Tag Archives: Postmoderne

Bibel, Burka und Bikini

30 Sep

Als ich kürzlich gefragt wurde, wie ich als „Quasi-Anarchist“ mit Römer 13:1ff klarkomme, musste ich nicht lange nach einer Antwort suchen. Ich zitierte:

Römer 13,1-7 kann als Text interpretiert werden, der nicht den Unterwerfungsstrategien irgendwelcher Obrigkeiten als nützlicher Idiot dient, sondern im Gegenteil diese Strategien in ihrer Relativität offenbart und den verrückten Weg der Vollmacht der Angesprochenen bestärkt. Weiterlesen

Einheit und Differenz

18 Nov

Endlich mal ein intelligenter und überzeugender Text, der für eine – wohlverstandene – postmoderne Positionierung wirbt! Wolfang Scheel, von dem ich neulich bereits einen Text aus dem aktuellen Heft der Zeitschrift „WERKSTATT SCHWULE THEOLOGIE“ vorgestellt habe, schreibt im selben Heft auch über „Die Akzeptanz von Minderheiten als ethischer Indikator“.

Als Gefahr für die Akzeptanz von Minderheiten benennt Scheel neben einer intoleranten Vormoderne

auch die versteckten Gefahren bei einer modernen Alternativposition und vor allem bei einer Strömung der postmodernen pluralen Position.

Dem voran stellt er grundsätzliche philosophische Überlegungen:

Etwas Bestimmtes, dieser bestimmte, endliche Mensch mit seinen bestimmten Eigenschaften eines Menschen (körperliche Eigenschaften wie Hautfarbe) oder Verhaltens-Eigenschaften (z.B. sexuelle Orientierung, bestimmte Lebensweisen oder politische Prinzipien) ist immer bedingt durch anderes, das es nicht ist, tritt als dieses Besondere hervor im Unterschied zu dem, was es nicht ist. Es ist als Bestimmtes bestimmt durch sich selbst, aber gerade auch durch das, was es nicht ist.

Unter Bezug auf Hegel beschreibt Scheel dann

eine Einheitskonzeption, die das Differente nicht ausschloß, sondern einbegriff, indem sie Einheit als Einheit von Einheit und Differenz dachte. Weiterlesen

Wozu noch Kinder?

23 Aug

Zu den merkwürdigsten Erscheinungen der modernen Zeit, gehört die ewige Klage über den Verfall der „Familie“, der sinkenden Geburtenraten und dem Bedeutungsverlust der Ehe. Offensichtlich scheint es für nicht wenige Menschen von fundamentaler Bedeutung zu sein, wie ihre Mitmenschen ihr Beziehungsleben gestalten, und sie geraten in helle Aufregung, wenn man dies anders bewerkstelligt, als es ihnen vorschwebt. So schreibt etwa die „Freie Welt“: Weiterlesen

Anne und die Postmoderne

4 Aug

Anne Rice („Interview mit einem Vampir“) will keine kirchentreue Christin mehr sein,

lese ich bei queer.de. Sie will also in Zukunft eine kirchenkritische Christin sein, innerhalb oder vielleicht auch außerhalb einer Kirche. Doch schon im nächsten Satz heißt es bei queer.de, Rice

verkündete ihre Abwendung vom Christentum auf ihrer Facebook-Seite.

Also doch eine Abkehr vom Glauben? Es sieht ganz so aus:

Heute höre ich auf, eine Christin zu sein. Ich bin raus.

zitiert queer.de die Autorin. Aus welchem Grund erfolgt der öffentlichkeitswirksame Einsatz? Weiterlesen

In bester Gesellschaft

21 Jun

Das ging gründlich daneben: Judith Butler hat die Annahme des ihr zugedachten Zivilcouragepreises des Berliner CSD e.V. verweigert. Zur Begründung sagte Butler, Weiterlesen

