Tag Archives: Tilman Krause

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30 Jan

Einer der bisher klügsten Beiträge zur aktuellen „Sexismus-Debatte“ kommt von Tilman Krause in der WELT. Manchmal ist Homosexualität eben doch eine Qualifikation…

Antifa heißt Arschficken

4 Feb

Jonathan Littells Holocaust-Homosex-Roman „Die Wohlgesinnten“ fand in Tilman Krause noch einen Fürsprecher. Angesichts von Littells neuem Machwerk jedoch scheint auch Krause der Kragen geplatzt. „Das Trockene und das Feuchte“, der Titel erinnert nicht zufällig an die geistigen Ergüsse Charlotte Roches, ist Littells Sicht auf den belgischen Faschistenführer Léon Degrelle, der mit Hilfe der Theorie von Klaus Theweleit verstanden wird. Das Ergebnis läßt sich in einem Satz zusammenfassen:

Vielleicht hat ihm (Degrelle) genau das gefehlt, um ein Mensch zu werden – ein Schwanz im Arsch.

Soweit Littells Erkenntnisse über die Ursachen des Faschismus. Für seine Adepten kann dies wohl nur eines bedeuten: Die zwangsweise Beglückung des faschistischen Pöbels durch den Johannes von hinten ist die vörderste Pflicht jedes aufrechten Demokraten. Wenn das mal die Evangelikalen erfahren…

Selbsthass einer Hohlform

14 Okt

Schwuler Selbsthass nimmt mitunter merkwürdige Formen an, wie letzten Samstag in der Literarischen Welt zu beobachten war. Da schreibt Tilman Krause über einen Band mit Kurzgeschichten von Gabriele Wohmann:

all die neuen Lebensformen, die unsere Gegenwart inzwischen prägen, die Patchworkfamilien, Singles, Schwulen kommen hier nicht vor.

Um Schwule als „Lebensform“ zu kennzeichnen, muss man schon ziemlich heteronormativ denken. Vielleicht gilt das ja auch für die Wohmann, die, glaubt man Krause, wenn sie denn „moderne Lebensformen“ beschreibt, diese offenbar nur defizitär denken kann:

Und die einzige gleichgeschlechtlich orientierte Figur des Bandes, eine junge Lesbe, ist mehr Hohlform als Charakter („Call-a-pizza“).

Womit gemeint ist, dass sie der Wohmann bloss Material zur Ausschmückung des – natürlich heterosexuellen – Plots liefert. Das scheint Krause so falsch nicht zu finden und so nutzt er die Gelegenheit, seinesgleichen auf dem Umweg über die weibliche Variante mal so richtig den Marsch zu blasen:

denn dieses Lesbenmädel ist einfach eine dumme Gans.

Natürlich können auch Lesben dumme Gänse sein. Nur von „Heteromädels“ hat wohl noch nie einer geschrieben.

Adel und Ästhetik

4 Sep

Buchempfehlung: Zeit der Abwesenheit von Philippe Besson

Wunderschönes und trauriges Buch, ich kann es nur empfehlen! Hatte es mir vor einiger Zeit auf diese Rezension von Tilman Krause hin gekauft:

„Zeit der Abwesenheit“ bemächtigt sich auf originelle Weise Prousts. Doch nicht so sehr dieser bildet das Zentrum, sondern ein sechzehnjähriges Bürgersöhnchen, das 1916, da die Männer abwesend, weil im Krieg, sind, unter dem Einfluss des großen Autors seine „éducation sentimentale“ erlebt, die durchaus handfeste Formen annimmt, für die allerdings weniger Proust als vielmehr der Sohn einer Wäscherin zuständig ist, der den kleinen Vincent in die Wonnen der Liebe einführt. Sehr französisch, elegant, kokett, das Ganze!

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