Tag Archives: Homo-Hochzeit

Land of the Free

27 Jun

Gay USADer Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten hat am gestrigen Mittwoch ein historisches Doppelurteil gefällt: Zum einen müssen die Bundesregierung und ihre Behörden zukünftig gleichgeschlechtlichen Ehen die gleichen Privilegien gewähren, wie sie es bei Hetero-Ehen bereits jetzt tun. Ein Bundesgesetz – der sogenannte „Defense of Marriage Act“ (DOMA) – hatte dies bisher untersagt.

Zum anderen wurde die Volksabstimmung in Kalifornien, welche die Eheöffnung für homosexuelle Paare rückgängig gemacht hatte („Proposition 8„), für verfassungswidrig erklärt. Im Prinzip hat der Supreme Court damit klar gestellt, dass das Volk in Kalifornien keinerlei Recht hatte, gleichgeschlechtlichen Paaren die Ehe zu verweigern.

Das entscheidene Votum bei der äußerst knappen Abstimmung (beide Urteile wurde mit einer Mehrheit von 5 zu 4 entschieden) kam dabei von Richter Anthony Kennedy, der bereits im Jahre 2003 eine entscheidene Stimme war, als es darum ging, das Verbot homosexuellen Geschlechtsverkehrs in einigen Bundesstaaten für nichtig und illegal zu erklären.

Xavier, quelle mouche t’a piqué?

30 Apr

Xavier BongibaultFrankreichs Gegner der Homo-Ehe haben neben Frigide Barjot eine weitere Gallionsfigur, die beim näheren Hinsehen noch ein wenig bizarrer ist als die streitbare Dame selbst. Es handelt sich hierbei nämlich um einen attraktiven jungen Mann, der selber schwul ist. Sein Name ist  Xavier Bongibault. Für die Gegner von Homo-Ehe und Adoptionsrecht ist er nicht weniger als ein „Gottesgeschenk“, denn ein Schwuler in den eigenen Reihen ist doch sicher ein Beleg dafür, dass die Bewegung nun wahrlich nicht homophob sein kann. Oder?

Nun, wahrlich nicht! Denn ebenso wie es rassistische Schwarze, antisemitische Juden und sexistische Frauen gibt, kann ein Schwuler sehr wohl homophob sein. Doch trifft dies auch auf Bongibault zu? Es ist nicht ganz leicht, dies einzuschätzen, zumal wenn man der französischen Sprache nicht mächtig ist und deshalb auf übersetze Zitate zurückgreifen muss. Überdies ist es äußerst schwer, einem Menschen mit hübschen Gesicht böse Motive zu unterstellen. Doch lassen wir persönliche Vorlieben einmal beiseite und schauen uns die Überzeugungen des jungen Xavier einmal etwas genauer an: Weiterlesen

Der Homo ist kein Mensch

29 Apr

Erinnert sich noch jemand daran, wie die Gegner der Homo-Ehe in Frankreich postulieren, natürlich nichts gegen Schwule und Lesben zu haben? Dass diese Verlautbarung Kokolores ist, war eigentlich von Anfang an klar. „Frigide Barjot“, die Wortführerin der Bewegung, die den Befürwortern der Homo-Ehe bereits den Bürgerkrieg angedroht hatte, hat nun noch einen draufgelegt:

Anti-Homosexuellen-Ehe-Aktivistin [Frigide] Barjot sagt: “Sie beobachten uns jetzt seit sechs Monaten. Da können Sie doch aufhören, überrascht zu sein. Sie können auch sehen, dass wir weder gewaltätig noch homophob sind. Es ist vielmehr der spontane Ausdruck von Menschen, die sagen: Weiterlesen

Ganz Neuengland…

27 Apr

Moment, da war doch noch was. Ach ja: Rhode Island, der kleinste aller US-Staaten wird als letzter in Neuengland die Ehe für Schwule und Lesben öffnen.

