Tag Archives: Österreich

Märchenstunde mit Gerhard

2 Feb

„Ich habe gar nichts gegen Homosexuelle. Ich habe auch nichts gegen jemanden, der lügt. Aber ich habe etwas gegen die Lüge. Und ich habe etwas dagegen, dass man eine Lebensform praktiziert, die nicht dem Plan Gottes entspricht. Es geht nicht darum, den Menschen zu verachten, sondern aufzuzeigen, dass das nicht in Ordnung ist.“

Ich habe gar nichts gegen den Katholizismus. Ich habe auch nichts gegen Katholiken. Aber ich habe etwas gegen Gerhard Maria Wagner. Und ich habe etwas dagegen, dass man eine Lebensform kritisiert, obwohl diese keinem schadet und das Leben anderer Menschen offensichtlich nicht im Geringsten tangiert. Es geht nicht darum Gerhard Maria Wagner zu verachten, sondern aufzuzeigen, dass er eine moralphilosophisch irrelevante Labertasche ist; einer, der nichts anderes tut, als seine eigenen Vorurteile hinter dem Ruf nach Gott zu verstecken.

Von Landtagsschwuchteln und anderen Volksfeinden

8 Jan

In der österreichischen Provinz, da fliegen die Fetzen. In einem beindruckenden Schauspiel politischer Idiotie hat Werner Königshofer, Mitglied des österreichischen Nationalrats, den grünen Abgeordneten Gebi Mair beschimpft, weil dieser im Vorfeld Kritik an Königshofers Parteikamerad Gerald Hauser geübt hatte. Königshofer, ein ganzer Kerl, ließ derartige Frechheiten eines Grünen natürlich nicht auf sich sitzen, zumal Mair es auch noch aus Prinzip unterlässt, seiner Volksverpflichtung zur Heterosexualität nachzukommen: Weiterlesen

Ein bißchen Frieden

5 Dez

Merkwürdig, was manche Berliner auswärts für ein Bild ihrer Stadt zeichnen. So neulich in Österreich, wo es

bei einer Podiumsdiskussion um ein für Österreich neues Thema (ging): ob Angehörige so genannter Minderheiten – um diesen Begriff mit dem unschönen Wortteil „minder“ zu verwenden – einander ablehnend oder gar mit Verachtung gegenüberstehen.

Was ist an „minder“ unschön? Bezeichnet der Begriff nicht einfach etwas als „wenig“ im Verhältnis zu etwas anderem, von dem es „viel“ gibt, das deshalb mit dem Begriff „mehr“ bezeichnet wird? Man kann es mit der Sprachkritik auch übertrieben.

Und was hat man sich darunter vorzustellen, dass sich Angehörige diverser Gruppen ablehnend oder gar mit Verachtung gegenüberstehen? Interessanterweise bei zwei Gruppen etwas qualitativ völlig anderes:

Konkret ging es um Einwanderer und Homosexuelle. Die Nachricht, dass es Zorn und Misstrauen zwischen diesen beiden Bevölkerungsgruppen gibt , kam aus Berlin.

Zorn und Misstrauen? Was war passiert in Berlin? Gab es gegenseitige Verletzungen, Angriffe, Tätlichkeiten? Weiterlesen

Sittsam tot

19 Nov

Die Witwe von Jörg Haider, hat vor Gericht einen Sieg errungen. Laut Urteil des Grazer Landgerichts ist es der „Bild“ künftig untersagt zu behaupten, Haider sei homosexuell gewesen. Die Urteilsbegründung des Gerichts trieft dabei vor, nun ja, althergebrachten Klischees und Vorstellungen:

Das Urteil des Grazer Landesgerichts wird für heftige Diskussionen sorgen, weil in der Urteilsbegründung Homosexualität als „ehrenrührig“, „unehrenhaft“ und „Verstoß gegen die guten Sitten“ bewertet wird – und künftig das Privatleben eines Politikers auch nach seinem Tod nicht berichtet werden darf.

Wie beruhigend zu wissen, dass die Justiz der Ostmark sich in ihrer Beurteilung zur Homosexualität nicht allzu sehr geändert hat. Alles andere wäre für katholische Bergvölker ja auch viel zu anstrengend.

Warum Menschen gegen die Homo-Ehe sind – und was dazu zu sagen ist

16 Nov

Angesichts der Proteste in Österreich gegen den Entwurf eines Partnerschaftsgesetzes für gleichgeschlechtliche Paare – Proteste übrigens von Homosexuellen, denen ein solches Gesetz nicht weit genug geht -, stellt die Zeitung „Die Presse“ durch den Mund eines Protestierenden die Frage: „Wovor fürchtet ihr euch?

