Tag Archives: Libanon

Free Soukaina!

6 Nov

Eine 19jährige Deutsch-Libanesin wird von ihrem Ehemann gegen ihren Willen im Libanon festgehalten, wohin sie zu einem Familienurlaub gereist war. Der Ehemann weilt unterdessen mit dem Pass der Frau in Berlin.

Wie alles anfing: Weiterlesen

Zwischen Beirut und Istanbul

20 Jul

Ein ziemlich interessantes Interview der „Jungle World“ mit Ali Erol, von der Schwulen- und Lesbenorga­nisation Kaos GL aus Ankara, Türkei, und ­Joelle, von der Gruppe Meem, einer Organisation „nicht-heterosexueller“ Frauen aus Beirut, Libanon:

Wir sind keine Opfer. Mit der Frage der Sichtbarkeit müssen wir allerdings vorsichtig umgehen. Denn sichtbar zu sein, bedeutet auch, verletzlich zu sein. Wir müssen uns zuerst in unseren Strukturen stärken und dafür sorgen, dass wir uns schützen können. Was den CSD angeht und die Frage, ob er mehr eine Party oder eine politische Demonstration ist, kann ich nur sagen: Wenn wir einen hätten, wäre er politischer. Wir dürfen nicht dieselben Stereotypen verbreiten, die in der heterosexuellen Mehrheitsgesellschaft gelten, wonach Homosexuelle immer mit Sex und Exzess in Verbindung gebracht werden. Und um ­Toleranz im Sinne von »geduldet werden« soll es beim CSD nicht gehen.

Déjà vu in Beirut

5 Mrz

Obwohl im gesellschaftlich zerrissenen Libanon eine kleine Homo-Szene blüht, darf man sich als Schwuler dort nicht allzu sicher fühlen. Denn die Polizei des Landes verschwendet gewaltige Ressourcen in ihrer Dämlichkeit, erwachsene Menschen vom Geschlechtsverkehr abzuhalten. Nun ja, „Geschlechtsverkehr“ stimmt nicht ganz, der Casus Knacktus heißt nämlich „Penetration“:

Die libanesische Homo-Gruppe HELEM [h]at in der Hauptstadt Beirut eine Demonstration gegen Polizei-Willkür organisiert. […]

Libanon, das als tolerantester arabischer Staat gilt, verbietet derzeit in Paragraf 534 des Strafgesetzbuches „sexuelle Beziehungen gegen die Gesetze der Natur“. Schwule und Unverheiratete können mit bis zu einem Jahr Gefängnis rechnen – lesbische[r] Sex ist dagegen straffrei, weil keine Penetration stattfindet.

Was Antiwestler jedweder Coleur befürchten, scheint sich nun also auch im Libanon anzubahnen: eine Entwicklung hin zu Selbstbestimmung und individueller Freiheit.

Dunkin’ gays and lesbians

26 Aug

Schwule Libanesen heißen „Pussy“ und „Nana“, tragen Stilettos, Paillettenkleider und falsche Wimpern, weiß die Welt, die ausführlich über die Situation von Schwulen und Lesben in dem arabischen Land berichtet. Im Vergleich mit dem Rest der arabischen Welt scheinen die Zustände in Beirut geradezu paradiesisch:

„Sicher, die Leute kichern und machen blöde Witze“, meint Bassam. „Größere Probleme gibt es aber nicht.“ Nicht einmal die Sicherheitskräfte machen Schwierigkeiten: Die politische Lage in Beirut bleibt angespannt; die Abstände zwischen den Checkpoints sind kurz. Wenn „Pussy“ und „Nana“ den Soldaten ihre Papiere reichen, dann nicken die wortlos und winken sie durch.

Durchgewinkt werden in Beirut auch andere, die sonst in der arabischen Welt nichts zu lachen hätten:

Noch ist Beirut ein Fluchtpunkt der Freiheit in der islamischen Welt, der Kreative und Intellektuelle zu sich zieht. Auch Homosexuelle finden Nischen in Beirut, dem einzigen Ort im Nahen Osten, wo es eine lebhafte Schwulen- und Lesbenszene gibt.

Dem einzigen Ort im Nahen Osten? Was, bitte, ist mit Israel, mit Tel Aviv? Weiterlesen

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