Tag Archives: Monogamie

Wie humorlose Antikapitalisten durch verschärften Geständniszwang die Liebe optimieren wollen

7 Nov

Die auch unter Linken vieldiskutierte »Polyamorie« sieht vor, dass man mit Wissen und Einverständnis aller Beteiligten mehrere Liebesbeziehungen führen darf. Ist das damit die passende Beziehungsform für den Neoliberalismus?

Mit diesen Worten eröffnete Oliver Schott vor einigen Wochen einen Artikel in der Jungle World.

Damit ich Polyamorie betreffend auf dem neuesten Stand bin, habe ich mir  „Polyamory – Eine Erinnerung“ zugelegt. In schick-schrillem Design (pink auf schwarz) verspricht das Büchlein keine

Hierarchisierung von Liebesweisen, wie sie mit den meisten Veröffentlichungen zum Thema Polyamory Hand in Hand gehen.

Statt der Idealisierung des Neuen, Ungewohnten, Provokativen möchte man vielmehr

eine Variante der Möglichkeiten, Liebe zu leben, beschreiben und nicht bewerten.

Stellung – und zwar kulturkonservativ – beziehen Thomas Schroedter und Christina Vetter dabei trotz alledem. So beklagen sich die beiden über eine Gesellschaft,

in der Waren verkauft werden müssen, egal ob sie sinnvoll sind oder nicht,

wodurch

Stil, Romantik und Kulinarisches banalisiert

würden. Weiterlesen

Christl Vonholdts postmoderne Halluzinationen

23 Feb

Christl Vonholdt vom DIJG, zugehörig der Offensive Junger Christen, ist regelmäßigen Lesern dieses Blogs zur Genüge bekannt, ein ausgiebiger Verriss ihrer Ideologie findet sich bspw. hier. In ideaSpektrum 07/2010 begründet Vonholdt jetzt – für ihre Verhältnisse schon beinahe originell -, warum sie die Ergänzung von Artikel 3, Absatz 3 des Grundgesetzes um das Merkmal der sexuellen Identität ablehnt: Weiterlesen

Im Durchschnitt 3,6 feste Partnerschaften

14 Mai

In der Welt war am vergangenen Wochenende zu lesen:

Lebenslange Treue ist ein Ideal, das heute nicht mehr zu halten ist.

Die Begründung hierfür ist reichlich merkwürdig:

„Liebesaffären sind auch immer ein Lösungsversuch für Probleme“ sagt Professor Wolfgang Hantel-Quitmann (Liebesaffären“, Psychosozialverlag, Giessen). Es handelt sich häufig um Menschen, die bislang nicht gewohnt waren, miteinander zu reden, sich über ihre Wünsche, Ängste und Hoffnungen auszutauschen, oder die im gegenseitigen Idealisieren oder in Harmonie erstarrt waren.“ Diese Paare müssen nicht nur lernen, mehr zu kommunizieren, sondern auch, ihre Konfliktfähigkeit zu entwickeln.

Kommunikation wäre also eine Alternative zum Fremdgehen? Das scheint die Welt ihren Lesern weder zuzutrauen noch zumuten zu wollen: Weiterlesen

Was ist schwul?

14 Mai

Wenn ich neu in einem schwulen Zusammenhang auftauche, werde ich dort gelegentlich gefragt, unter welchem Namen ich denn bei Gayromeo angemeldet sei. Offenbar vor dem Hintergrund, vor dem einer meiner Mitbewohner Gayromeo als schwules Einwohnermeldeamt bezeichnet. Dumm nur, dass ich bei Gayromeo überhaupt nicht angemeldet bin.

Da ich am Freitag meinen neuen Personalausweis abhole und mich anläßlich dessen erinnerte, dass eine verspätete Beantragung desselben ganz schön teuer werden kann, frage ich mich gerade, was wohl die Strafe dafür  ist, sich nicht bei Gayromeo anzumelden. Vielleicht Ausschluß aus der Community? Macht nichts, da wäre ich in bester Gesellschaft. Oder in der Sauna niemand mehr zum Ficken abbekommen? Macht auch nichts, da geh ich gar nicht hin. Ich lebe nämlich, oh Graus – welch Ausbund an Heteronormativität! – in einer festen Beziehung. Monogam. Bin also eigentlich gar nicht schwul. Oder?

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