Tag Archives: NPD

Lasst uns über Faschismus reden

11 Dez

Seitdem Deutschland gemerkt hat, dass es hierzulande Rechtsextreme gibt, die bereit sind, ihre Ziele mit Gewalt und Mord durchzusetzen, beginnt wieder die große politische Analyse: Was ist Rechtsextremismus, wie entsteht er, warum gibt es auch in Deutschland Rechtsextremismus und können Frauen das auch? Diese Fragen werden hierzulande immer wieder gestellt und die Antworten fallen je nach Saison und politischer Orientierung unterschiedlich aus.

Im Grunde genommen hat man keine Ahnung was der Kern der rechtsextremen Ideologie ist, schon gar keine Ahnung davon hat die sogenannte antifaschistische Linke, die ja sehr schnell dabei  ist, Nationalsozialismus und Faschismus eins in eins zu setzen und  alles in marxistischer Terminologie irgendwie auf den Kapitalismus zurückzuführen. Mit den Motiven, Zielen und Denkweisen rechtsextremistischer Parteien, Organisationen und einzelnen Menschen beschäftigt sich dagegen kaum jemand und es wäre überraschend, wenn auch nur eine Handvoll „Antifaschisten“ in der Lage ist, z. B. Grundzüge des Parteiprogramms der NPD zu rezitieren. Weiterlesen

Schwuchtelig, grün und deutsch

30 Mai

Nachdem Jürgen Gansel von der sächsische NPD, den Grünen „Verschwuchtelung“ vorgeworfen hat, beeilt sich Boris Palmer, Oberbürgermeister von Tübingen, der Republik zu versichern, das dies nicht stimme. Die Grünen sind keine Partei von Schwuchteln, und um das zu beweisen, könne man ja mal überlegen, eine grüne Kernforderung zu opfern, namentlich das angestrebte Adoptionsrecht für Schwule und Lesben: Weiterlesen

Gut, dass es Diskriminierung gibt

15 Mai

Was war man böse mit mir, als ich kürzlich das Recht eines britischen Ehepaares verteidigt habe, Schwulen den Aufenthalt in ihrem Hause zu untersagen. Dabei ist es ganz logisch: Wenn man selbst nicht mehr das Recht hat zu bestimmen, wen man in sein Haus lässt, wenn der Staat anfängt zu bestimmen, wie man über seinen Besitz zu verfügen hat, dann, ja dann, muss man irgendwann auch Udo Voigt von der NPD bewirten: Weiterlesen

Für Volk und Vaterland

8 Aug

Während Adrians Blick immer wieder einmal gen Rom schweift, fällt meiner auf Stuttgart. Dort, im Zentrum des Bösen der Piusbruderschaft, haben drei Nachwuchsjournalisten ein bemerkenswertes Interview geführt. Wir lernen bei dessen Lektüre, erstens, dass Piusbrüder durchaus Respekt haben. Nicht vor Schwulen, aber vor Moslems:

Pater Andreas Steiner sah seine Kirche schon in Flammen stehen. Panisch rief er beim SWR-Studio an: „Sie müssen klar machen, dass wir das zurücknehmen, dass es uns leidtut, dass wir das so nicht sagen wollten!“ Einer der führenden Piusbrüder hatte bei einem Interview den islamischen Propheten Mohammed beleidigt. Steiner konnte sich die Reaktionen der islamischen Bevölkerung bereits ausmalen. Doch diesmal hatten die Piusbrüder Glück: Der SWR entschärfte das Zitat.

Wir lernen, zweitens, dass Piusbrüder nicht alle den Holocaust leugnen und schon gar keine Fundamentalisten sein wollen:

Auch Pater Steiner distanziert sich ausdrücklich von den Aussagen des Holocaustleugners. Von der Berichterstattung der Medien sei er sehr enttäuscht, besonders gemein sei immer der SPIEGEL gewesen: „Denen ging es darum, uns in die rechte fundamentalistische Ecke zu stellen und als Fanatiker abzustempeln.“

Wie lernen, drittens, dass man den Holocaust gar nicht leugnen muss, da es völlig ausreicht, ihn zu relativieren:

Wenn Homosexualität Veranlagung wäre, hieße das, Gott hätte manche Menschen als Sünder veranlagt. Dann kommt ein Mörder und sagt, das ist veranlagt, und zum Schluss kommt Adolf Hitler und sagt, ich bin eben als Judenvergaser veranlagt.

