Tag Archives: Outing als Pflicht

Outing: Mist

18 Jul

Schwule – oder die, die man dafür hält – gegen ihren Willen zu outen, wie es der Berufsschwule Kraushaar am 10.7. oder Jan Feddersen wenige Tage später in der taz mit dem Bundesumweltminister getan haben, gilt unter Linken deshalb als voll ok, weil Schwule kein Recht auf Privatsphäre haben. So z. B. Micha Schulze auf queer.de: Weiterlesen

1:0 für die Familie

26 Jun

Halil Ibrahim Dincdag, Schiedsrichter aus dem türkischen Trabzon, hat sich geoutet. Nun ist Homosexualität in der Türkei nicht strafbar, trotzdem müssen Schwule in der Türkei um Leib und Leben fürchten. Auch Dincdags Outing blieb nicht ohne Reaktion, er verlor seine Schiedsrichter-Linzenz. Der Fußballverband bestreitet allerdings, dass das Outing die Ursache hierfür sei: Weiterlesen

April, April

3 Apr

Ja, da haben wir Euch in den April geschickt. Das hier konnte nicht wahr sein. Niemals. So jedenfalls die mündliche Reaktion einiger Leser. Doch warum war man sich eigentlich so sicher, dass die Merkel niemals lesbisch ist? Weil sie nicht „so“ aussieht? Einige Stereotypen, wie Lesben in der öffentlichen Wahrnehmung erscheinen, sind bei ihr doch durchaus erfüllt: Die Frau hat die Hosen an und den Anzug dazu, sie gilt nicht gerade als hübsch, treibt sich in der öffentlichen Sphäre rum (also da, wo Frauen ganz traditionell nichts verloren haben) und ist bestens befreundet mit der Schwarzer Alice. Oder wäre der Punkt eher der, dass die Merkel sich zu Beginn ihrer Karriere hätte outen müssen, um eine gute Lesbe zu sein? Man Frau hat als Homosexuelle schließlich eine gesellschaftliche Verpflichtung… Andererseits, ob die Merkel als geoutete Junglesbe tatsächlich ihren Weg ins Kanzleramt gefunden hätte? Soweit sind wir wohl doch noch nicht, dass eine ostdeutsche protestantische Lesbe Kanzlerin der Deutschen werden könnte.

Ach ja, das hier war natürlich auch erfunden.

Schöne schwule Einfalt

21 Mrz

Ein amerikanischer Ringkämpfer, der aufgrund eines in einem schwulen Pornoportal veröffentlichten Wichsvideos einigen Ärger hatte, hat sich als heterosexuell geoutet.

„Ich bin hetero, aber in den Internetforen reißen die Leute viele Schwulenwitze über mich. Das ist mir aber egal“, erklärte Donahoe in einem Interview mit dem „Boston Globe“.

Die ganze Aufregung um das Video versteht Donahoe bis heute nicht:

Ich hab nichts Illegales getan. Ich hab niemandem wehgetan. Ich denke, ich habe hier keine Fehler gemacht. Warum sollte ich mich bei jemandem entschuldigen?.

Die Entscheidung seiner ehemaligen Uni, ihn wegen des Videos von der Hochschule zu verweisen, findet er angesichts von nicht geahndetem Fehlverhalten Anderer nicht nachvollziehbar:

Ich denke, es war unfair von Nebraska, mich rauszuschmeißen. Erstens, gibt es viele Athleten im Team, die mit Alkohol am Steuer erwischt wurden oder in Schlägereien verwickelt waren. Das ist für die Uni-Bosse wohl in Ordnung. Aber sich nackt filmen zu lassen ist deren Ansicht nach wohl schlimmer als betrunken Auto zu fahren und das Leben anderer zu riskieren.

So weit, so sympathisch. Merkwürdig ist allerdings die Überschrift, unter der die Meldung bei queer.de zu finden ist: Weiterlesen

Sexuelle Denunziation unter Demokraten

4 Mrz

Auch wenn es manche nicht mehr hören können, Ed Koch hat einfach Recht:

Der ehemalige New Yorker Bürgermeister Ed Koch erklärte, es sei nicht hinnehmbar, wenn Journalisten Politiker nach ihrer Sexualität befragten – er selbst wehrte sich seit Jahrzehnten gegen derlei Gerüchte.

Wobei die Bezeichnung, er habe sich dagegen gewehrt, auf den ersten Blick irreführend klingt. Tatsächlich hat Koch  sich nämlich schlicht geweigert, derartige Fragen nach dem Intimleben zu beantworten.

