Tag Archives: Mit Adrian in der großen Stadt

Wie grün und gelb ist Adrian?

6 Jun

Die Europawahl steht vor der Tür und zwei vorgeblich „liberale“ Parteien buhlen um meine Gunst: Grüne und FDP.

Vorneweg: Ich mag die Grünen nicht. Ich halte sie für eine realitätsferne, populistische, strukturkonservative, wissenschaftsfeindliche, esoterisch-fundamentalistische Partei, mit starkem Hang zur Volkserziehung, ideologischem Sendungsbewusstsein und antiliberalem Weltbild.

Was nun die FDP angeht, Weiterlesen

Deutsch, deutscher, Grundgesetz

28 Mai

Sonntag früh, mitten in der Nacht, fuhr ich nach unserem erfolgreich absolvierten Lesertreffen nach Hause. Wie üblich um diese Zeit war die Bahn knackevoll. Der große Vorteil von Alkohol innerhalb meines Organismus ist, dass ich Dinge, die mich sonst ärgern oder aufregen etwas gelassener sehe. So auch den lautstarken Disput, der sich in der Tram infolge der Feier des Grundgesetzes am Brandenburger Tor, entlud: Es ging darum, wer von zwei ebenfalls angetrunkenen Herren am deutschesten sei.

Die Einzelheiten sind mir entfallen, aber auf einmal wurde es laut und einer von den Patrioten fing an den anderen anzukeifen, dass er auch deutsch sei, worauf der andere zurückbrüllte, dass er noch deutscher sei, was wiederum den ersten veranlasste – Achtung, jetzt kommts! – eine Broschüre des Grundgesetzes, die er offensichtlich am Brandenburger Tor erstanden hatte, herauszuholen, und damit seinem Nebenbuhler vor dem Gesicht herumzuwedeln. Ein Grundgesetz!

Berlin ist einfach nur irre!

Regenbogen über Berlin

27 Mai

„God loves gay people. That’s why he made rainbows.“

Regenbogen über Berlin

Das Abendland geht nicht unter – und der Kommunismus wird auch nicht kommen

26 Apr

Schaut man sich die Diskussionen in den Berliner Medien um den heutigen Volksentscheid zum künftigen Status des Religionsunterrichtes in der Hauptstadt an, könnt man den Eindruck bekommen, in der Hauptstadt ging es an diesem Sonntag um nicht weniger als um die Rettung des Abendlandes vor einem radikalen Atheismus, bzw. die Abwehr religiös-fundamentalistischer Kreise aus den Südstaaten der USA.

An dieser Stelle scheint es geboten, die sprichwörtliche Kirche ins Dorf zurückzubringen: Ob nun Pro Reli gewinnt oder die Ethik-Leute den Sieg für sich verbuchen werden: Berlin wird weiter bestehen, genau so schön und hässlich, bunt und braun, vielfältig und einfältig, wie es bereits jetzt ist. Der Religionsunterricht wird aus der Stadt nicht ein zweites Mississippi machen und ein Schulfach Ethik nicht zu Kirchenstürmereien und Kommunismus führen. Letzteres wäre sowieso überflüssig, denn im Ostteil war der Kommunismus nie weg.

Nichts wird passieren! Die Touristen werden wie gehabt durch Mitte flanieren, die Zehlendorfer zum mageren Bruttosozialprodukt beitragen, die Marzahner auf die Straße spucken, die Kreuzberger Autos anzünden, die Prenzelberger den ÖPNV mit ihren Kinderwägen blockieren – und die Schwulen der Stadt? Werden so oder so verkloppt werden.

Alles wie gehabt also…

Von großen Schwänzen und männlicher Schönheit

19 Apr

Wann immer Adrian Zeit und Muße hat – und das geschieht noch relativ häufig, auch wenn er öfter so tut, als würde er in Arbeit versinken – geht er raus ins „Jrüne“, wie es der Berliner auf seine unnachahmlich treffende Weise zu sagen pflegt. Am Donnerstag war er im Berliner Tierpark, jenem oftmals unterschätzten östlichen Pendant des berühmten Zoos im Westen. Tiere kann ich gut leiden, und so weit ich das einschätzen kann, beruht das auch auf Gegenseitigkeit.

Das Faszinierende an den Viechern liegt u. a. in ihrer absoluten Schamlosigkeit was sexuelle Dinge angeht, einer Schamlosigkeit allerdings, von der es gut ist, dass sie die Menschheit nicht hat. Weiterlesen

Nackt im Axel

10 Mär

Die feindselige Konkurrenz zwischen den deutschen Schwulen-Metropolen Berlin und Köln hat zwar noch nicht ganz den Grad der Animositäten zwischen Köln und Düsseldorf erreicht, dennoch darf man als Berliner ja wohl noch darauf aufmerksam machen, dass es in der Hauptstadt – im Gegensatz zu Köln – keine „Benimmregeln“ für den CSD-Umzug, dafür aber demnächst ein Hotel speziell für Homos gibt.

