Tag Archives: Individualismus

Fordern? Fördern? Frei sein?

8 Nov

Dr. Alexander Grau hat auf „Cuncti“ einen Beitrag über die Unterschiede zwischen Liberalen und Konservativen geschrieben. Dabei erwähnt er auch ein für dieses Blog relevantes Thema:

Besonders hübsch ist die konservative Melange aus kultureller Verklemmung und autoritären Reflexen bei dem Thema Homosexualität zu beobachten. Zwar trauert man in diesen Kreisen vermutlich nur hinter vorgehaltener Hand dem § 175 StGB hinterher, die Vorstellung aber, dass der Staat das Idealbild der heterosexuellen Klein- oder besser noch Großfamilie zu propagieren habe, ist in diesen Milieus immer noch fest verankert – wenn nicht schlimmeres. Für Liberale hingegen ist klar: Sexualität ist Privatsache. Wer, was, mit wem im Bett anstellt, ist für den Staat uninteressant. Es ist nicht Aufgabe des Staats, besondere sexuelle Vorlieben oder Lebensentwürfe zu fördern. Das gilt allerdings nicht nur für heterosexuelle Partnerschaften, sondern auch mit Blick auf ideologisch motivierte Forderungen sexueller Minderheiten.

Dem ist meines Erachtens durch und durch zuzustimmen. Die Frage ist bloß, was man unter Förderung von Lebensentwürfen und „ideologisch motivierte(n) Forderungen sexueller Minderheiten“ zu verstehen hat. Hier werden die Meinungen vermutlich auseinandergehen.

Kassandra

15 Okt

Trotz aller wohlklingenden Reden vom Recht auf individuelle Freiheit, sollte sich der Schwule einem immer bewusst sein: Ohne das Einverständnis der heterosexuellen Mehrheit, gibt es für ihn keine Freiheit.

Geschlecht ist keine Qualifikation

4 Apr

Das Oberste Gericht Australiens hat ein wegweisendes Urteil gesprochen:

Eine Pflicht, sich als Bürger zwischen zwei Geschlechtern entscheiden zu müssen, sei nicht in Ordnung. „Für die meisten rechtlichen Angelegenheiten ist das Geschlecht eines Individuums irrelevant“, begründete das Gericht nach Angaben des „Sunday Morning Herald“ seine Entscheidung.

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Freiheitsdrang

20 Aug

Meine Solidarität und Sympathie gilt denjenigen, die individuelle Freiheiten hochhalten und ausnutzen, auch und gerade in Oppostion zur Mehrheit – ob das in Kairo, Dresden, Tel Aviv oder Istanbul ist, ob das im Einsatz für die Pressefreiheit oder für die Freiheit, Sex zu haben mit wem man will, oder auch zu konsumieren was man will.

Felix Neumann: Nicht nur Rousseau

Mein Schwanz gehört mir! – Ein Jahr danach

9 Mai

Kein Thema hat mich im letzten Jahr so beschäftigt, wie die Debatte um frühkindliche Beschneidung bei Jungen. Beschäftigt? Sagen wir eher, geärgert. Ganze acht Beiträge hatte ich dazu  verfasst (1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8) und mit jedem hat sich mein Ärger gesteigert. Wo waren wir nur hingekommen? Es wurde tatsächlich darüber diskutiert, welchen Stellenwert eine Körperverletzung an unmündigen Kindern  im Verhältnis zu einem religiösen Brauch hat. Eine glasklare Sache eigentlich, sollte man meinen – aber nein! Die Religion hat mal wieder ihre Extrawurst bekommen, ihre gesellschaftliche Macht untermauert und ein unmoralisches Prinzip verteidigt.

Ein unmoralisches Prinzip? Ja, selbstverständlich! Was anderes als unmoralisch soll es sonst sein, einem unmündigen Kleinkind ohne Not ein Körperteil zu amputieren? Was gibt es da überhaupt zu diskutieren?

Die Entscheidung des Kölner Landgerichtes, der Stein des Anst0ßes zu Debatte, hat sich am 7. Mai zum ersten Mal gejährt. Anlässlich dieses Jahrestages hat das Blog „robins urban life stories“ einen fulminanten Beitrag verfasst, indem alle Argumente pro Beschneidung förmlich zerfetzt werden. Man erkennt die Wut hinter dem Beitrag, und es ist eine Wut, die ihre Berechtigung hat.

Man muss einfach wütend werden, angesichts der Tasache, dass in Deutschland nicht alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind, und dass die Geburt in eine Religionsgemeinschaft ausreicht, das Recht auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung mit Füßen treten zu dürfen.

Pfui, Individualität!

30 Dez

Tschüs, Madonna, kräht Anne Waak heute in der Welt. Diese habe nichts Neues zu erzählen und arbeite zusammen mit Musikern von gestern und vorgestern. Ihr Fazit: Madonna solle

bitte, bitte, bitte keine Musik mehr machen. Weiterlesen

Das Private ist privat – Und das ist auch gut so

24 Sep

Früher war es mal so: Da war das Private nicht politisch.

So beginnt ein Kommentar von Stephan-Andreas Casdorff im Tagesspiegel, in dem er über irgendwas schreibt. Unwichtig. Wichtig ist dagegen der zitierte Satz. Denn der stimmt nicht. Im Gegenteil. Denn früher war das Private politisch. So politisch, dass das Privatleben über Gesetze reguliert und zuweilen bestraft wurde. Wie beim Paragrafen 175.

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Jeder hat das Recht auf Privatsphäre

10 Mai

Ich bin Kanzler der Deutschen, nicht Kanzler der Schwulen.

Dieses ihm zugeschriebene Zitat hat Altkanzler Schmidt in einem Leserbrief an die Welt unlängst dementiert. In einem Interview mit der Welt am Sonntag legt Schmidt jetzt eine Achtung vor dem Privatleben an den Tag, wie sie heutzutage selten ist: Weiterlesen

Rio Reiser, Bruder im Herrn

15 Feb

Mit der Erwähnung von Rio Reisers Homosexualität lockt man heutzutage keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor. Wenn ich allerdings andeute, Rio könnte Christ gewesen sein, ernte ich in der Regel Irritation, interessanterweise unabhängig davon, ob es sich bei meinem Gesprächspartner um einen Christen, einen Linken oder einen Schwulen handelt. Am wenigsten Skepsis scheinen libertäre schwule Christen in dieser Frage aufzuweisen. Gestern nun war ich im Schwulen Museum in Berlin in der Rio-Reiser-Ausstellung. Ich versprach mir davon auch eine Antwort auf die Frage, ob Rio nun Christ war. Wobei schon der Text von „Der Traum ist aus“ in dieser Hinsicht keine Fragen offen lässt: Weiterlesen

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