Tag Archives: New York

Wir machen Geschichte

27 Jul

Während im Bundesstaat New York Schwule und Lesben die Standesämter stürmen, um sich endlich legal das Ja-Wort geben zu können (so auch John Carroll und Michael Gallagher – sind die beiden nicht ein wunderschönes Paar?), kündigt sich an der Westküste ein neues Schlachtfeld an. In Kalifornien nämlich sollen künftig Schulbücher auch den Kampf der Homosexuellen um gleiche Rechte und ihre Anerkennung als Menschen thematisieren, ebenso, wie es mit der Bürgerrechtsbewegung der Schwarzen bereits getan wird.

Kaum verwunderlich allerdings, dass irgendwelche frustrierten Heteros in diesem Vorhaben, mal wieder den Untergang des Abendlandes heraufbeschwören, weil schließlich – wie jeder weiß – die Thematisierung schwul-lesbischer Geschichte dazu führen wird, dass es immer weniger Heterosexuelle gibt. Weiterlesen

Schwulitäten am Ground Zero

20 Aug

Die Absicht von Muslimen, in unmittelbarer Nähe des Ground Zero in New York City eine Moschee zu errichten, mag viele Amerikaner verärgern, klar ist jedoch, dass diese Moschee natürlich gebaut werden darf.

Noch besser finde ich allerdings die Idee des amerikanischen Journalisten Greg Gutfeld, neben der Moschee am Ground Zero eine Schwulenbar zu eröffnen.

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There is no Queen

12 Jun

Manchmal muss ich mich wundern:

Zwei homosexuelle Freunde sind von ihren Mitschülern zu Ballkönigin und Ballkönig des Abschlussjahrgangs einer Highschool im US-Staat New York gekürt worden. Festzulegen, wer König und wer Königin werden sollte, sei ihnen besonders schwer gefallen, sagten die Gewählten Charlie Ferrusi und Timmy Howard nach ihrem Erdrutschsieg am Samstag.

Was soll denn an dieser Entscheidung schwer sein? Sofern weder Charlie noch Timmy weiblich sind, ist keiner von beiden eine Königin. Denn genau das ist es doch was Homosexualität aus macht: Entweder es gibt zwei Königinnen oder zwei Könige, aber nicht sowohl König als auch Königin.

Warum also lassen sich zwei Schwule so was gefallen und übernehmen die Vorgaben der Gesellschaft, dass es in einer Beziehung keine zwei Könige geben kann?

Ja, man kann!

9 Apr

Der Schweizer Islamwissenschaftler Tariq Ramadan ist – gelinde gesagt – umstritten, so umstritten, dass ihm die USA sechs Jahre lang die Einreise verweigerten – warum auch immer. Am gestrigen Donnerstag sprach er nun in New York zum Thema Meinungsfreiheit. Und ehrlich gesagt, was er dort zum Besten gegeben hatte, damit kann man leben, wenn man auch nicht in jedem Punkt zustimmen mag. Zu unser aller Lieblingsthema hier, äußerte er sich wie folgt:

Der Frage aus dem Publikum, ob jemand nach Ansicht des Professors offen homosexuell und gleichzeitig gläubiger Muslim sein könne, wich Ramadan jedoch aus. «Ich bin nicht einverstanden mit dem, was Du machst, aber respektiere Dich als Menschen», antwortete Ramdan. Jede Person habe verschiedene Identitäten, letztlich sei der freie Wille entscheidend, welchen man folge.

Das ist als Antwort durchaus annehmbar, auch wenn man sich eine etwas überzeugenderes Statement gewünscht hat, z. B. dass es natürlich kein Problem ist, gläubiger Moslem und offen homosexuell zugleich zu sein.

Warum sollte es auch anders sein?

Islam heißt jetzt Islamoos

12 Jan

Was ist nur in New York los?

Das Metropolitan Museum of Art in New York will Kunstwerke mit Mohammed-Bildern nicht mehr zeigen.

Dabei kommen die inkriminierten Werke keineswegs von Ungläubigen:

Bei den Darstellungen des Propheten Mohammed handelt es sich Darstellungen aus der islamischen Welt. Zeichnungen und Kalligrafien, etwa von Mohammeds Himmelfahrt, zeigen, dass das Bilderverbot vor allem in Zentralasien keineswegs so dogmatisch gehandhabt wurde, wie von konservativen Muslimen heutzutage konstatiert wird.

An deren Erwartungen orientiert sich jetzt aber offensichtlich das Museum. Aber damit nicht genug:

Außerdem soll die Abteilung für „Islamische Kunst“ umbenannt werden.

