Tag Archives: Heinz Josef Algermissen

Das Salz der Erde

21 Jul

Gibt es eigentlich etwas absurderes als katholische Würdenträger, die sich über Ehe, Familie, Liebe und Sexualität äußern? Man ist geneigt die Meinung zu vertreten, dass es auf dieser Welt garantiert absurdere Dinge gibt, allerdings ist es kaum vermessen zu behaupten, dass eben jene katholische Würdenträger einen hervorgehobenen Platz in der Parade des Irrsinns belegen.

Man stelle sich einen Außerirdischen vor, der auf die Erde kommt, um das Sexualverhalten der menschlichen Spezies zu studieren. Man braucht nicht viel Phantasie um sich vorzustellen, dass dieser Außerirdische höchst erstaunt wäre, dass es unter den Menschen Exemplare gibt, die abgeschottet in einer von der Lebensrealität anderer Menschen isolierten Welt leben, die weder heiraten noch Beziehungspartner haben dürfen, denen Sexualität verboten ist, die sich aber dennoch berufen fühlen, mit Verweis auf einen alten Mann in prächtiger Kostümierung, der sich für den Stellverteter einer unsichtbaren, unfehlbaren Macht hält, der Menschheit Anweisungen zu geben, wie man sein Beziehungs- und Sexualleben zu gestalten hat. 

Man möge mir meine atheistische Verve verzeihen, aber die katholische Kirche hätte meinen Respekt weit eher verdient, wenn sie ihre moralischen Vorstellungen plausibel begründen könnte. Weiterlesen

Wenn dialogverweigernde Israelis die gleiche Empörung hervorrufen wie abartige Lustknaben…

15 Jul

Nun hat er sie  also verboten in Deutschland, die  „Internationale Humanitäre Hilfsorganisation“ (IHH). Die Begründung des Bundesinnenministers, die IHH

unterstütze die im Gazastreifen herrschende Hamas und richte sich damit gegen den Gedanken der Völkerverständigung,

klingt plausibel. Heinz Josef Algermissen wird das Verbot empören. Der Präsident der deutschen Pax-Christi-Sektion hatte Anfang Juni

eine schonungslose Aufklärung der israelischen Militäraktion gegen Friedensaktivisten gefordert. Den Angriff auf einen Hilfskonvoi vor der Küste des Gazastreifens bezeichnete der Fuldaer Bischof am Dienstag in Berlin als Tragödie und «menschliche Katastrophe». Die Untersuchung erfordere internationale Beobachter. Algermissen verlangte, die Verantwortlichen für den Einsatz und die Todesschüsse müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Zugleich appellierte der Bischof an die internationale Staatengemeinschaft, Israel zum Dialog zurückzubringen und mit ihm einen Weg aus der Krise des Nahostkonflikts zu suchen.

Ich weiß nicht, ob sich Algermissen in der Israel-Frage mit seinem Vorgänger, (Militär-)Bischof Johannes Dyba, einig gewesen wäre. Weiterlesen

Ja, Homosexuelle sollten sich verstecken!

30 Jan

Es wäre natürlich zuviel verlangt, von einem katholischen Bischof in irgendeiner Form vernünftige Antworten über Gott und die Welt zu bekommen. Dummerweise glauben solche Leute beständig, ihre Eigenschaft als zölibatäre Männer befähige sie dazu, Antworten auf Fragen zwischenmenschlicher Beziehungen zu haben. So auch Bischof Algermissen, seines Zeichens Kirchenfürst aus dem deutschen Bible Belt:

„Was sagen Sie zu Homosexualität?“ – „Das ist ein Problem, das nur wenige in der Gesellschaft angeht“, entgegnete Algermissen. Und er kritisierte, dass es heute ein „großes Thema“ in der Gesellschaft sei. Homosexuelle hätten eine große Lobby. Teilweise gewinne man den Eindruck, dass heterosexuelle Paare „süffisant belächelt“ würden. Vor 20 Jahren sei das noch nicht so gewesen. „Jetzt outen die sich nach Strich und Faden“, sagte er wörtlich. Wer so veranlagt sei, sei so veranlagt, erkannte Algermissen vor den Jugendlichen. Gegen die „Schöpfungsordnung“ verstoße Homosexualität trotzdem. Demnach gehörten nämlich Mann und Frau zusammen, Homosexualität sei nicht die „normale Haltung eines Menschen“. Als „abartig“ bezeichnete Algermissen die Schwulen- beziehungsweise Lesbenhochzeit. Ebenso „abartig“ sei, wenn gleichgeschlechtliche Paare Kinder adoptieren könnten. „Aber bloß keine Verfolgung und Sanktionen“, fügte der Geistliche zwischen seinen Ausführungen ein: „Die sollen ganz still so leben, wie sie es machen.“

Fulda erklärt den Krieg

15 Sep

Während der Papst in Frankreich weilt und den dortigen Menschen erklärt, dass unsere Welt den Bach runter gehen wird, wenn nicht alle schnellstens das glauben, was er selbst glaubt, bereitet im schönen Fulda der dortige Bischof, Heinz Josef Algermissen, die Katholiken auf den Kampf vor. Nein, nicht den profanen mit Waffen und so, sondern den wirklich wichtigen, entscheidenden Kampf: den um die Deutungshoheit in der Gesellschaft nämlich:

„Wir stecken in einem Kulturkampf“, ruft Algermissen. Abzulesen sei dies an Abtreibung, Verharmlosung der Tötung von Embryonen für die Forschung, Präimplantations- und Pränataldiagnostik („Brutalselektion“, sagt der Bischof) und an der Diskussion über aktive Sterbehilfe. Gesetzesinitiativen gegen die Spätabtreibung seien zwar richtig. „Aber die Spätabtreibung ist nicht das eigentliche Problem, sondern die Abtreibung an und für sich.“

Klingt irgendwie nicht gerade besonders originell, eher sattsam bekannt. Und irgendwie fehlt auch noch was. Kreationismus vielleicht, also das Eintreten für die Schöpfungslehre im Schulunterricht? Ach nee, Weiterlesen

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