Wir lernen, viertens, dass man kein Nazi sein muss, um stolzer Piusbruder Deutscher zu sein: Weiterlesen

Antifaschismus zum Abgewöhnen

31 Mrz

Als verfrühten Aprilscherz der taz erkannten wir den Bericht über den „Aufmarsch der Kuschelnazis“ ziemlich schnell und entschieden uns daher fürs Erste, nichts darüber zu schreiben. Was zum Artikel zu sagen ist und zwar unabhängig davon, ob es nun Satire ist oder nicht, steht beim Gay Dissenter:

Es gehörte und gehört zu den erbärmlichsten Methoden des politischen Gerangels um Stammtischlufthoheiten, politische Gegner als schwul zu diffamieren. Dabei spielt die politische Ausrichtung keine Rolle, mal sind die politisch Linken, mal die politsch Rechten schwul. Die seinerzeit allgemein bekannte Tatsache, dass in der SA auch homosexuelle Männer ihre politische Heimat gefunden haben, wurde reichlich von den Gegner der NSDAP ausgeschlachtet. Ich habe den Eindruck, dass die taz einen ähnlichen Feldzug starten will. Sie versucht wohl nicht ohne Grund den Eindruck zu erwecken, dass sich in der NPD mehr schwule Männer versammelt haben, als im LSVD. (…) Es ist der alte Trick: Man mache aus den Nazis einen ’schwulen Haufen’, diffamiere sie entsprechend und versuche, sie so in den Bereich des sexuell Unanständigen und damit politsch Unanständigen, des Nichtwählbaren zu bringen. Die taz begibt, möglicherweise ohne es zu merken, sich in ihrer Rubrik “die Wahrheit” in die Tradition linker Kampfblätter der zwanziger und dreißiger Jahre und misst der (unterstellten) sexuellen Orientierung politisch Andersdenkender mehr Bedeutung bei als der Auseinandersetzung um Sachfragen.

Der wesentlichte Satz der Kritik verdient eine besondere Hervorhebung:

Der taz-Artikel von Rudolph Reimann richtet sich nicht gegen Nazis, auch nicht gegen schwule Nazis, er richtet sich gegen Schwule schlechthin.

Und das ist begriffen worden: In einer ganzen Reihe von Blogs und Internetportalen ist der Artikel, ohne jeden Hinweis auf den satirischen Charakter, rezipiert worden und teilweise entsprechend kommentiert worden. Tenor: Man habe es ja schon immer gewusst, dass die Schwulen zu den Nazis tendieren und die Nazis mehr oder weniger alle schwul seien. Weiterlesen

Kuby und die NPD

29 Mrz

Für GayWest-Leser, die schon länger unsere Beiträge verfolgen, ist Gabriele Kuby keine Unbekannte. Mit meinem Kuby unterstellten Abschlusssatz

Na dann, Deutschland: erwache!

lag ich offenbar nicht völlig falsch, wenn diese jetzt emsig von der NPD zitiert wird.

Lesetipp: Mathias Brodkorb auf ENDSTATION RECHTS über Homophobie im Gewand der Gender-Kritik

Shocking! NPD schwulenfeindlich!

16 Mrz

Ja, ist das denn die Möglichkeit? Die NPD echauffiert sich tatsächlich über Homos, bezeichnet sie als „anomal“ und „pervers“ und setzt diese auch noch mit „Kinderschändern“ gleich!

Also wirklich, wer hätte das gedacht? Was kommt als nächstes heraus? Dass die NPD antisemitisch ist?

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