Tag Archives: Homosexualität ist nicht veränderbar

DGPPN zu Konversionstherapien bei Homosexualität

9 Jul

Zum Thema „Konversionstherapien“ aka „reparative Therapien“ für Homosexuelle ist im Grunde alles gesagt. Aktuell gibt es dazu eine Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde, die die Problematik noch einmal gut zusammenfasst: Weiterlesen

Die letzten Aufrechten

26 Jun

Nach der Auflösung von Exodus International war ich gespannt, wie Wüstenstrom und das DIJG sich dazu äußern würden. Schließlich war man im selben Bereich tätig und könnte das Scheitern von Exodus als Bedrohung der eigenen Tätigkeit wahrnehmen, nach dem Motto, erst gehen die, dann wir. Doch Hoffmann und Vonholdt schaffen eine bemerkenswerte Volte. Das beginnt noch im redaktionellen Teil des Spektrum-Artikels, wenn es heißt, beide Organisationen stünden

nicht in Verbindung mit Exodus International.

Und weil das noch nicht genug Distanzierung scheint, lässt man obendrein erklären: Weiterlesen

Über das Recht, in Ruhe gelassen zu werden

23 Mai

Im aktuellen Heft von ideaSpektrum verwechselt Helmut Matthies Ansicht und Orientierung. Ein Versehen wird das nicht sein:

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen im Bundestag, Volker Beck, setzt sich vehement dafür ein, dass Angebote verboten werden, die minderjährigen Homosexuellen helfen wollen, ihre sexuelle Orientierung zu verändern. Der Mensch soll sich also nicht verändern. Zumindest sexuell.

Die Begründung von Beck und anderen lautet natürlich nicht, der Mensch solle sich nicht verändern. Zur Begründung wird vielmehr auf  das erhebliche gesundheitliche Risiko verwiesen, das mit derartigen Angeboten verbunden sei. Weiterlesen

Über die Verwechslung von selbstbestimmter Sexualität mit Vergewaltigung

25 Jun

Eine von der Stadt Gießen und „pro familia“ gemeinsam ins Leben gerufene Kampagne will erreichen

dass jeder Mensch sein Grundrecht wahrnehmen kann, seine sexuelle Orientierung und seine sexuellen Beziehungen frei zu wählen und sein Leben entsprechend zu gestalten.

Das ist zwar ein wenig albern und Wasser auf die Mühlen der evangelikalen Sauertöpfe, die ja tatsächlich an die freie Wahl von sexuellen Orientierungen zu glauben scheinen und daher auch immer wieder Schwulen und Lesben nahelegen, sich für die Heterosexualität zu entscheiden. Doch das ist einfach nur dekonstruktivistischer Bullshit. Ebenso wenig wie ich mir meine Hautfarbe auswählen kann, ist es möglich, die sexuelle Orientierung frei zu wählen. Sinnvoller hätte man in Gießen das Recht postuliert, seine sexuelle Orientierung frei zu leben. Aber im Großen und Ganzen argumentiert man seitens der Kampagne mit dem Namen „Liebe wie du willst“ durchaus vernünftig: Weiterlesen

Quacksalber ohne Grenzen

1 Jun

Katholiken sind eigentlich nicht dafür bekannt, Homosexualität therapieren zu wollen, weil die katholische Lehre in der gleichgeschlechtlichen Liebe eine Veranlagung sieht, deren Ausleben zwar sündhaft, aber nicht veränderbar sei. Natürlich gibt es auch Katholiken, die sich nicht an den Katechismus Roms halten; Katholiken, die rumhuren, Verhütungsmittel benutzen und eben Homosexualität heilen wollen.

Letzteres will z. B. der „Bund Katholischer Ärzte„, deren Quacksalberei, sich in sage und schreibe drei Ansätzen ihrer Arbeit zeigt: Weiterlesen

Christl Vonholdts postmoderne Halluzinationen

23 Feb

Christl Vonholdt vom DIJG, zugehörig der Offensive Junger Christen, ist regelmäßigen Lesern dieses Blogs zur Genüge bekannt, ein ausgiebiger Verriss ihrer Ideologie findet sich bspw. hier. In ideaSpektrum 07/2010 begründet Vonholdt jetzt – für ihre Verhältnisse schon beinahe originell -, warum sie die Ergänzung von Artikel 3, Absatz 3 des Grundgesetzes um das Merkmal der sexuellen Identität ablehnt: Weiterlesen

Das Wort zum Sonntag (Estomihi)

13 Feb

„Krieg dem Krieg“ lautete einst eine Parole von Antimilitaristen. Jetzt hat ein britischer Journalist die Parole wieder aktiviert und bläst zum Sturm gegen die Konversionstherapien mit ihren unmenschlichen Folgen. Der Ex-Gay-Observer hat einen Bericht des Guardian dazu übersetzt.

