Tag Archives: Homosexualität ist nicht politisch

Lieber schwul als queer

25 Sep

Das Berliner Szenemagazin „Siegessäule“ beschäftigt sich in seiner Septemberausgabe mit dem angeblichen Umstand, dass sich immer weniger Schwulen und Lesben tatsächlich als schwul oder lesbisch identifizieren und sich statt dessen anderen Begrifflichkeiten bzw. Identitätskategorien zuwenden, vorzugsweise der Identitätskategorie „queer“, die für sich allerdings den Anspruch erhebt, eben keine Identitätskategorie zu sein, faktisch aber doch eine ist, weil sie sich ja von anderen Kategorien abgrenzt.

Das klingt kompliziert? Ja, das ist es auch. Und zwar so richtig. Denn auch nach mehrmaligem Lesen, bin ich immer noch nicht dahinter gekommen, wo genau denn das Problem an den Begriffen „lesbisch“ und „schwul“ sein soll. Ich verstehe es einfach nicht. So auch  nicht den 22jährigen Finn, der über sich erzählt: Weiterlesen

Das Private ist privat – Und das ist auch gut so

24 Sep

Früher war es mal so: Da war das Private nicht politisch.

So beginnt ein Kommentar von Stephan-Andreas Casdorff im Tagesspiegel, in dem er über irgendwas schreibt. Unwichtig. Wichtig ist dagegen der zitierte Satz. Denn der stimmt nicht. Im Gegenteil. Denn früher war das Private politisch. So politisch, dass das Privatleben über Gesetze reguliert und zuweilen bestraft wurde. Wie beim Paragrafen 175.

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Jeder hat das Recht auf Privatsphäre

10 Mai

Ich bin Kanzler der Deutschen, nicht Kanzler der Schwulen.

Dieses ihm zugeschriebene Zitat hat Altkanzler Schmidt in einem Leserbrief an die Welt unlängst dementiert. In einem Interview mit der Welt am Sonntag legt Schmidt jetzt eine Achtung vor dem Privatleben an den Tag, wie sie heutzutage selten ist: Weiterlesen

If you going to San Francisco… (be sure to ask, why this city is so much more productive)

7 Dez

Dass Klaus Wowereit so oft auf Reisen geht, muss man als Glücksfall für Berlin bezeichnen. Nicht nur wirbt er damit global für den Tourismusstandort Berlin, gleichzeitig jedoch bleibt der deutschen Hauptstadt seine Anwesenheit und somit ein mehr seiner Politik erspart. Denn eines sollte man auch angesichts des Hype um das „sexy“ Berlin nie vergessen: Berlin ist und bleibt das Schmuddelkind unter allen Hauptstädten entwickelter Länder; Berlin ist und bleibt eine Peinlichkeit unter den zivilisierten Metropolen dieser Erde. Die Wirtschaftskraft ist blamabel, die Cabriolet-Dichte gering, die Bürokratie uferlos, die Bildung grottenschlecht, die Zahl der von Staatsfürsorge abhängigen Menschen immens. Summa summarum ist es also ein Witz, dass ausgerechnet der Bürgermeister einer solchen Stadt um die Welt jettet, um irgendwelchen Zuhörern zu erklären, wie toll Berlin ist.

Man muss es wahrscheinlich so sehen wie es ist: Weiterlesen

Wir sind alle gut zu Vögeln

18 Sep

Wahlkämpfe sind entweder langweilig oder peinlich. Selten, ganz selten, schaffen es Parteien, konstruktiv die Problemlagen eines Landes zu benennen, denn meistens kommt es eh nur zu einem Wettstreit, wer den Bürgern am glaubhaftesten verspricht, ihr Geld möglichst vorteilhaft umzuverteilen.

In Schleswig-Holstein können wir gerade Wahlkampf der besonders dummen Art erleben. Protagonist ist dabei ein gewisser Volker Lindenau von der Linken; der (vordergründige) Adressat heißt Guido Westerwelle, allseits bekannter parteiliberaler Störenfried des geheiligten sozialen Friedens in der Bundesrepublik.

Alles begann mit einem Flugblatt: Weiterlesen

Schwul ist ihm nicht schwul genug

2 Sep

Elmar Kraushaar, seines Zeichens Berufsschwuler der „taz“, hat wieder mal was zu meckern. Dieses Mal geht es um schwule Politiker, die – grande catastrophe – nicht schwul genug sind, um den Beifall des Herrn Kraushaar würdig zu sein:

…zwei bei der Oberbürgermeisterwahl in Köln, einer im Kompetenzteam von Frank-Walter Steinmeier, und gleich acht hat das Homo-Magazin Männer ausgemacht, die in den Bundestag gewählt werden wollen, um sich dort zu den anderen acht zu gesellen, die bereits einen Abgeordnetensitz erobert haben.

