als „links“ und antikapitalistisch“ bezeichnen kann, mag man bezweifeln. Der Artikel der Autorin Simone Meier zeigt allerdings sehr schön einige Grundzüge „progressiver“ Kritik an der Homo-Bewegung auf:

Eigentlich sagt das schöne Wort «queer» schon alles. Quer steht es in der Landschaft, schräg, es findet sich da beim besten Willen nichts rechtwinkliges, es trägt alles in sich, was die Bewegung der Lesben, Schwulen und Transsexuellen, der LGBTQ-Community also, im Kern jahrzehntelang ausgemacht hat: Subversion, eine kreative, kämpferische Kraft, eine andere Perspektive auf die Gesellschaft, die Politik, die Welt.

Bereits mit diesem Absatz hat die Autorin die Parameter der Debatte angesteckt und ihren Anspruch an Schwule und Lesben definiert: Weiterlesen

Ein steifer Schwanz, der schadet nicht

31 Mai

Die Unternehmen Google und Apple haben mal wieder eine sehr merkwürdige Entscheidung getroffen: Obwohl beide Konzerne für ihre inklusive Firmenpolitik gegenüber Schwulen und  Lesben bekannt sind, haben sie nun eine App akzeptiert, die für sich in Anspruch nimmt, Menschen dabei zu helfen, sich von ihrer Homosexualität „heilen“ zu lassen:

Die neue Gratis-Application „Setting Captives Free“ verspricht die „Heilung“ von Homosexualität innerhalb von 60 Tagen. Nicht einmal nach offiziellen Beschwerden wurde sie aus den Stores der beiden Unternehmen entfernt.

Teilweise sogar auf Deutsch und in vielen anderen Sprachen soll man mit der christlichen App den vermeintlichen „Weg zur Reinheit“ finden. „Egal, was Sie anderswo gehört haben, es gibt weder ‚Homosexuellen-Gen‘ noch wurden Sie auf diese Weise ohne Hoffnung auf Freiheit geboren. Durch die Kraft von Jesus Christus und des Kreuzes können Sie sich von den Fesseln der Homosexualität befreien“, heißt es im Kapitel „Door of Hope“.

Nur damit ich nicht missverstanden werde: Weiterlesen

Großkonzerne mit großen Herzen

31 Okt

Unseren Weg durch den Internetdschungel suchen wir uns mit Google, wie fliegen mit Boeing, an den Füßen tragen wir Nike und unsere MP4-Pornos schauen wir uns mit dem Real-Player an. Und das ganz ohne schlechtes Gewissen, dass wir damit einer Weltherrschaft von finsteren Großkonzernen den Weg ebnen. Denn, ob man es glaubt oder nicht, auch diese Konzerne werden von Menschen geleitet, und diese Menschen haben zuweilen sogar so was wie ein Gewissen:

Die Google-Büros von Seattle und Kirkland unterstützen die Einführung die Homo-Ehe im US-Bundesstaat Washington.

Dort hat Gouverneur Chris Gregoire im Mai ein Gesetz unterzeichnet, dass Lesben und Schwulen alle Rechte zusteht – außer der Ehe. Jetzt wollen die Befürworter einer Öffnung mit einem Referendum dieses Gesetz zu Fall bringen. […]

Mit ihrem Engagement reihen sich die beiden Google-Büros in eine lange Liste von Konzernen ein. Bereits im September hat Rivale Microsoft gemeinsam mit anderen Firmen wie Boeing, Nike oder RealNetworks eine Stellungnahme veröffentlicht, in der sie R[eferendum]-71 unterstützen.

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