Tag Archives: Heteronormativität

Moralische Schlechtigkeit

19 Mai

Etwa die Hälfte der Amerikaner hat nicht alle Tassen im Schrank. Genauer gesagt haben 47 Prozent aller Amerikaner nicht alle Tassen im Schrank. Was ist geschehen? Weiterlesen

Vom Schlafzimmer zur Uni

5 Mai

Ich hätte nicht gedacht, dass im Jahr 2014 jemand tatsächlich noch derartig argumentiert, wie folgt:

Homosexuelle sind mir eigentlich egal, weil mich schlicht nicht interessiert, was jemand in seinem Schlafzimmer mit wem wie treibt. Ich würde auch nicht erwarten, dass mir Heteropaare laufend auf die Nase binden, dass sie am Wochenende in den Swingerclub gehen, das ist deren Baustelle, nicht meine.

Um zu begreifen, was an diesem Satz nicht stimmt, verweise ich auf den Grundkurs unserer Gay West Universität. Ich empfehle „Männerstreik“ im Anschluss auch den Besuch der folgenden neun Seminare. Denn es ist nie zu spät, um zu verstehen.

 

„Raffael und Adrian“

16 Mrz

Wer hat nicht schon den Satz gehört, dass Schwule und Lesben sich nicht so anstellen sollen, dass sie mittlerweile doch alles erreicht hätten, und nun müsse es doch endlich mal gut sein, mit dem ständigen Homo-Thema.

Auch schön ist, wenn einem Heteros die Frage stellen, warum wir Homos uns immer so separieren müssen, warum wir unsere eigenen Clubs und Fitnesscenter und Bäckereien haben, oder warum wir überhaupt Wert auf Dienstleistungen legen, die sich explizit als „gayfriendly“ verstehen.

„just dave’s blog“ erklärt, warum das so ist: Weiterlesen

Heterosexuelle Identitätskrise

17 Jan

Nils Pickert im „European“:

Dabei ist es nicht etwa so, dass die homosexuelle Minderheit, wie gegenwärtig gerne suggeriert wird, sich ohne Notwendigkeit zu ihren sexuellen Präferenzen äußern, obwohl eigentlich niemand mehr groß Aufhebens darum macht. Stattdessen ist es die heterosexuelle Mehrheit, die nicht aufhören kann, über Homosexualität zu reden, zu spekulieren und den Kopf zu schütteln, weil sie Menschen, die ein gleichberechtigter Teil dieser Gesellschaft sein sollten, immer noch dazu benutzt, sich ihrer selbst zu vergewissern.

Weil es nach wie vor und in zunehmendem Maße darum geht, dass die Mehrheit ihre moralische Selbstverortung durch das Ausgrenzen von Minderheiten stabilisiert. Wenn die heterosexuelle Mehrheitsgesellschaft wegen der sozioökonomischen Veränderungen, die sie selber initiiert hat, schon nicht mehr weiß, was genau ihre Identität ausmacht, so weiß sie doch zumindest, dass „die“ nicht so sind wie sie.

Gerade letzterer Satz trifft meines Erachtens den Kern der Problematik. Weiterlesen

Wie jetzt?

1 Nov

Es liegt mir fern, den Kollegen in Russland mit Unverständnis zu begegnen, aber das verstehe ich jetzt nicht so wirklich:

Der russische Sportverband der Homosexuellen plant nach den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi einen eigenen Sportwettkampf in Moskau. „Wir starten am 26. Februar, damit Amateursportler, Journalisten und andere von Sotschi nach Moskau kommen und uns unterstützen können“, sagte der Vorsitzende des Sportverbands der Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen (LGBT), Viktor Romanow.

Okay, so weit alles gut. Aber jetzt wird es rätselhaft:

Romanow geht davon aus, dass die geplanten „Russischen Offenen Spiele“ nicht gegen das im Juni verabschiedete Gesetz gegen „Homosexuellenpropaganda“ verstößt. „Wir fallen nicht in den Bereich dieses Gesetzes, weil wir nicht Homosexualität propagieren, sondern Sport und eine gesunde Lebensführung“, sagte Romanow.

