Tag Archives: Sexualität

Mein Schwanz gehört mir! – Das (hoffentlich) letzte Wort

7 Sept

So, wie Gott ihn schuf…

Ich hätte nicht gedacht, dass es im 21. Jahrhundert soviel irrationale Opposition gegen die simple Feststellung geben würde, dass ein religiöser Brauch doch bitte schön nicht so weit gehen kann, einem unmündigen Menschen ungefragt und ohne Zustimmung einen Teil seines Körpers unwiderbringlich zu entfernen.

Gespottet wird da über Menschen wie mich, unsere Gegnerschaft zur nicht einvernehmlichen Beschneidung zeige nur unsere typische männlich phallozentristische Weltsicht und zeuge von Kastrationsangst.

Entschuldigung! Mein Schwanz bleibt nun mal mein Schwanz und ja, er ist mir wichtig, also halte ich es für ein Gebot der Menschlichkeit und des Respekts mich vorher zu fragen, ob man daran herumschneiden darf. Und dieses Recht sollten auch alle anderen Männer einschließlich der Männer in spe haben. Weiterlesen

Mein Schwanz gehört mir – Der Antisemit und ich!

19 Jul

Jörg Lau von der „Zeit“ gehen die Argumente aus. Deshalb stellt er die kühne These auf, auf die ich schon seit Anbeginn der Debatte um Beschneidungen gewartet habe: Die Kritiker der Beschneidung handeln hauptsächlich aus islamophoben und antisemitischen Motiven.

Dazu möchte ich folgendes klar stellen: Weiterlesen

Mein Schwanz gehört mir! – Dafür sorgen, dass es so bleibt

17 Jul

Es ist zu erwarten, dass der Bundestag demnächst ein Ausnahmegesetz beschließt, dass es religiösen Gruppierungen erlaubt, kleine Jungen weiterhin beschneiden zu lassen und Körperverletzung nicht mehr als Körperverletzung zu ahnden. Wer das nicht gutheißt, kann unseren staatlichen Repräsentanten ja mal ein paar Zeilen schreiben und Protest einlegen.

Einen diesbezügliche Musterbrief gibt es hier: Weiterlesen

Mein Schwanz gehört mir! – Von Pferden und Kindern

15 Jul

Beim Thema Beschneidungen komme ich mir langsam vor, wie in einer grotesken Tragikomödie. Ich kann die Argumentation der Befürworter einfach nicht mehr nachvollziehen. Wenn man überhaupt von Argumentation sprechen kann, denn außer dem Einwand „Haben wir schon immer so gemacht“ höre ich eigentlich nicht viel.

Und jetzt auch noch das. Kann mir das einer erklären?

Die Grünen wollen die Brandzeichen bei Pferden verbieten. Weiterlesen

Mein Schwanz gehört mir! – aber nicht mehr lange

14 Jul

Über alle Parteigrenzen einig sind sich unsere Politiker, dass Beschneidungen an kleinen Kindern erlaubt sein müssen – sofern es aus religiösen Gründen geschieht und Kinder männlichen Geschlechts betrifft: Weiterlesen

Mein Schwanz gehört mir! – Sag es laut und immer wieder!

7 Jul

Die Richter des Landgerichtes Köln haben ein mutiges, wegweisendes und menschliches Urteil gefällt, als sie Beschneidungen von Kindern als Körperverletzung eingestuft haben. Erstaunlich ist eigentlich nur, dass ein solcher Urteilsspruch erst jetzt gefallen ist. Andererseits zeigt dies auch wieder, welche Macht Religionen immer noch haben, wie sie das Denken, die Sitten, Gebräuche und unsere Gesellschaft prägen.

Ist es nicht in einem gewissen Sinne befremdlich, dass man sich bis zum Urteil eigentlich nie so recht um die Beschneidung von Jungen Gedanken gemacht hat? Weiterlesen

Mein Schwanz gehört mir! – Und keiner Religion!

