Tag Archives: Heterosexualität ist keine Qualifikation

Christlich besorgte Muttis

19 Mrz

Die Vorsitzende von „Christian Concern“, einer britischen christlichen Fundi-Organisation, lässt uns an ihren Weisheiten teilhaben:

Gleichgeschlechtliche Paare mit einem Baby, welches sie über Reproduktionsmedizin erhalten, verweigern diesem Kind bewusst einer Mutter oder einem Vater. [“Same-sex couples having a baby by way of reproductive medicine are deliberately depriving a child of either a mother or a father.“]

Ja, und heterosexuelle Eltern mit einem Baby, verweigern diesem Kind bewusst zwei Mütter oder zwei Väter. Weiterlesen

Sperma ist für alle da!

19 Dez

Schon merkwürdig, was es für absurde Gesetze in unserem Land gibt:

Derzeit dürfen die gesetzlichen Krankenkassen nur einen Teil der Kosten übernehmen, wenn der Ehemann seiner eigenen Frau Samen spendet. Der Zugang zur Samenbank ist auf heterosexuelle verheiratete Frauen beschränkt.

Die Grünen fordern nun, dass sich Krankenkassen an den Behandlungskosten für eine Fremdspende ebenfalls beteiligen und dass die Gruppe der Anspruchsberechtigten auf „verpartnerte sowie nicht formalisierte Paare“ ausgeweitet wird.

Klingt nachvollziehbar und gerecht. Was die CDU naturgemäß nicht so sieht: Weiterlesen

Schützt unsere Kinder vor Heterosexualität!

4 Mai

Die Gegner des Bildunsgplans in Baden-Württemberg betonen gerne, wie wichtig das Elternrecht sei, und dass Schule die Aufgabe habe, Kinder zu bilden, nicht zu erziehen. Nun kann man durchaus dieser Meinung sein, aber wie passt dann folgende Verlautbarung? Weiterlesen

Mit Matussek in der Schule

21 Feb

Durchs Netz wabert gerade eine beachtliche konservative Empörung. Worum geht es? Die Gewerkschaft „Erziehung und Wissenschaft“ (GEW) hat eine Handreichung für Lehrer herausgegeben, in der es um „Lesbische und schwule Lebensweisen“ geht. Nun ist das für den gewöhnlichen Konservativen an sich schon verbrecherisch genug. Der eigentliche Skandal entzündet sich allerdings an einem in der Handreichung aufgeführten „heterosexueller Fragebogen“, mit folgenden Fragen (Link nicht mehr aktiv): Weiterlesen

Zweifel und Hoffnung

26 Jan

Brian Kinney, der sexhungrige schwule Lebemann, Macho und Kapitalist, aus der kanadisch-amerikanische Serie „Queer as Folk“ hat einen denkwürdigen Satz geprägt:

„There’s only two kinds of straight people in this world: The ones that hate you to your face… and the ones that hate you behind your back.“

Der Satz ist prägnant, knackig, bedenkenswert – sonderlich ernst genommen habe ich ihn aber nie. Denn es gibt ganz sicher genügend heterosexuelle Menschen, die Homos nicht hassen, weder offen ins Gesicht, noch hinter deren Rücken. Die Diskussionen um den Bildungsplan in Baden-Württemberg lassen mich allerdings nachdenklich werden. Ist an dem Satz vielleicht mehr dran, als man bereit ist zuzugeben? Weiterlesen

Heterosexuelle Identitätskrise

17 Jan

Nils Pickert im „European“:

Dabei ist es nicht etwa so, dass die homosexuelle Minderheit, wie gegenwärtig gerne suggeriert wird, sich ohne Notwendigkeit zu ihren sexuellen Präferenzen äußern, obwohl eigentlich niemand mehr groß Aufhebens darum macht. Stattdessen ist es die heterosexuelle Mehrheit, die nicht aufhören kann, über Homosexualität zu reden, zu spekulieren und den Kopf zu schütteln, weil sie Menschen, die ein gleichberechtigter Teil dieser Gesellschaft sein sollten, immer noch dazu benutzt, sich ihrer selbst zu vergewissern.

Weil es nach wie vor und in zunehmendem Maße darum geht, dass die Mehrheit ihre moralische Selbstverortung durch das Ausgrenzen von Minderheiten stabilisiert. Wenn die heterosexuelle Mehrheitsgesellschaft wegen der sozioökonomischen Veränderungen, die sie selber initiiert hat, schon nicht mehr weiß, was genau ihre Identität ausmacht, so weiß sie doch zumindest, dass „die“ nicht so sind wie sie.