Postmoderne Arbeitsteilung

16 Jun

Am kommenden Freitag unternimmt die diesjährige Trägerin des Zivilcouragepreises des Berliner CSD e.V.  Judith Butler in der Berliner Volksbühne einen weiteren Versuch, den Begriff „queer“ zu desavouieren. Aus diesem Anlass dokumentieren wir die Rede der „Hedonistischen Mitte – Brigade Mondän“, gehalten auf der Kundgebung „Gegen das Bündnis der Kriegstreiber von Linkspartei und Hamas! Solidarität mit Israel!“ am vergangenen Samstag vor dem Karl-Liebknecht-Haus: Weiterlesen

Vom Recht auf Heterosexualität – Wie Homo-Heiler sich als Freiheitskämpfer verkaufen

4 Mrz

Die These linksprogressiver „Queers“, dass sexuelle Orientierung nichts weiter sei als ein soziales Konstrukt, beginnt langsam aber sicher in die Argumentation selbsternannter „Schwulenheiler“ einzufließen. Denn, so die Logik, wenn etwas nur gesellschaftlich konstruiert sei, dann kann es ja auch kein moralisches Problem sei, Menschen, die unter ihren homosexuellen Empfindungen leiden, den Einstieg in heterosexuelle Empfindungen zu ermöglichen. Beispielhaft für diese Argumentation ist die nordirische Ex-Gay-Organisation „Core Issues“ deren Standpunkte der „Exgay Observer“, von einem Artikel des „Irish Independent“, übersetzt hat: Weiterlesen

Christl Vonholdts postmoderne Halluzinationen

23 Feb

Christl Vonholdt vom DIJG, zugehörig der Offensive Junger Christen, ist regelmäßigen Lesern dieses Blogs zur Genüge bekannt, ein ausgiebiger Verriss ihrer Ideologie findet sich bspw. hier. In ideaSpektrum 07/2010 begründet Vonholdt jetzt – für ihre Verhältnisse schon beinahe originell -, warum sie die Ergänzung von Artikel 3, Absatz 3 des Grundgesetzes um das Merkmal der sexuellen Identität ablehnt: Weiterlesen

Warum der Wahn der Gleichheit in die Inhumanität führt

10 Sep

Nachdem sich ein gottverdammter Liberaler munter darüber ausgelassen hat, dass Norbert Bolz keineswegs ein Guter ist, will ich hier den Versuch unternehmen, eben das Gute, weil Richtige, an Bolz‘ These herauszuarbeiten – und zwar jenseits der Thematik der Homosexualität, die ich bereits abgehandelt habe. Und da die Welt nicht nur schwarz und weiß ist: Ja, Bolz trifft nicht immer ins Schwarze. Aber dazu vielleicht ein anderes Mal mehr…

Bolz ist der Ansicht, früher sei alles besser gewesen. Das ist falsch. Früher, so Bolz, haben die Menschen soziale Unterschiede akzeptiert, heute tun sie das nicht mehr. Das wäre aus meiner Sicht keineswegs problematisch, wenn es denn dazu führte, dass Menschen, die sich früher mit dem begnügt haben, was sie hatten, nunmehr dafür arbeiten, mehr zu erreichen. Bolz jedoch behauptet nun, die heutzutage verbreitete Reaktion auf soziale Unterschiede sei eine andere. Statt dem Versuch, aufzusteigen und der Bereitschaft, dafür etwas zu tun, sei es jetzt üblich, zu fordern, dass die, die mehr haben, dieses „mehr“ gefälligst abzugeben hätten – und zwar solange, bis alle gleich viel haben. Diese Umverteilung jedoch gebe es nur um den Preis der Freiheit. Paradoxerweise führt Umverteilung, so Bolz weiter, keineswegs zu mehr Zufriedenheit: Weiterlesen

Postmoderne Praxis

27 Mai

Zu unserem kritischen Beitrag über den antisemitischen Charakter der Proteste gegen den Marburger Kongress der evangelikalen Akademie für Psychotherapie und Seelsorge erreichte uns folgendes Schreiben:

Wir haben mit der Aktion die Theorie der Postmoderne praktisch gemacht. Es ist kein Wunder, dass unsere Motive von den Heterosexisten aller Couleur verschwiegen und verdreht werden. Die Aktion richtete sich gegen die homophobe religiöse Formierung, sei sie christlicher, sei sie islamischer Herkunft. Weiterlesen

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