Überlegungen, in Zukunft auch „die islamische Welt“ umzubennen, sind jüngsten Meldungen zufolge noch nicht abgeschlossen. Weiterlesen

Natur und Moral

9 Mai

Irgendwie kommt mir diese Argumentation in der „Welt“ bekannt vor:

Das „Museum of Sex“ liegt zwar an der vornehmen Fifth Avenue, aber nicht neben dem Central Park, wo die anderen, berühmten Museen ihren Sitz haben, sondern auf der Höhe der 27. Straße, also mitten im Trubel von Manhattan. Es ist ein kleines Museum, ein bisschen dunkel, beinahe schmuddelig. Aber zumindest die aktuelle Ausstellung ist sehenswert: Sie zeigt das „Sexualleben der Tiere“. […]

Diese Ausstellung hat im heutigen Amerika eine klare politische Botschaft. Sie soll noch dem letzten Hinterwäldler in Kansas begreiflich machen, dass Homosexualität nichts Widernatürliches ist – bitte: dort draußen auf der Prärie laufen massenweise schwule Bisons herum! -, dass also nichts dagegen spricht, in den USA die gleichgeschlechtliche Ehe einzuführen. Leider hat dieses Argument einen gewaltigen Pferdefuß. Denn nicht nur Homosexualität kommt in der Natur vor, sondern auch Vergewaltigung, Inzest, Sex mit Minderjährigen und Tötung von Nebenbuhlern sowie ungewolltem Nachwuchs. Nein, Homosexualität ist gewiss nichts Unnatürliches – aber die Ehe ist es. Die Gleichstellung von schwulen und lesbischen mit Hetero-Paaren mag zutiefst wünschenswert sein, aber nicht deshalb, weil Homosexualität auch in der Natur vorkommt.

Sexuelle Denunziation unter Demokraten

4 Mrz

Auch wenn es manche nicht mehr hören können, Ed Koch hat einfach Recht:

Der ehemalige New Yorker Bürgermeister Ed Koch erklärte, es sei nicht hinnehmbar, wenn Journalisten Politiker nach ihrer Sexualität befragten – er selbst wehrte sich seit Jahrzehnten gegen derlei Gerüchte.

Wobei die Bezeichnung, er habe sich dagegen gewehrt, auf den ersten Blick irreführend klingt. Tatsächlich hat Koch  sich nämlich schlicht geweigert, derartige Fragen nach dem Intimleben zu beantworten.

„Ich will nicht dazu beitragen, dass jeder Kandidat gefragt werden kann: ‚Bist du hetero, schwul oder lesbisch?’“, erklärte der 84-jährige ewige Junggeselle im Interview mit der „New York Times“. „Das darf keine legitime Frage werden, also beantworte ich sie auch nicht. Mir ist es egal, ob Leute mich für schwul halten, ich beantworte die Frage nicht.“

Humor hat der Mann auch noch dabei:

Ich fühle mich aber geschmeichelt, dass die Öffentlichkeit bei meinem Alter von 84 Jahren immer noch an meinem Sexleben interessiert ist – es ist nämlich ziemlich begrenzt.

Vor rund 30 Jahren hatte Koch noch ein wenig anders auf entsprechende „Anschuldigungen“ reagiert: Weiterlesen

Stil und Konsequenz

28 Feb

Oft nahm er sich vor, zum Kraftsport zu gehen, doch das endete voraussehbar: Er schlief mit einem achtzehnjährigen Kraftsportler.

Was für ein Fehler! Dieses Buch am Ende eines Wochenendes in die Hand zu nehmen und dann der Montag Morgen, Arbeit, keine Zeit zum Weiterlesen. „Der letzte Kommunist“ von Matthias Frings erzählt das „traumhafte Leben des Ronald M. Schernikau“, eines schwulen Kommunisten, der 1989 aus der BRD in die DDR übersiedelte. Gleich zu Beginn bringt Frings ein Plädoyer für Individualismus. Angenehme Überraschung. Und mehr davon: Humor ist angesagt, bei Frings und auch bei Schernikau. Eine Kostprobe: Weiterlesen

Mein Schwanz gehört mir!

7 Feb

Es ist schon dumm genug, Prostitution zu bestrafen, noch dümmer allerdings ist das:

Junge Beamte der New Yorker Polizei werden offenbar in Sex-Shops und Spielhallen auf ältere Schwule angesetzt. Sie sollten ihren Opfern sexuelle Dienste gegen Geld anbieten, um sie anschließend zu verhaften.

Spitzfindig könnte man also behaupten, Prostitution wäre kein Thema in New York, gäbe es die Polizeit nicht. Doch diese rechtfertigt den ganzen Quatsch natürlich:

„Es bleibt die Tatsache, dass diese Etablissements berüchtigt sind, weil dort für sexuelle Dienste geworben wird. Die Polizei reagiert lediglich auf Beschwerden aus der Öffentlichkeit.“

„Für sexuelle Dienste geworben“. Wenn schon! Was hat es den Staat anzugehen, in welcher Form man das Selbstbestimmungsrecht über den eigenen Körper ausübt?

Antirassistische Kundgebung ohne Teilnehmer: Typisch USA

7 Sep

So stellt sich der Deutsche seinen Ami vor kennt man ihn, den Ami: Rassistisch, unpolitisch oder – je nach Herkunft der eigenen Vorurteile – von den Schwulen beherrscht. Dabei hätte alles so schön werden können, letzten Sonntag in New York. Doch die angekündigte „Straight Pride“ fiel mangels Teilnehmern aus. Straight Pride?

Das Reggae-Labe TCOOO wollte mit der Veranstaltung „Heterosexuellen die Chance geben, zusammen zu kommen und ihren Stolz auf ihre Sexualität auszudrücken, indem sie Reggae-Musik und die Familie in Liebe und Eintracht feiert.“ Besonders wurde kritisiert, dass Lieder, in denen zur Gewalt gegen Schwule aufgerufen wird, verboten werden würden.

Sie wissen schon: Heterosexualität ist Antirassismus. Die Schwulen lassen diese Lieder ausschließlich deshalb verbieten, weil sie von Schwarzen gesungen werden:

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