Tag Archives: Rupert Everett

Von Kindern und Eltern

22 Sep

Dass der offen schwule Schauspieler Rupert Everett nicht gerade zu den klügsten Menschen dieser Welt gehört, hat er jüngst mit einem durchschlagenden Statement bewiesen:

In einem Interview mit dem „Sunday Times Magazin“ sprach Everett über sein Bild einer Familie und seine Überzeugung, dass Kinder zum Glücklichsein Vater und Mutter bräuchten. Dies entspräche ganz den Vorstellungen seiner eigenen Mutter, und er könne ihr nur zustimmen: „Ich kann mir nichts Schlimmeres vorstellen, als mit zwei schwulen Vätern aufzuwachsen.“

Ehrlich gesagt könnte ich mir durchaus schlimmeres vorstellen: ein Leben im Iran bspw. oder die tägliche Lektüre der „Emma“. Oder, um bei Elternschaft zu bleiben, bei heterosexuellen Rednecks irgendwo in Alabama aufzuwachsen, oder einen alkoholkranken Vater zu haben, oder eine Mutter die auf Speed ist.

Es ist mir durchaus bewusst, dass homosexuelle Elternschaft für viele Menschen etwas fremdes und seltsames ist. Aber man schaue sich doch mal folgendes Bild an (über ein ähnliches ich lustigerweise bei einem Abstecher auf „Politically Incorrect“ gestoßen bin):

Rupert Everett ist schwul

22 Jul

Rupert Everett scheint langsam aber sicher in seine Midlife-Crisis einzutauchen. Anders kann ich mir derart merkwürdige Sprüche von ihm nicht erklären:

Der 50-jährige Everett erklärte in einem Interview mit der linksliberalen Tageszeitung „The Guardian“, seine Erfahrungen seien davon geprägt, dass er in „den letzten Jahren der Illegalität“ aufgewachsen sei. In England und Wales wurde Homosexualität im Jahre 1967 erlaubt, zwei Jahre bevor auch Deutschland den Paragrafen 175 entschärfte. „Diese Illegalität hat meine ganze Persönlichkeit geprägt. Wahrscheinlich ging das jedem Schwulen so. Man sah sich als Außenseiter, der nicht zur Hauptstruktur der Gesellschaft gehört.“ Später hätten die Liberalisierungen nicht mehr viel an der Einstellung geändert: „Ich wollte nie diese ganze heterosexuelle Norm.“

Äh, Rupert, auf ein Wort. Du entsprichst so oder so nicht dieser Norm. Denn Du bist schwul. Hast Du das vergessen?

Wie der Paragraf 175 uns Schwule vor dem bösen Mainstream schützte

14 Apr

Schwule sind dämlich. Schwule sind egozentrisch. Schwule sind so was von schwul: Kämpfen für Gleichberechtigung. Für das Recht auf Adoption. Für die Ehe. Wie spießig! Findet Rupert Everett:

Er selbst würde höchstens ein Pflegevater sein oder adoptieren. „Aber dass diese Idee der Vaterschaft uns schwulen Männern aufgedrängt wird, ist Blödsinn. Ehe? Babys? Macht mal ´nen Punkt. Ich wünsche mir, dass das illegal ist. Ich will außerhalb des Mainstream leben.“

Wie anstrengend: Immer erst erkunden was gerade der „Mainstream“ ist und dann genau das Gegenteil machen. Der Wahnsinn gewisser Menschen, allen anderen eine bestimmte Art zu leben vorzuschreiben findet in Everett einen traurigen Höhepunkt. Andererseits denkt er nicht konsequent zu Ende: Wie wäre es denn, Mr. Everett, sich gleich dafür einzusetzen, dass Homosexualität strafrechtlich wieder verfolgt wird? Dann würden Schwule so richtig außerhalb des bösen Mainstream leben und Sie und ihresgleichen wären endlich zufrieden.

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