29 Jun

Beim nochmaligen Lesen diverser Artikel zum Beschneidungsurteil fällt mir ein Argument besonders ins Auge: das der Religionsfreiheit, die nun angeblich gefährdet wäre. Dabei ist gar nicht einzusehen, warum. Denn selbstverständlich hat jeder weiterhin das Recht seine Religion auszuüben und sich selbst beschneiden zu lassen.

Insofern greift bspw. Malte Lehming in einem Artikel des “Tagesspiegel” mit einem Gegenargument pro Beschneidung gewaltig ins Leere: Weiterlesen

Mein Schwanz gehört mir!

28 Jun

Beschnitten oder unbeschnitten? – Das ist hier die Frage

Das Landgericht Köln hat entschieden, dass die religiöse Beschneidung von Jungen eine Körperverletzung darstellt. Dass die Debatte um das Urteil sehr emotional geführt wird erscheint mir logisch, denn schließlich geht es um Religion, Schwänze und letztendlich um Sex, auch wenn letzteres kaum jemand zugeben wird. Eine brisante Mischung, also…

Meine Meinung zu dem Urteil ist dabei recht eindeutig: Ich halte die Beschneidung von minderjährigen Jungen –  die schließlich nicht selbst darüber entscheiden können – natürlich für Körperverletzung, und kann auch schwerlich nachvollziehen, wie man das anders sehen kann. Denn was ist es anderes, als die dauerhafte Entfernung eines natürlich vorhandenen Teil des Körpers? Eines Körperteiles übrigens, der so unwichtig nicht ist: Weiterlesen

Die freie Wahl

17 Mai

Man hört es immer wieder. Aussagen von gutwilligen Menschen, die Homosexualität tolerieren, respektieren, akzeptieren – oder zumindest glauben dies zu tun – und die dies damit begründen, dass Homosexualität schließlich angeboren sei, dass Schwule und Lesben sich nicht aussuchen würden, wen sie lieben, sich nicht aussuchen können, auf welches Geschlecht sie stehen.

Ich hasse dieses Argument. Ist es faktisch auch richtig, ist seine moralische Implikation in meinen Augen jedoch verheerend. Denn suggeriert man mit der Aussage, Homosexualität sei zu tolerieren weil man nichts dafür könne, nicht gleichzeitig, sie sei in keinem Fall zu tolerieren, wenn dem nicht so wäre?

Was also, wenn ich nicht schwul wäre, sondern bspw. bisexuell, wenn ich also quasi die „Wahl“ hätte, auch mit Frauen eine romantisch-sexuelle Beziehung einzugehen? Wäre nach obigen Aussagen ein Verhältnis mit einem Mann dann verwerflicher? Wäre es unmoralischer?

Und wenn ja, warum? Was wäre daran verwerflich als Mann mit einem anderen Mann eine Beziehung einzugehen, sei es nun Liebe oder purer Sex – und das aus freien Stücken?

Inzest ist kein Verbrechen

12 Apr

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat das in Deutschland geltene Verbot des Beischlafs unter Geschwistern gebilligt und sich damit fatalerweise als Hüter überkommener moralischer Normen hervorgetan:

Ein Jahr und zwei Monate soll Herr S. ins Gefängnis, weil er mit Frau K. schlief – denn seine Geliebte ist zugleich seine acht Jahre jüngere Schwester. Dafür wurde der Angeklagte verurteilt, vom Amtsgericht Leipzig, dem Oberlandesgericht Dresden und schließlich segnete auch das Bundesverfassungsgericht die Strafe ab. Das Paar hat inzwischen vier Kinder.

Der Staat kann es einfach nicht lassen, sich in private Lebensverhältnisse einzumischen, selbst wenn es um die privateste alle Privatsphären geht. Dass der Beischlaf unter Geschwistern freiwillig erfolgte, spielt hierbei keine Rolle, denn Freiwilligkeit war für die Staatsgewalt noch niemals ein Kriterium für Erlaubtes: Weiterlesen

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