Tag Archives: Jan Feddersen

Weniger müssen müssen

25 Okt

„Nein fürs Leben“ – Unter diesem grammatikalisch leicht verunglückten Titel findet sich in „Christ und Welt“, ehemals christlich-konservative Wochenzeitung, die mittlerweile der ZEIT beiliegt, ein kurioser Artikel zum Thema „Homo-Ehe“.

Lasse will nicht von Familienministerin Schröder beglückt werden.

weshalb er vermeldet:

Es sollten eben nicht alle müssen, was Kristina Schröder will.

Dass es Schröder darum geht, Benachteiligungen von Homosexuellen gegenüber Heterosexuellen abzubauen und nicht darum, dass alle Menschen heiraten, wird in dem Text nicht deutlich. Tatsächlich scheinen Menschen der Ansicht zu sein, dass es sinnvoll ist, Benachteiligungen für ihresgleichen aufrechtzuerhalten: Weiterlesen

Outing: Mist

18 Jul

Schwule – oder die, die man dafür hält – gegen ihren Willen zu outen, wie es der Berufsschwule Kraushaar am 10.7. oder Jan Feddersen wenige Tage später in der taz mit dem Bundesumweltminister getan haben, gilt unter Linken deshalb als voll ok, weil Schwule kein Recht auf Privatsphäre haben. So z. B. Micha Schulze auf queer.de: Weiterlesen

Normal, na und?

23 Nov

Neue Studien zum Thema „Homosexuelle Männer in der frühen Bundesrepublik“ verspricht der Band „Ohnmacht und Aufbegehren“. Enthalten ist ein Einblick in die „Homophilenbewegung“ der 1950er Jahre, die vor den späteren studentisch geprägten Aktivisten keine Gnade fand:

Die Studenten nahmen jene bürgerlichen Intellektuellen, die Humanitätsappelle an Regierung und Öffentlichkeit richteten und kaum selbst zu sagen wagten, dass sie in eigener Sache sprachen, kaum ernst. (…) Sie machten ihr „Schwulsein“ öffentlich und zum Programm.

Spannend finde ich, dass Praunheims 1971 geäußerte Kritik an der schwulen Subkultur zuvor längst von Vertretern der „Homophilenbewegung“ formuliert worden war, die sich ebenso an Promiskuität und Anonymität der Szene gestört hatten. Bemerkenswert auch der Verweis auf

nationalstaatliche Besonderheiten. Die Homosexuellenpolitik der frühen Bundesrepublik übertrifft mit ihrer forcierten staatlichen Unterdrückung und Verfolgung von Homosexuellen bei weitem ihre europäisch-nordatlantischen Bündnispartner und Nachbarn. In keinem anderen Land war die staatliche Verfolgung homosexueller Männer durch Polizei und Justiz so intensiv, waren die Verurteilungszahlen so hoch wie in der Bundesrepublik.

Warum das so war? Weiterlesen

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