Floristen gibt’s wie Sand am Meer

21 Apr

Im amerikanischen Bundesstaat Washington muss sich der hiesige Staatsanwalt mal wieder mit einer albernen Klage herumschlagen. Robert Ingersoll und Curt Freed möchten heiraten. Für die Feierlichkeiten braucht es natürlich einen anständigen Floristen. Die Floristin auf der Liste des Paares, eine gewisse Barronelle Stutzman, hatte aber etwas dagegen, einem gleichgeschlechtlichen Paar ihre Dienstleistung anzubieten, da Sie der Meinung ist, eine Ehe sei eine Institution, die nur zwischen Mann und Frau geschlossen werden könne, ganz so wie es in der Bibel stünde. Nun hat die gute Frau eine Klage am Hals, eingeleitet vom Paar und unterstützt von der American Civil Liberties Union (ACLU).

Warum nun, ist diese Klage albern? Nun, aus mindestens drei Gründen: Weiterlesen

Love in Aotearoa

20 Apr

Eines der faszinierensten Länder der Welt hat es nun auch geschafft: In Neuseeland – auch bekannt als „Aotearoa“ und „Mittelerde“ – wurde die Ehe für gleicheschlechtliche Paare geöffnet.

Heten auf der Suche

18 Apr

Sind Homo-Ehe und das geforderte Adoptionsrecht für Schwule und Lesben der eigentliche Grund für die Proteste in Frankreich und anderswo? „Nein“, behaupten die Autoren eines äußerst lesenswerten Artikels in der „Zeit“. Diese Proteste seien lediglich ein Symptom für das Unbehagen der heterosexuellen Mehrheit über sich selbst, ihre Beziehungsrealitäten, veränderten Familienformen und Geschlechtsrollen:

Wieso löst der Streit um die Homo-Ehe nahezu gleichzeitig in drei großen, liberalen Demokratien des Westens eine derart erbitterte Debatte aus?

Mit ein bisschen Abstand betrachtet, ist das aus mindestens zwei Gründen erstaunlich. Weiterlesen

Die Lust am Krieg

15 Apr

Nachdem der französische Senat erwartungsgemäß der Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe nebst Adoptionsrecht zugestimmt hat, fangen die Gegner des Gesetzes an, ihre Contenance zu verlieren. Ein Symptom ist dabei die steigende Zahl homophober Gewalttaten, wie etwa an dem Niederländer Wilfred de Bruijn, der in Paris zusammengeschlagen wurde, weil er mit seinem Freund Arm in Arm spazieren gegangen ist.

Die Protagonisten der Opposition gegen die Homo-Ehe distanzieren sich zwar von dem Vorfall, doch wirken ihre Verlautbarungen reichlich hohl, zumal angesichts der Äußerungen, die das Aushängeschild des französischen Protestes gegen die Öffnung der Ehe und Adoption – eine Frau mit dem bezeichnenden Kunstnamen „Frigide Barjot“ – getätigt hat: Weiterlesen

Afrika kann sexy sein

9 Apr

Im südafrikanischen KwaDukuza haben sich Tshepo Cameron Modisane und Thoba Calvin Sithol das „Ja-Wort“ gegeben, in einer Zeremonie gemischt mit traditionellen Elementen der Zulu und der Tswana. Die gleichgeschlechtliche Ehe ist in Südafrika seit dem Jahr 2006 legal.

Vielleicht sollte ich auch auf diese Weise heiraten?

Recht versus Moral

27 Mrz

In der „taz“ habe ich einen sehr interessanten Kommentar, angesichts der neuerlichen Proteste in Frankreich gegen die Öffnung der Ehe entdeckt:

In Paris demonstrierte zu Füßen des Triumphbogens einmal mehr die ideologische und moralisierende Intoleranz. Es ist das Recht dieser Bürger, gegen Vorstellungen und Lebensformen zu protestieren, die ihnen nicht gefallen.

Selbstverständlich haben Bürger das gesetzliche Recht, „gegen Vorstellungen und Lebensformen zu protestieren, die ihnen nicht gefallen“. Aber haben sie auch das moralische Recht dazu? Wohl kaum! Es zeugt im Gegenteil von einer tief autoritären (wenn nicht totalitären) Einstellung, gegen „Vorstellungen und Lebensformen“ zu protestieren, zu denen man nicht gezwungen wird und die einen persönlich überhaupt nicht betreffen.

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