Man mag mir meine Gedankengang verzeihen, aber kann es sein, dass Herr Romanow ein klein wenig naiv ist? Weiterlesen

Grundkurs Homosexualität: Warum die sexuelle Orientierung nicht nur „privat“ ist

25 Sep

Es gibt im Bereich Homosexualität ein Thema, das man stets und ständig wiederholen muss, weil es einige Menschen (Heteros) offenbar nicht kapieren. Worum geht es?

Eine Gruppe von Eltern aus Russland wirft dem englischen Musiker Elton John vor, russisches Recht brechen zu wollen. Die Eltern forderten in einem Offenen Brief an Präsident Wladimir Putin ein Auftrittsverbot für den homosexuellen Musiker.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet weiter, dass die russischen Eltern befürchten, dass Elton John offen mit seiner Homosexualität umgehen würde, was in Russland per Gesetz verboten wurde.

Elton John selbst hatte geäußert, dass er bei seinem Auftritt schwule und lesbische Russen unterstützen wolle.

Das ist der Aufhänger, nicht weiter verwunderlich, immerhin reden wir von Russland. Das eigentliche Thema dreht sich um folgendes, bestens aufbereitet von einem Kommentator zum obigen Artikel:

Ob schwul oder nicht…mich juckts nicht. Aber wieso muss man sich denn über seine Sexualität definieren statt einfach nur Musik zu machen?

Angesichts einer derartigen Frage möchte man sich vor Verzweiflung an den Kopf fassen. Weiterlesen

Physik für Anfänger

18 Sep

Einer der Gründe, warum afrikanische Länder – wie etwa Nigeria – schwer aus ihrer Armut herausfinden, könnte in der Art und Weise liegen, wie sie Wissenschaft praktizieren:

Chibuihem Amalaha, ein Doktorand an der Universität von Lagos will den physikalischen Beweis gefunden haben, warum eine homosexuelle Ehe unnatürlich sei.

Sein Beweis stützt sich auf die Magnettheorie die er auf Menschen überträgt. Nord- und Südpol eines Magnetes ziehen sich an. Gleiche Pole stoßen sich ab. Genauso sei das bei Mann und Frau.

Die Gegenargumentation für diese Hypothese ist einfach zu führen: Weiterlesen

Heteronormativität – aufs Korn genommen

16 Sep

Auf dem Blog „erzaehlmirnix“ gibt es einen schönen Beitrag, der die alltägliche Heteronormativität aufs Korn nimmt. Unbedingt lesenswert!

„Niemand wird das für uns tun“

10 Aug

Es gibt wenige Menschen auf dieser Welt, die ich als „Helden“ bezeichnen würde. Nikolaj Alexejew allerdings gehört dazu. In einem Klima aus Hass, Furcht und Intoleranz kämpft er seit Jahren für die Rechte und die Würde schwuler und lesbischer Menschen, die von einem repressiven Staat, einer autoritären, ignoranten Bevölkerung und einer hasserfüllten Religion zum Sündenbock der Gesellschaft erklärt wurden.

Dem ZDF hat Alexejew ein kurzes Interview gegeben. Hier einige Auszüge:

Die Mehrheit der Russen ist schwulenfeindlich – nicht aktiv, sondern passiv. Das ist aus Sowjetzeiten hängen geblieben. […] Weiterlesen

Normalität und Propaganda

9 Aug

Die westliche Berichterstattung über das russische „Anti-Homo-Gesetz“ hat den Kreml nun zu einer Stellungnahme veranlasst, in der versucht wird, die Wogen zu glätten:

Russlands Sportminister Witali Mutko mühte sich die Sorgen und den Aufschrei in der Sportwelt wegen möglicher Diskriminierungen bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi durch das neue Anti-Homosexuellen-Gesetz einzudämmen: „Ich bitte darum, Ruhe zu bewahren“, bat er am Donnerstag, zwei Tage vor den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Moskau. Weder bei der WM noch bei den Sotschi-Spielen im Februar werde es Beeinträchtigungen geben. „Alle Rechte und Interessen werden gewahrt, aber man muss auch die Gesetze eines Landes respektieren“, sagte Mutko.

Das ist natürlich nichts weiter als ein rhetorisches Ablenkungsmanöver, denn genau wegen einem bestimmten Gesetz des Landes artikuliert sich ja der Unmut, weil jenes Gesetz eben nicht alle Rechte und Interessen wahrt. Weiterlesen

%d Bloggern gefällt das: