Tag Archives: Iran

Sag mir wer Dein Freund ist und ich sag Dir wer Du bist

16 Apr

Dem SPIEGEL war sein vor drei Jahren geführtes Interview mit dem kriminellen Vollpfosten Ahmadinedschad noch nicht peinlich genug. Deshalb muss in dieser Woche nachgelegt und in der guten alten Tradition des interkulturellen Dialogs, für gegenseitigen Respekt geworben werden. Das Interview zu analysieren wäre eine ebenso große Zeitverschwendung wie der Versuch, aus den Parteitagen der SED etwas Substanzielles herausfiltern zu wollen.

Eines jedoch macht Ahmedinedschad unmissverständlich klar: wie blöd Deutschland eigentlich ist, denn Weiterlesen

Kundgebung: Freiheit statt Islamische Republik!

28 Mär

Am 1. April findet in Berlin unter dem Motto „Für einen säkularen und demokratischen Iran – Gegen jegliche Unterstützung für das iranische Regime“ ab 17 Uhr eine Kundgebung am Hackeschen Markt statt. Bereits ab 11 Uhr gibt es einen Infostand mit Filmen zum Iran auf Großbildschirm. GayWest unterstützt den Aufruf, in dem es heißt:

Am 1. April 1979 wurde im Iran die „Islamische Republik“ ausgerufen. Das einzige, was es zu diesem Jubiläum zu feiern gibt, sind 30 Jahre Widerstand gegen dieses menschenverachtende Regime. 30 Jahre „Islamischen Republik Iran“ bedeuten 30 Jahre Unterdrückung  und Terror: Verfolgung von nationalen und religiösen Minderheiten, von Homosexuellen, von Frauen, von Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern sowie von Oppositionellen. Die öffentlichen Hinrichtungen von Menschen wegen angeblicher sexueller Verfehlungen oder wegen ihrer geschlechtlichen Orientierung sprechen allen Menschenrechtsprinzipien Hohn.

Der ganze Aufruf


Da Sie nicht schwul genug aussehen, kann Ihrem Asylantrag nicht stattgegeben werden

14 Mär

Unterstützung für einen schwulen Iraner, dem die Abschiebung aus Deutschland droht, mit Musterbrief an Schäuble und Zypries sowie ausführliche Informationen hier.

Krass finde ich das Argument des Richters für die Ablehnung des Asylantrags: Der Antragsteller sehe nicht schwul aus und könne es daher auch nicht sein. Wie war das noch mit Vorurteilen, die man sich selbst ständig bestätigt? Nicht immer allerdings können ihre Auswirkungen bis zum Tod führen. Wenn sie in diesem Fall wenigstens zum Arbeitsplatzverlust des Richters führten, wären wir einen Schritt weiter.

Queer-Theorie made in Iran

26 Jan

Eine neue Studie offenbart, dass der Iran in Sachen Homosexualität weitaus progressiver ist, als wir bislang vermutet haben:

Eine iranische Soziologin hat auf einer Konferenz über das Familienleben eine Studie veröffentlicht, nachdem 16 Prozent der männlichen Iraner homosexuelle Erlebnisse hatten.

Parvaneh Abdul Maleki erklärte nach Angaben der International Gay and Lesbian Human Rights Commission ferner, dass sogar 24 Prozent der iranischen Frauen mindestens ein lesbisches Erlebnis hinter sich hätten. 73 Prozent der Männer und 26 Prozent der Frauen gaben an, dass sie onanieren bzw. masturbieren würden.

Doch diese paradiesischen Zeiten fröhlichen Herumfickens werden auch im Iran bald vorbei sein. Denn der böse schwule Westen steht schon vor der Tür, um das Konstrukt „Homosexualität“ auch dort zu verbreiten, wo es dies bislang gar nicht gegeben hat. Und dann werden nicht mehr soviele Menschen einfach so und ganz zwanglos gleichgeschlechtliche Kontakte genießen dürfen. Nein, sie werden sich statt dessen als „schwul“ und „lesbisch“ bezeichnen müssen. Schlimm, schlimm! Ist es das alles wirklich wert?

Pragmatisch homophob

25 Okt

Auf den ersten Blick ist es ein Paradox: Im Iran ist Homosexualität unter Androhung rigider Strafen verboten, während das Gesetz Transsexualität duldet. Menschen, die sich im falschen Körper glauben, ist es deshalb unter strengen Auflagen möglich, sich einer geschlechtsangleichenden Operation zu unterziehen. In Teheran gibt es einen Arzt und eine Klinik, die sich auf solche Eingriffe spezialisiert haben. Selbst die als sehr schwierig geltende Frau-zu-Mann-Umwandlung gehört zu ihrem Repertoire.

So der Standard über einen Dokumentarfilm Be like Others. Doch, wie gesagt, das Paradox ist nur dann eines, wenn man Homo- und Transsexualität gleichsetzt:

Denn nur wenige der von [Regisseur] Eshaghian Porträtierten sind im klassischen Sinne transsexuell; die meisten sind schwul oder lesbisch und verzweifelt darüber, dass sie eben dies nicht sein dürfen.

Womit klar wäre, dass der Pragmatismus des Iran beim Umgang mit Geschlechtsumwandlungen, lediglich ein weiterer Ausdruck ihrer barbarischen Homophobie ist und nur dazu dient, heteronormative Geschlechterstereotype aufrechtzuerhalten.

People are not the major problem, it’s the government

27 Sept

“We don’t exist!” – An Interview with Farhang, Gay Blogger and Activist from Tehran auf The Human Rights Revolution Platform

Islamophobie und andere Verstöße gegen die islamische Moral

12 Sept

Vor einer guten Woche meldete queer.de, der LSVD mobilisiere jetzt auch „gegen Islamophobie“. Gemeint war der für den 20. September in Köln geplante Protest gegen einen „Anti-Islamisierungskongress“. Angesichts der Veranstalter und ihrer Gäste ist der Protest dagegen sicherlich berechtigt:

Zu dem „Kongress“ hat die rechtspopulistische Partei „pro Köln“ eingeladen, die übrigens auch schon durch homofeindliche Statements und eine (abgesagte) Demo gegen den CSD auffiel. Eingeladen sind rechtsextreme Politiker aus ganz Europa: Jean-Marie Le Pen, Vorsitzender der französischen Front National, der belgische Vlaams-Belang-Fraktionschef Filip Dewinter, die FPÖ-Funktionäre Andreas Mölzer, Harald Vilimsky und Heinz-Christian Strache sowie der aus der Union ausgeschlossene Bundestagsabgeordnete Henry Nitzsche.

Wie üblich desinformativ bei solchen Protesten ist jedoch die dabei verwendete Terminologie. Weiterlesen

Der Iran ist die Vorhut der Arbeiterklasse

31 Jul

Wenn der Trottel aus Teheran spricht, bekommen antiimperialistische Linke, antiwestliche Intellektuelle und kulturkonservative Reaktionäre jeglicher Couleur gleichermaßen feuchte Höschen. Doch was genau macht den Iran eigentlich so sexy? Sicher, Antisemiten finden das Land toll, weil dieses sich den Antizionismus ganz oben auf die politische Agenda gesetzt hat. Frauenfeinde sind begeistert davon, dass das weibliche Geschlecht auf den Status einer minderwertigen reproduktiven Maschine reduziert ist. Schwulenhassern geht einer ab, wenn die nicht existenten Homosexellen des Landes an Baukränen baumeln. Kulturkonservative begeistern sich für die traditionellen Werte des Landes. Und die gute alte Linke? Berauscht sich an Sätzen wie diesen:

Iran’s president is blaming the United States and other “`big powers” for AIDS, nuclear proliferation, and other global ills, and accusing them of exploiting the United Nations and other organizations for their own gain and the developing world’s loss. […]

“The big powers are going down,” Ahmadinejad told foreign ministers of the Non-Aligned Movement meeting in Tehran. “They have come to the end of their power, and the world is on the verge of entering a new, promising era.” […]

“The rich and powerful countries continue to exercise an inordinate influence in determining the nature and direction of international relations, including economic and trade relations, as well as rules governing these relations, many of which are at the expense of developing countries,”

Und solch antiwestliche Rhetorik entschuldigt alles andere. Denn wenn es um den Kampf gegen den Ami geht, müssen Frauen, Homos und andere „Nebenwidersprüche“ eben ein wenig zurückstecken. Zumal in unseren Gesellschaften kapitalistischer Verwertungslogik, wo BH und Homo-Ehe weitaus repressiver sind als alles, was man im Iran zu erleiden hat…

Für das Recht auf 175?

28 Jul

Tayyeb Karimi und Yazdan droht die Hinrichtung durch einen „Stoß aus großer Höhe“ oder von einer „Klippe“ (partab az bolandi). Man befand sie der Entführung, Vergewaltigung und des Diebstahls für schuldig, und ein Richter in Shiraz, in der Provinz Fars im Süden des Iran verurteilte sie im Mai 2007 zum Tode.

lese ich im neuen Newsletter von MERSI (Menschenrechte und Sexuelle Identität). Weiter heißt es:

Die sechs Männer waren angeklagt, zwei junge Männer aus der Stadt Arsanjan im Osten von Shiraz entführt zu haben, die sie dann drangsalierten und beraubten, ehe sie sie dem Vernehmen nach auch vergewaltigten .

An dieser Stelle frage ich mich, weshalb sich mit diesem Fall ein Verein beschäftigt, der sich mit „Menschenrechten und sexueller Identität“ beschäftigt. Um welches Menschenrecht von Schwulen geht es hier? Um das Recht auf Vergewaltigung? Weiterlesen

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