Gemeint sind damit natürlich jene Heteros, welche die Gleichstellung homo- und heterosexueller Paare ablehnen. Die Frage ist durchaus interessant, denn obwohl ich mich schon mehrere Jahre zwangsläufig mit dieser Frage beschäftigen muss, fehlt mir bis heute eine schlüssige Antwort. Fragt man oppositionelle Heten, kommt immer wieder der gleiche Wust von Erklärungen aus ihrem Mund, die sich grob in die folgenden Kategorien einteilen lassen: Weiterlesen

Totaliarititär oder wie das heißt

14 Nov

Völlig überraschend kommt das nicht:

Österreichs Bischöfe haben nach ihrer Herbstvollversammlung im Salzburger Stift Michaelbeuern die Ergebnisse vorgestellt: Sie lehnen Abtreibungen, die eingetragene Partnerschaft für Homosexuelle und das Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR), das für Italien das Aufhängen von Schulkreuzen untersagt, ab. Das Kreuz-Urteil erinnere an „religionsfeindliche totalitäre politische Systeme“ und gebe „Anlass zu berechtigter Sorge“.

In seiner geballten Dreistigkeit allerdings ist es dann doch überraschend. Wie kann man einerseits fordern, Weiterlesen

Wie der Radschlag des Pfaus das Licht der Erkenntnis vernebelt

22 Okt

Die Österreicher waren schon immer ein ganz spezielles Völkchen und den anderen Völkern immer um mindestens eine Naselänge Erkenntnisgewinn voraus. Zumindest glauben sie das. Denn für folgende Mitteilung gibt es überhaupt keinen Beleg:

Das Geheimnis der männlichen Homosexualität haben Forscher kürzlich gelüftet. Weibliche Homosexualität blieb indes zumindest der Forschung bislang ein Rätsel.

Äh, wie bitte? Was haben Forscher?

Nichts haben sie! Weiterlesen

Wiener Schmäh – Wie einem Plauschjoschi angesichts der G’hatzen sein Kirtagspfeiferl schrumpft

25 Jul

Das Gute an der kapitalistischen Gesellschaft ist, dass diese es den Menschen ermöglicht, in historisch beispiellosem Wohlstand zu leben. Das nervende daran ist allerdings, dass  dieser Wohlstand nicht allen Menschen gut bekommt. Von der Last der existenzsichernden Arbeit befreit, beginnen sich nämlich einige Exemplare des Homo sapiens zu langweilen und kommen sodann auf allerlei merkwürdige Ideen: Attac, die  Bachblütentherapie, der Öko-Hype, oder Judith Butlers Gender-Theorien; sie alle entspringen unmittelbar der drögen Banalität unserer Wohlstandsgesellschaft.

Auch dem „Weltwoche“-Redakteur Philipp Gut ist so langweilig, dass er nichts besseres zu tun hat, als eine Homosexualisierung der Gesellschaft an die Wand zu malen. Natürlich sieht sich Gut dabei als ein einsamer Rufer in der Wüste, als ein Herkules der Heterosexualität, ohne dabei zu merken, dass er eigentlich nur ein trauriger Don Quichotte ist.

Ähnlich geht es dem österreichischen Kulturkritiker Edwin Baumgartner, der regelmäßig die Seiten der „Wiener Zeitung“ mit seinem Schmäh verzieren darf. Weiterlesen

Politik und Neurose

29 Mai

Gut zwei Wochen ist es her, dass Heinz-Christian Strache (FPÖ) während einer Rede bei einer „Anti-Moscheen-Demo“ in Wien plötzlich ein Kruzifix aus der Tasche zog und es der Menge entgegen hielt. Die Kritik daran ist zahlreich und kommt aus allen politischen Lagern. In der Presse äußerte sich jetzt Johannes Okoro, der alt-katholische Bischof in Österreich, zu dem Vorgang: Weiterlesen

Kampflesben als Vorbild – Am Rad drehen mit Mölzer

15 Mai

Andreas Mölzer bekleidet irgendein wichtiges Amt in der österreichischen FPÖ. Das alleine ist schon peinlich genug. Noch peinlicher wird es allerdings, wenn Mölzer den Mund aufmacht. Andererseits ist es schon fast wieder amüsant:

Standard: In einem Grundlagenpapier der FPÖ für den EU-Wahlkampf werden die anderen Spitzenkandidaten desavouiert. Die Grüne Ulrike Lunacek etwa als „Kampflesbe“ . Was verstehen Sie darunter?

Achtung, es wird lustig: Weiterlesen

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