Gerade letzterer Satz trifft meines Erachtens den Kern der Problematik. Weiterlesen

Grenzen der Solidarität Vol. II

31 Jul

Christian Ude, sozialdemokratischer Spitzenkandidat für die bayerische Landtagswahl, hat in der Bild am Sonntag erklärt:

Ich bin nicht schwul – und das ist auch gut so.

Warum diese Aussage ganz und gar nicht gut ist, kann man einem Beitrag entnehmen, der hier erschien, als Ude vor einigen Jahren bereits einen nahezu deckungsgleichen Spruch zum besten gegeben hatte. Da der Sozialdemokrat und seine Gattin offenbar bis heute stolz auf die von ihnen demonstrierte Heterosexualität sind, hier noch einmal der vollständige Beitrag aus dem Jahre 2007, der nichts an Aktualität verloren hat: Weiterlesen

Auf der Suche nach dem verlorenen Sinn

13 Mrz

Hätten Sie’s gewußt? Wenn die Homo-Ehe endlich kommt, ist das keineswegs

eine liberale Entwicklung, sondern

so Kai Rogusch auf NovoArgumente Online

eine undemokratische Anpassung an die wachsende Unverbindlichkeit und Stagnation unserer Gesellschaft.

Damit hat die traditionelle Auffassung der Familie als „Keimzelle der Nation“ wohl endgültig ausgedient.

bedauert Rogusch die sich abzeichnende Entwicklung. Schuld daran sei das Bundesverfassunggericht als

Taktgeber einer orientierungslosen Politik.

Auf der Suche nach Sinn in Roguschs Ausführungen landen wir zunächst einmal beim Rauchverbot: Weiterlesen

Immer Ärger mit Haider

24 Jan

Rein persönlich bin ich ja der Meinung, dass der heterosexuelle Lebensstil grundfalsch ist, eine Sünde wider den guten Geschmack, Ästhetik und das Leben selbst. Zum Glück jedoch bin ich ein derart ausgeglichener und in mir selbst ruhender Mensch, dass mich die öffentliche Zurschaustellung heterosexueller (Un)Kultur relativ kalt lässt. Ich akzeptiere es, dass sich Heteros am hellichten Tag und in aller Öffentlichkeit befummeln und abknutschen, ich akzeptiere es, dass Heteros heiraten dürfen und ich akzeptiere es, wenn Mann und Frau miteinander tanzen.

Und gerade mit letzterem hebe ich mich vorteilhaft von der Sorte Mensch ab, die nichts Besseres zu tun haben, als ihre ganz persönlichen Neigungen zum Maßstab aller Dinge zu erklären. So wie Niki Lauda, seines Zeichens Weltmeister in einer „Sport“art, bei der man im Auto sitzt, lenkt und aufs Gaspedal tritt, sowie Unternehmer im Bereich Luftverkehr.

Herr Lauda also empört sich über eine angekündigte Sendung des österreichischen Fernsehens, in der – mon Dieu! – ein Mann mit einem Mann tanzen will. So wie sich das gehört. Was Herr Lauda allerdings ganz anders sieht: Weiterlesen

Geschichte dreier Inseln

15 Jan

Seitdem ich dem müßigen Dasein des Universitätsbetriebes Lebewohl gesagt habe, um im Schweiße meines Angesichts mein Brot bei einem ausbeuterischen amerikanischen Großkonzern zu verdienen, komme ich nicht mehr so oft zum Schreiben wie früher. Dennoch streife ich nach wie vor gerne durch die wunderbaren Welten des World Wide Web, um mich mit eigenen Augen davon zu überzeugen, wie vielfältig die Kreativität, die Klugheit und Dummheit der Menschen ist. Und gerade letztere ist schier unendlich. Als Beweis hierfür möchte ich auf folgende Webseite aufmerksam machen, über die ich bei einer, vor kurzem erfolgten nächtlichen Suche nach den Höhepunkten schwuler Filmkultur gestoßen bin: „Gay Fools„.

Das Anliegen dieser grafisch äußerst liebevoll gestalteten Seite ist es offenbar, sich ob seiner Existenz als Hetero auf die Schulter zu klopfen; einen rational denkenden Menschen lässt sie allerdings mit der schwerwiegenden Frage zurück, ob Sex mit dem anderen Geschlecht nicht unter Umständen doof macht. Heterosexualität, so die Macher der Seite, finde man voll okay, und man wolle einmal ganz nüchtern über ihr Pendant, die Homosexualität, argumentieren, und beide Praktiken einem Test unterziehen. Weiterlesen

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