Tag Archives: LSVD

In Vielfalt Fernsehen

21 Feb
Bundesländer für alle!

Bundesländer für alle!

Zuweilen hat man den Eindruck, die Bundesrepublik Deutschland ist kein Land, sondern ein Kasperletheater:

Gegen den geplanten neuen Staatsvertrag für das ZDF regt sich heftige Kritik seitens des Lesben- und Schwulenverbandes LSVD. Laut Vorstandsfrau Henny Engels sei der mit der Reform einhergehende Ausschluss von Schwulen und Lesben „unfassbar“.

Unfassbar finde ich es eher, dass es überhaupt Staatsverträge mit Medien gibt.

Das neue Regelwerk sieht vor, dass jedes Bundesland künftig in den Fernsehrat einen Vertreter einer gesellschaftlichen Gruppe entsendet. So übernimmt Hessen die “Migranten”, Rheinland-Pfalz schickt einen Vertreter der “Menschen mit Behinderung” und Sachsen-Anhalt einen für “Heimat und Brauchtum”. Damit soll der Sender nach Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts “staatsferner” gestaltet werden.

Soso, jedes Bundesland soll also demnächst eine bestimmte gesellschaftliche Gruppe in den Fernsehrat entsenden, um das ZDf „staatsferner“ zu gestalten. Wäre es diesem Ziel nicht förderlicher, man privatisert das ZDF und schafft Staatsverträge und Fernsehräte ab? Weiterlesen

Homo-Etatismus

19 Jul

Der LSVD hat heute die Antworten der von ihm angefragten Parteien auf seine Wahlprüfsteine zur Bundestagswahl veröffentlicht. Wie nicht anders zu erwarten, schneiden FDP und vor allem CDU/CSU eher schlecht ab, während die Grünen voll auf (LSVD-)Linie sind. Schaut man sich das Ganze näher an, wirkt das Ergebnis allerdings bald nicht mehr so eindeutig wie auf den ersten Blick:

Das liegt zum einen daran, dass die Wahlprüfsteine auf Fragen zur Gleichstellung von Lesben, Schwulen und Transgender beruhen, die allerdings nicht nur durch den Abbau von staatlichen Benachteiligungen erreicht werden soll,  sondern explizit auch durch das Verbot der Diskriminierung durch Privatleute oder Religionsgemeinschaften. Dies bezieht sich bspw. auf das Arbeitsrecht, die Vermietung von Immobilien, den Zutritt zu Veranstaltungen, etc. Bezüglich eines vom LSVD in diesem Zusammenhang geforderten Verbandsklagerechts im Rahmen des AGG erklärt die FDP in bester Tradition und in Respekt vor dem Individuum: Weiterlesen

Wen interessiert kreuz.net?

9 Okt

Die Internetseite kreuz.net hat es endlich geschafft Aufmerksamkeit zu erregen, mit einem genialen PR-Coup unter Mithilfe des LSVD:

Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland hat Strafanzeige gegen die Betreiber und Autoren des Internetportals „kreuz.net“ gestellt. Wie der Verband mitteilte, erstattete er wegen eines Artikels über den verstorbenen Komiker Dirk Bach bei der Staatsanwaltschaft Berlin Anzeige gegen Unbekannt wegen Volksverhetzung. In dem Artikel wurde Bach als „pervers“ bezeichnet.

Jeder der kreuz.net kennt, weiß, dass diese Seite eine Seite von und für Spinner ist, eine Seite für den Bodensatz der Gesellschaft. Diesen gab es schon immer. Und Dank des Internets haben nun auch derartige Subjekte Gelegenheit, sich auszutoben.

Lieber LSVD, „Volksverhetzung“ ist die Sprache der Schwachen und Geistlosen, und darauf mit der geballten Macht des Staates zu reagieren, erscheint mir töricht. Ignorieren und argmentieren ist besser als prozessieren. Denn man bedenke: des einen Volksverhetzung, ist des anderen Meinungsfreiheit.

Bereit zu demonstrieren

15 Sep

Noch eine Woche, dann landet das Oberhaupt der Katholischen Kirche in Berlin. Viel Protest wird ihm entgegenschlagen in einer Stadt, die weitgehend gottlos, evangelisch, links, grün und schwul ist. Und ich freue mich, ein kleiner Teil der Protestierenden sein zu dürfen. Es wird nach langer Zeit wieder eine Demo sein, die ich besuchen werde, weil ich mir ein Spektakel ohnegleichen verspreche. Immerhin werden sogar Wagennummern für den Protestzug verlost und eine Kundgebung wird es auch geben – und vermutlich wird man auch zum Flirten kommen.

Doch warum überhaupt die ganze Aufregung? Noch mal zur Erinnerung: Weiterlesen

Eine andere Sch(w)ulpolitik ist möglich

4 Sep

Das „Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit“ ist laut „Wikipedia“

eine 2010 in Köln gegründete deutsche Kleinpartei. Sie ist eine der ersten von Muslimen gegründete Parteien Deutschlands und beabsichtigt sich insbesondere für die Rechte von Migranten und ihre gesellschaftliche Integration in Deutschland einzusetzen.