Ein bunter Reigen von Politschwestern also, allerdings mit dem klitzekleinen Wehrmutstropfen, dass niemand von ihnen bereit ist, den Direktiven von Kraushaar zu folgen und  jeden Tag von seiner Homosexualität zu reden und „Schwulenpolitik“ zu betreiben. Weiterlesen

Radikalität ist so was von schwul – Warum die „Generation Stonewall“ langsam in die Jahre kommt

29 Jun

Dass die schwul-lesbische „Community“ in diesem Jahr den vierzigsten Jahrestag des Stonewall-Aufstandes begeht, sorgt natürlich nicht überall für Feierlaune. Von nicht wenigen altgedienten „Aktivisten“ bekommt die heutige Generation Homos gerade anlässlich des Jubiläumsjahres vorgehalten, sie sei zu unpolitisch, zu träge, zu angepasst, zu konformistisch, zu „heteronormativ“. Wir damals, so tönt es der jungen schwulen Generation entgegnen, wir wollten noch die Welt aus den Angeln heben, aber alles was ihr wollt, ist heiraten um dann  fröhlich mit Ehemann, Kind und Schäferhund im abbezahlten Reihenhaus bei Kaffe und Kuchen die neuesten Aktienkurse zu studieren.

Eine berechtigte Kritik? Mitnichten! Denn wozu sind Revolutionen gut, die nicht irgendwann einmal ein Ende haben? Nur weil die „Generation Stonewall“ langsam aber sicher in die Jahre kommt und die Erinnerungen an ihre Heldentaten sich in das realistische Gefüge schwuler Realität im Jahr 2009 einzufügen beginnen, muss man der jüngeren Generation doch nicht gleich Desinteresse unterstellen.

Ausgerechnet Peter Tatchell, der im Allgemeinen als ganz vernünftiger Schwulenrechter einzuordnen ist, wirft der heutigen Schwulenbewegung vor, ihre Radikalität eingebüßt zu haben, eine Klage, die genauso enervierend daherkommt, wie sie ist: Weiterlesen

In rosa Stahlgewittern

1 Mrz

Die taz wird 30, die siegessäule 25 und nicht mal Praunheim hält endlich die Klappe:

Wer wie Kerkeling und Biolek berühmt ist und zu einer Gruppe gehört, die diskriminiert, gemobbt und verprügelt wird, hat kein Privatleben im herkömmlichen Sinn. Sein Privatleben ist immer politisch. Er darf keine Angst vor dem Karriereknick haben und sich anpassen. Er hat die Pflicht, an die Öffentlichkeit zu gehen.

So weit, so bekannt, so unsympathisch. Auch seine Jugenderinnerungen sind wenig appetitlich:

Als Jugendlicher wollte ich unbedingt einmal der britischen Königin Elizabeth II. ins Bein beißen.

Nachdem er den Vorwurf, ein Selbstdarsteller zu sein, zurückgewiesen hat, dementiert er sich im Folgenden selbst. Weiterlesen

Gib uns Tiernamen, Detlev!

27 Feb

Wenn Linke ihren Schwulenhass politisch korrekt formulieren, benutzen sie als Alibi gerne ihren Hass auf alles Bürgerliche. Was böte sich da besser an als der aktuelle Streit um die Kölner CSD-Charta? An der Hatz auf die schwulen Spießer beteiligt sich jetzt auch die Neue Rheinische Zeitung. Unter dem vielsagenden Titel „Schwule Anstandswauwaus“ – wenn man Schwule schon nicht mehr als die Säue bezeichnen kann, für die man sie hält, dann wenigstens als Hunde – dekliniert ein Hans Detlev v. Kirchbach dort durch, wofür Schwule in den Augen von Linken seiner Provenienz auf der Welt sind. Dabei gerät ihm jedoch einiges durcheinander und so erklärt er das hier zum Anliegen des KLuST: Weiterlesen

50 Jahre kubanische Revolution sind 50 Jahre Desinformation

5 Jan

Desinformation. Wie sonst könnte man die andauernde, ja steigende Begeisterung der Jugend für Che Guevara  erklären? Natürlich sind genug Jugendliche darunter, die nicht zwei zusammenhängende Sätze über den Che formulieren könnten. Tatsache ist aber doch, dass Guevara längst zur Pop-Ikone geworden ist. Würde dasselbe mit Hitler passieren, wären viele zu Recht empört. Warum sind sie das nicht auch bei Guevara? Besonders menschenfreundlich war er nämlich nicht.

Ich selber fand Guevara als Jugendlicher cool, sexy, revolutionär. Doch was wußte ich tatsächlich über ihn? So gut wie nichts. Es gab diesen Satz, den wir uns auf die Schultaschen schrieben, der von ihm sein soll: „Wir müssen härter werden, ohne unsere Zärtlichkeit zu verlieren“. Doch wie sah die Praxis des Che Guevara aus? Eine Antwort findet sich in „Traumpfade der Weltrevolution. Das Guevara-Projekt“ von Gerd Koenen, das ich über die Weihnachtstage gelesen habe.

Als erstes fielen mir die Begriffe ins Auge mit denen der Che und seine Genossen all die belegten, die zu Feinden erklärt wurden. „Schädlinge“ waren sie und konsequenterweise sollten sie „ausgelöscht“ werden. Weiterlesen

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