„Ich will nicht dazu beitragen, dass jeder Kandidat gefragt werden kann: ‚Bist du hetero, schwul oder lesbisch?’“, erklärte der 84-jährige ewige Junggeselle im Interview mit der „New York Times“. „Das darf keine legitime Frage werden, also beantworte ich sie auch nicht. Mir ist es egal, ob Leute mich für schwul halten, ich beantworte die Frage nicht.“

Humor hat der Mann auch noch dabei:

Ich fühle mich aber geschmeichelt, dass die Öffentlichkeit bei meinem Alter von 84 Jahren immer noch an meinem Sexleben interessiert ist – es ist nämlich ziemlich begrenzt.

Vor rund 30 Jahren hatte Koch noch ein wenig anders auf entsprechende „Anschuldigungen“ reagiert: Weiterlesen

In rosa Stahlgewittern

1 Mrz

Die taz wird 30, die siegessäule 25 und nicht mal Praunheim hält endlich die Klappe:

Wer wie Kerkeling und Biolek berühmt ist und zu einer Gruppe gehört, die diskriminiert, gemobbt und verprügelt wird, hat kein Privatleben im herkömmlichen Sinn. Sein Privatleben ist immer politisch. Er darf keine Angst vor dem Karriereknick haben und sich anpassen. Er hat die Pflicht, an die Öffentlichkeit zu gehen.

So weit, so bekannt, so unsympathisch. Auch seine Jugenderinnerungen sind wenig appetitlich:

Als Jugendlicher wollte ich unbedingt einmal der britischen Königin Elizabeth II. ins Bein beißen.

Nachdem er den Vorwurf, ein Selbstdarsteller zu sein, zurückgewiesen hat, dementiert er sich im Folgenden selbst. Weiterlesen

Unbelehrbar ehrbar

1 Dez

Zuvor war Kusch unfreiwillig noch einmal in die Schlagzeilen geraten, als Innensenator Schill Bürgermeister Ole von Beust gedroht hatte, dessen Homosexualität und ein angebliches Verhältnis mit Kusch öffentlich zu machen. Kusch outete sich danach selbst als homosexuell, bestritt aber ein Verhältnis mit von Beust.

In seiner Wohnung lebt er aber nach wie vor, er habe auch immer noch Kontakt zu von Beust, sagt Kusch, das aber sei das Einzige, was es dazu zu sagen gebe. Sein Privatleben gehe keinen etwas an.

Warum Schwule an ihrer Diskriminierung selbst schuld sind, wenn sie sich nicht rechtzeitig outen

29 Okt

In den Reigen derer, die die sexuellen Vorlieben des Jörg Haider politisieren und funktionalisieren, hat sich jetzt auch Elmar „Die Wahrheit“ Kraushaar eingereiht:

Ungenannte erzählen nun von Buberln in der Partei und ganz anderen Buberln im sicheren Ausland, alte Fotos mit jungen Männern werden mit einem Mal neu gesehen. Das ist der schäbige Preis für die vorenthaltenen klaren Worte zu Lebzeiten

auf die wir alle schließlich ein Anrecht gehabt hätten. Als Schwuler hat man nämlich so seine Verpflichtungen. Weiterlesen

Warum Arschlöcher eklig werden, sobald sie zur CSU gehören

28 Okt

Kaum ist der Koalitionsvertrag in Bayern unterschrieben, kommen die ersten Beschwerden. So ist das üblich und so klingt es von berufsschwuler Seite:

LSVD und Grüne kritisieren, dass die CSU/FDP-Koalition die „bayerische Diskriminierungspolitik“ fortsetze

Etwas konkreter ist dann nur noch davon die Rede, man sei

enttäuscht von dem mageren Ergebnis für die Gleichstellungspolitik in Bayern,

wie Axel Hochrein für den LSVD erklärte. Offenbar hatte man das bayerische Wahlergebnis wieder vergessen, denn warum sonst würde man angesichts der 8 Prozent, die die FDP erreicht hatte, folgende Analyse im Brustton der Überzeugung vortragen? Weiterlesen

Warum es falsch ist, aus dem „Doppelleben“ Jörg Haiders politische Forderungen abzuleiten

25 Okt

Wenn Haider schwul oder bi oder wasauchimmer war … So what? Bei aufgeklärten Menschen des 21. Jahrhundert würde man erwarten, dass diverse sexuelle Neigungen eine akzeptierte Tatsache unserer Gesellschaft sind. Dass Menschen einfach tun und lassen können, was sie wollen – auch wenn sie Landeshauptmänner oder -frauen sind. Wo niemand zu Schaden kommt, braucht sich niemand aufzuregen. Betrunken Autofahren ist lebensgefährlich. Sich in einem Schwulenlokal aufhalten gefährdet aber weder das eigene Leben – noch das eines anderen.

Nur leider ist die gesellschaftspolitische Realität in Österreich noch immer eine andere. Weiterlesen

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