Sich „für die Rechte von Migranten und ihre gesellschaftliche Integration in Deutschland einzusetzen“, ist natürlich eine schöne Umschreibung für die Tatsache, dass es vor allem darum geht, Interessenvertreter für Moslems zu sein, da dies schließlich die einzige Gruppe ist, deren „Integration“ in Deutschland – und anderswo – nennenswerte Probleme bereitet.

Ein Anliegen, welches dem BIG besonders am Herzen liegt, ist dabei die Schwulpolitik – äh, Verzeihung, gemeint ist natürlich, die Schulpolitik: Weiterlesen

Emanzipationsverwaltung

4 Aug

Nachdem ich vor zwei Tagen den Vorgang um das schwule Schützenpaar in Münster eher humorvoll abgehandelt habe – übrigens keineswegs in despektierlicher Absicht gegenüber den Betroffenen, sondern den ebensolchen Stil des SPON-Artikels aufgreifend -, hat sich gestern der LSVD mit einer Presseerklärung zu Wort gemeldet. Darin kritisiert der Verein den Versuch

die Zivilgesellschaft dem Primat der Religion unterzuordnen.

Das ist dann auch die vernünftigste Kritik, die man an dem Vorfall üben kann. Weiterlesen

Schwule und Moslems – Hand in Hand ins Paradies

5 Feb

Der Lesben und Schwulenverband in Deutschland (LSVD), der sich seit jeher Ausgrenzung und Diskriminierung auf die Fahnen geschrieben hat – was man schon alleine daran erkennt, dass er sich immer noch nicht Lesb_innen, Schwul_innen, Bisexuell_innen, Intersexuell_innen und Transidentität_innen-Verband in Deutschland (LSBITD) nennt – hat erneut ins Fettnäpfchen linker Nörgler getreten, ruft er doch für die rege Teilnahme einer Umfrage der Universität Kiel auf, die Norbert Blecht von der schwulen BILD-Zeitung „queer.de“, bereits als fundamental rassistisch entlarvt hat. Warum? Nun diese Umfrage, dies sich zum Ziel gesetzt hat „die Lebenswirklichkeit und die Diskriminierungserfahrungen von Lesben, Schwulen und Trans-Personen zu untersuchen“ (Zitat LSVD) wagt es doch tatsächlich auch Moslems mit einzubeziehen und zu suggerieren, auch diese könnten homophob sein.

Das geht natürlich gar nicht, denn wie wir alle wissen, sind Moslems im Allgemeinen und der Islam im Besonderen voll cool, hipp und geil, die beste Religion der Welt und über jeden Verdacht erhaben. Homophobe Moslems gibt es schlicht nicht, und etwas anderes zu behaupten ist neoliberal, rassistisch und zionistisch – mindestens.

Norbert Blech schreibt auf queer.de daher folgerichtig: Weiterlesen

Mission Aufklärung

22 Jul

Der LSVD hat ein Projekt zur Aufklärung über sogenannte Homoheiler ins Leben gerufen:

Auch in Deutschland machen sich evangelikale, fundamentalistische Organisationen breit, die behaupten, Homosexualität sei veränderbar oder therapierbar. Sie nutzen die Nöte von jungen Menschen und die christlichen Werte zur Verbreitung homophober Ideologien.

Mit dem Netzwerk „Mission Aufklärung“ will der LSVD aber nicht nur über die Machenschaften der vermeintlichen Homoheiler informieren:

Wir wollen auch Betroffenen, etwa homosexuellen Christen, die in die Fänge von „Umpolern“ geraten sind, Alternativen und Möglichkeiten des Ausstiegs aufzeigen.

Das Angebot findet Ihr hier.

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Du kommst hier net rein

10 Jul

In Berlin gibt es, wieder mal, Stürme im Wassergläschen, bezüglich der Türpolitik eines bestimmten privaten Clubs, der offenbar Menschen „asiatischer“ Herkunft den Zugang verweigert hat:

Grund: Das „Connection“ ist unter dieser Gruppe besonders populär. Man müsse daher für Abwechslung sorgen, wie der Club auf die E-Mail-Anfrage eines asiatischen Stammgastes erklärte – und ihm vorwarf, die nichtasiatischen Gäste zu vergraulen: „Leider kommen viele Gäste nicht, wenn zuviel Asiaten im Club sind“. Dem „Connection“ sei es dabei nur an „einer guten Mischung“ gelegen, zitiert die „Siegessäule“ DJ Andreas Iserloth.

Dabei ist die Sachlage, wieder mal, ganz einfach: Weiterlesen

Artikel 3 und der Sexismus der Homophobie

27 Nov

Das Grundgesetz bleibt vorerst so wie es ist. Das Projekt des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD), mit Unterstützung der Stadtstaaten, ein umfassendes Diskriminierungsverbot in den Artikel 3 des Grundgesetzes zu schreiben, ist erwartungsgemäß gescheitert. Warum erwartungsgemäß? Bereits Mai diesen Jahres schrieb ich zu diesem Vorhaben, dass das Grundgesetz

nur mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit durch Bundestag und Bundesrat geändert werde kann. Wieso das gehen soll, obwohl es nicht mal eine legislative Mehrheit gibt, Schwule und Lesben einfach per Gesetz gleichzustellen, verrät uns der LSVD nicht.

Und so ist es ja auch gekommen. Weiterlesen

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