Tag Archives: Stuttgart

Repressive Toleranz

7 Mai

Auf der Internetseite des Norddeutschen Rundfunks findet sich „Die Schwulenheiler“, eine sehenswerte Dokumentation:

Bin ich krank? Christian Deker, schwul und Panorama-Reporter, besuchte Ärzte, die offenbar seine sexuelle Orientierung ändern wollen. Eine Reise in die homophoben Winkel der Republik.

Besonders verstörend finde ich den Anfang, wo Deker in Stuttgart einige Teilnehmer der Demonstranten gegen den Bildungsplan interviewt. An diesen Äußerungen lässt sich gut veranschaulichen, dass die Grundmotivation hinter den Demonstrationen blanke Homophobie ist. Sicherlich ist das nicht überraschend, denn warum sonst sollte man seine freie Zeit damit verschwenden, gegen „sexuelle Vielfalt“ zu demonstrieren oder Petitionen dagegen zu unterschreiben? Hier einige Auszüge: Weiterlesen

Ich trage eine Fahne

1 Aug

Der baden-württembergische Landtagsabgeordnete der CDU,  Winfried Mack, ist in Vergangenheit und Gegenwart nicht gerade als der größte Freund von Schwulen und Lesben aufgetreten. Dennoch möchte ich an dieser Stelle eine Lanze für ihn brechen.

Was ist geschehen? Weiterlesen

Wir können alles – außer Sex!

30 Okt

Keine Ahnung wie Schwaben sich fortpflanzen; wahrscheinlich per Jungfernzeugung oder so. Gewöhnlicher heterosexueller Geschlechtsverkehr kann allerdings nicht mit im Spiel sein, denn der verstößt in Stuttgart und Umgebung gegen die „Würde der Frau“: Weiterlesen

Daimler wird rosa

23 Sep

Die Repressionsmechanismen des Kapitals, sie werden immer perfider. Schon wieder wurden schwule revolutionären Subjekte auf den Pfad falscher Bedürfnisse gelockt:

Das Schwulen- und Lesbennetzwerk GL@D der Daimler AG kommt am Donnerstag, 24. September 2009, in Stuttgart zum ersten offiziellen Netzwerktreffen zusammen. Auf dem Programm stehen neben der Gründung als Mitarbeiternetzwerk ein erster Erfahrungsaustausch und das Knüpfen neuer Kontakte.

Das Knüpfen neuer Kontakte? Also hört mal Jungs, ist dafür nicht GayRomeo“ da?

Für Volk und Vaterland

8 Aug

Während Adrians Blick immer wieder einmal gen Rom schweift, fällt meiner auf Stuttgart. Dort, im Zentrum des Bösen der Piusbruderschaft, haben drei Nachwuchsjournalisten ein bemerkenswertes Interview geführt. Wir lernen bei dessen Lektüre, erstens, dass Piusbrüder durchaus Respekt haben. Nicht vor Schwulen, aber vor Moslems:

Pater Andreas Steiner sah seine Kirche schon in Flammen stehen. Panisch rief er beim SWR-Studio an: „Sie müssen klar machen, dass wir das zurücknehmen, dass es uns leidtut, dass wir das so nicht sagen wollten!“ Einer der führenden Piusbrüder hatte bei einem Interview den islamischen Propheten Mohammed beleidigt. Steiner konnte sich die Reaktionen der islamischen Bevölkerung bereits ausmalen. Doch diesmal hatten die Piusbrüder Glück: Der SWR entschärfte das Zitat.

Wir lernen, zweitens, dass Piusbrüder nicht alle den Holocaust leugnen und schon gar keine Fundamentalisten sein wollen:

Auch Pater Steiner distanziert sich ausdrücklich von den Aussagen des Holocaustleugners. Von der Berichterstattung der Medien sei er sehr enttäuscht, besonders gemein sei immer der SPIEGEL gewesen: „Denen ging es darum, uns in die rechte fundamentalistische Ecke zu stellen und als Fanatiker abzustempeln.“

Wie lernen, drittens, dass man den Holocaust gar nicht leugnen muss, da es völlig ausreicht, ihn zu relativieren:

Wenn Homosexualität Veranlagung wäre, hieße das, Gott hätte manche Menschen als Sünder veranlagt. Dann kommt ein Mörder und sagt, das ist veranlagt, und zum Schluss kommt Adolf Hitler und sagt, ich bin eben als Judenvergaser veranlagt.

Wir lernen, viertens, dass man kein Nazi sein muss, um stolzer Piusbruder Deutscher zu sein: Weiterlesen

Schwul im Ländle

30 Jul

Sie glauben, konservativ und selbstbewußt schwul sein schlössen sich aus? Dann schauen Sie mal nach Stuttgart und auf Alexander Kotz:

Der 39-jährige stellvertretende CDU-Gemeinderatsvorsitzende und Kreishandwerksmeister hat sich getraut und auf Schloss Solitude gefeiert. „Mein Partner und ich wollten eben nicht nur so zusammenleben, sondern auch eine Ehe eingehen.“ Die kirchliche Trauung habe ihm, obwohl er selbst im CVJM tätig war und versuche, nach christlichen Werten zu leben, nicht gefehlt.

Obwohl es auch da ein Angebot gibt, wenigstens seitens der evangelischen Kirche: Weiterlesen

Stuttgarter Schnäppchen

11 Feb

Schwule und Lesben, die in Stuttgart eine Lebenspartnerschaft begründen wollen, zahlen dafür 89 Euro,

Ehen gibt es allerdings zum Schnäppchenpreis von 40 Euro.

Möglicherweise haben die Stuttgarter Behörden einfach die Werbeaussendungen schwuler Lifestyle-Zeitschriften zu ernst genommen, in denen regelmäßig das deutlich höhere Durchschnittseinkommen der Zielgruppe betont wird. Man könnte natürlich auch kalauern, dass den Schnäppchenpreis nur nötig hat, wer nicht das Geld hat, um sich etwas Vernünftiges zu leisten.

Doch zu der finanziellen Diskriminierung kommt eine weitere, die keinen Zweifel daran läßt, wes Geistes Kind solcherart Regelungen sind: Weiterlesen

Homo-Aufläufe schmecken nicht jedem

29 Jul

Am Wochenende konnte die „Neckar-Metropole“ Stuttgart ein Ereignis der ganz besonderen Art erleben. Denn die Gemeindemitglieder der hiesigen lefebvristischen Kirche St. Mariae-Himmelfahrt hatten sich aufgemacht, um öffentlich gegen ein Ereignis zu demonstrieren, dass ihrer Meinung nach zum Himmel stinkt: einen „Homo-Auflauf“.

Die Gruppe von Gläubigen versammelte sich auf dem Marienplatz mit Transparenten und betete vor einem Kreuz den Rosenkranz.

Und nicht nur das. In alter lefebvristischer Tradition wurden auch Transparente gemalt, die auf vortrefflichste Weise die Liebe zur Geltung brachten, die die Gläubigen gegenüber den „armen Sündern“ empfinden. „Achtet Gottes Gebote“, „Rettet Kinder vor Perversion“, „Aids Geissel der Unzucht“ oder „Sünde macht nicht glücklich“ konnte man da lesen. Weiterlesen

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