Nein, nein, nicht irgendein x-beliebiges „gay-friendly“ Hotel, sondern ein echtes Hotel für Schwule. Was nun den Unterschied zwischen einem konventionellen und einem „Schwulen“ Hotel ausmacht, erfährt man auf der Homepage von „Axel-Hotels“. Abgesehen vom irritierenden Namen, scheint sich die Hotelkette von einem Edelbordell nicht zu unterscheiden, es sei denn natürlich, die abgebildeten nackten Männern gibt es gratis zum Aufenthalt dazu.

Unterwegs mit Pussiefickern

9 Mär

Das Berliner Nachtleben soll ja bekanntlich das Schrillste der Republik sein. Am Wochenende kulminiert das Ganze in einer Orgie des Hedonismus. Der Nahverkehr auf Schienen und Rädern fährt die ganze Nacht, der Alkohol fließt in Strömen, Restaurants, Bars, Theater, Kinos, Diskos, etc. sie alle laden ein zum fröhlichen Vergnügen.

Mittlerweile lebe ich lange genug in der Stadt um einen signifikanten Unterschied zwischen dem Nachtleben am Freitag- bzw. Samstagabend festzustellen. Wann immer ich mich vom gediegenen Schöneberg nach Hause begebe – sei es nun mit U-Bahn oder Bus – muss ich am Alexanderplatz umsteigen um mit der Tram weiter Richtung Sibirien zu fahren. Da ich nicht mehr ganz so jung bin wie früher – und außerdem gerne schlafe -, passiert das in der Regel so nach Mitternacht, dann also wenn es noch dunkel ist. Die Reise nach Hause verläuft dabei sehr unterschiedlich: Weiterlesen

Einladung zum Lesertreffen

9 Feb

Seit 2 1/2 Jahren mischen wir nun schon die schwule Blog-Szene auf. Zeit zum Feiern!

Deshalb laden wir alle Interessierten in die Hauptstadt ein.

Wann: 23. Mai 2009 ab 17 Uhr

Wo: Griechisches Restaurant „Nemesis“, Hauptstr. 154, 10827 Berlin-Schöneberg (U-Bahn Linie 7, Station: Kleistpark)

Anmeldungen an: gaywestweb@web.de

Ohne Anmeldung können wir keinen Sitzplatz garantieren!

Wir bedauern die Überschneidung mit dem zur selben Zeit stattfindenden Evangelischen Kirchentag in Bremen, sind jedoch überzeugt davon, dass sich die interessanteren Männer bei uns einfinden werden!

Becks Zehn-Punkte-Plan

24 Nov

Am Freitag habe ich mich beim Kongress der Grünen gegen Homophobie herumgetrieben, habe mir ein paar Diskussionen angehört und – am wichtigsten – mich auf Partei-, also Staatkosten, am Buffet verköstigt. Abgesehen vom Essen war die Veranstaltung recht bescheiden und der Output begrenzt, da bereits zum tausendsten Mal gehört. Hier das Ergebnis:

Beim ersten Überfliegen fallen einem keine Punkte ein, die es sich zu kritisieren lohnen würde, abgesehen davon, dass ich nicht verstehe, was das Fehlen einer Bundesrichterin in eingetragener Lebenspartnerschaft bzw. eines schwulen Industriekapitäns, mit Diskriminierung und Mobbing von Homos am Arbeitsplatz zu tun hat. Aber sei’s drum. Freuen wir uns, dass die Anliegen von Schwulen und Lesben so ernst genommen werden und zählen wir die Tage, bis zum nächsten Aktionsplan…

Willkommen in Berlin!

5 Nov

Berlin ist eine Reise wert: In Kreuzberg sollte man seinen Mercedes nicht mehr parken, weil es ziemlich schnell passieren kann, dass er von linken Revolutionären im Dienste der Arbeiterklasse angezündet wird. Busfahrer, die den Fahrschein kontrollieren wollen, werden schon mal handgreiflich darauf aufmerksam gemacht, dass Fahrscheine sozial deklassierend sind. Und Homos sollten es tunlichst unterlassen, in multikulturellen bzw. den SED/NPD-Vierteln am Stadtrand sich als solche erkennen zu geben, weil es dann schon mal vorkommen kann, dass sozial benachteiligte Jugendliche sich ob ihrer Heterosexualität diskriminiert fühlen und zuhauen. – Ja, Berlin ist toll und gäbe es nicht die vielen Touristen im Zentrum, würde die Stadt an ihrer eigenen Provinzialität und ihrem Mief ersticken.

Am Donnerstag vergangener Woche begab sich nun auch Polizeipräsident Dieter Glietsch in die Stadt, gemeinsam mit seiner Entourage an Leibwächtern. Und wie jeder Tourist kam man um eine Fahrt mit der U-Bahn nicht herum: Weiterlesen

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