Patrick Strudwick hatte sich undercover zur „Behandlung“ seiner Homosexualität in die Hände von vermeintlichen Fachkräften begegeben. Sein Resümee:

Die Psychotherapeutin erzählte mir, ich sei sexuell von einem Familienangehörigen missbraucht worden (was ich nie wurde). Der Psychiater versuchte während einer „Sitzung“, mich sexuell zu erregen. Dieser behauptete auch, er habe seine eigene Sexualität „gelöst“, während er gleichzeitig zugab, sich immer noch mittels schwuler Pornographie selbstzubefriedigen. Noch skandalöser war wohl noch die Entdeckung, dass die Krankenkasse manchmal solche Behandlungen versehentlich finanziert.

Strudwick über die Resonanz auf seine Independent-Veröffentlichung:

Zahlreiche ehemalige Opfer der Konversionstherapie haben mich angeschrieben, berichteten von den Jahren des Leidens, die sie während und nach der Behandlung ertragen mussten – manche von ihnen wurden von ihren Familien dazu hineingezwungen. Therapeuten schrieben mir in ohnmächtiger Frustration, wie sie am Ende den psychologischen Scherbenhaufen zusammenkehren mussten, den die Umpolungstherapeuten hinterließen.

Auch wenn Strudwick Journalist ist, will er es nicht bei der Berichterstattung über die Machenschaften der Umpoler belassen: Weiterlesen

Wüste Wortverdreher

5 Sep

Es ist schon bemerkenswert: Sobald Wüstenstrom sich öffentlich äußert, wird in der Erklärung gelogen und verdreht. Dieses Mal muss Volker Beck dran glauben:

Zum ersten Mal hat Volker Beck, menschenrechtspolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen im Bundestag, öffentlich zugegeben, dass auch homosexuell Empfindende ihre Sexualität mit psychischem Leiden verbinden können und dass Therapie für solche Personen zu einer Veränderung im Bereich der Sexualität führen kann.

„Zugegeben“, das klingt so, wie es klingen soll, als hätten sie ihn jetzt so weit. Dabei hat er etwas gesagt, was völlig banal ist und niemand bestreitet. Weiterlesen

Konversion – Ja bitte

7 Aug

Die von religiösen Fundamentalisten geforderte „reparative“ Therapie einer homosexuellen Orientierung ist nicht Erfolg versprechend und potenziell schädlich. Zu diesem Ergebnis kommt eine Task Force der American Psychological Association.

Die Meldung im Deutschen Ärzteblatt enthält für regelmäßige Leser dieses Blogs wenig Neues. Immerhin läßt sich das Übliche in Zukunft auf einem aktualisierten Stand argumentieren: Weiterlesen

Evangelisch undifferenziert

1 Aug

Die deutschen Linksparteien bauen aus machtpolitischen Gründen ein „Feindbild Evangelikale“ auf. Davon ist Hansjörg Hemminger, der Weltanschauungsbeauftragte der württembergischen Landeskirche, überzeugt, wie auf jesus.ch zu lesen ist:

Wer deswegen Radikale ermutige, den Evangelikalismus oder den Pietismus gesellschaftlich zu ächten, spiele das Spiel aus „Biedermann und die Brandstifter“: Die extremen Ränder des politischen Spektrums würden gestärkt.

meint Hemminger, der dabei übersieht, dass die Evangelikalen selber auch nicht gerade in der politischen Mitte der Gesellschaft anzutreffen sind.

Als Beispiele nennt Hemminger den Widerstand gegen das Jugendfestival Christival 2008 in Bremen sowie gegen den Internationalen Kongress für Psychotherapie und Seelsorge Ende Mai 2009 in Marburg.

Was zum Christival zu sagen war, steht zum Beispiel hier, über Marburg kann man hier noch einmal nachlesen.

Besonders dieser Kongress mit rund 1‘000 Teilnehmern sei Ziel heftiger Kritik der Lesben- und Schwulenbewegung an angeblichen „Homoheilern“ gewesen.

Was heißt hier „angebliche“ Homoheiler? Eben darum geht der Streit. Ein paar Christen schwingen sich zu der Behauptung auf, Christen dürften ihre homosexuelle Orientierung nicht ausleben. Dazu behaupten sie wider alle Realität, homosexuelle Orientierung sei willentlich veränderbar.

Gefördert wurde der Protest, so Hemminger, vom Parlamentarischen Geschäftsführer von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, Volker Beck.

Volker Beck ist Christ. Und als ein solcher hat er sich gegen die Hetze gewisser Evangelikaler gewandt. Öffentlich. Nichts ungewöhnliches in einer Demokratie, sollte man meinen. Er hat weder zur Gewalt aufgerufen, noch sie verteidigt. Wieso man damit die extremen Ränder des politischen Spektrums stärkt, das bleibt Hemmingers Geheimnis. Dabei ist Hemminger auch sonst für merkwürdige Erkenntnisse gut: Weiterlesen

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