Tag Archives: Toleranz

Verbieten verboten

19 Jun

Necla Kelek fordert ein Burka-Verbot in Deutschland. Ihre Begründung:

Das Tragen des muslimischen Ganzkörperschleiers habe „nichts mit Religion und Religionsfreiheit zu tun“.

Das mag ja sein, aber ist das ein Grund für ein Verbot? Weiterlesen

Wollt Ihr die totale Toleranz?

1 Mai

Warum müssen Schwule in Schwulenfilmen eigentlich so schwul aussehen? Vielleicht um überzeugend solche „Wahrheiten“ unters Volk zu bringen:

Gehören Schwulsein und Betrügen zusammen? So fragt die verlassene Ehefrau einmal. Damit spricht sie eine Wahrheit an.

Quasi die postmoderne Version des alten Kinorenners „Schwule sind Gauner“. Wobei der wohlige Grusel, den das  Betrachten solcher Gestalten früher beim Durchschnittshetero auslöste, heute anderen Reaktionen gewichen ist: Weiterlesen

Ja, man kann!

9 Apr

Der Schweizer Islamwissenschaftler Tariq Ramadan ist – gelinde gesagt – umstritten, so umstritten, dass ihm die USA sechs Jahre lang die Einreise verweigerten – warum auch immer. Am gestrigen Donnerstag sprach er nun in New York zum Thema Meinungsfreiheit. Und ehrlich gesagt, was er dort zum Besten gegeben hatte, damit kann man leben, wenn man auch nicht in jedem Punkt zustimmen mag. Zu unser aller Lieblingsthema hier, äußerte er sich wie folgt:

Der Frage aus dem Publikum, ob jemand nach Ansicht des Professors offen homosexuell und gleichzeitig gläubiger Muslim sein könne, wich Ramadan jedoch aus. «Ich bin nicht einverstanden mit dem, was Du machst, aber respektiere Dich als Menschen», antwortete Ramdan. Jede Person habe verschiedene Identitäten, letztlich sei der freie Wille entscheidend, welchen man folge.

Das ist als Antwort durchaus annehmbar, auch wenn man sich eine etwas überzeugenderes Statement gewünscht hat, z. B. dass es natürlich kein Problem ist, gläubiger Moslem und offen homosexuell zugleich zu sein.

Warum sollte es auch anders sein?

Warum Toleranz nicht genügt (2)

18 Nov

Ein paar Jahre lang ist man nun schon offiziell schwul, man hat gelebt, geliebt, gelacht und geweint und sich intensiv mit seinem Status als „Minderheit“ in einer heterosexuellen Mehrheitsgesellschaft auseinandergesetzt. Man hat hunderte Male erklärt, dass man nicht auf Frauen steht, und dass obwohl man gar nicht schwul aussieht; man hat vielfältige blöde Bemerkungen mal über sich ergehen lassen, mal gekontert; man hat des Öfteren erklärt, dass man nichts gegen Heteros habe und auch nicht prinzipiell gegen jede Art von Religion sei; und nein, als Schwuler wählt man nicht immer bloß links und grün; nein, wir gehen nicht alle in den Park um uns gegenseitig zu besteigen; nein, wir sind nicht alle bei Gayromeo; nein, wir tragen nicht alle Frauenkleider; nein, wir tucken nicht unentwegt rum; nein, wir haben nicht alle was gegen Kinder und Familie; nein, wir lieben Kinder nicht mehr als es erlaubt ist; nein, wir wollen keine Sonderrechte; nein, wir wollen bloß behandelt werden, wie jeder Hetero auch.

Doch warum tut man sich das eigentlich an? Weiterlesen

Warum Toleranz nicht genügt

4 Sep

Genügt es, als Schwuler von der Mehrheitsgesellschaft einfach nur toleriert zu werden? Kann man sich damit zufrieden geben, dass andere Leute der Meinung sind, schwul sein, das sei zwar nicht richtig, aber man habe es zu tolerieren?

Nein!

Meine Toleranz geht sehr weit. Wenn jemand der Meinung ist, Homosexualität sei Sünde, dann ist das sein gutes Recht. Wenn jemand findet, Schwule sollten gefälligst wieder zurück in den Wandschrank kriechen, auf das sie die Gesellschaft nicht mit ihrer Existenz belästigen, dann werde ich ihn nicht daran hindern, diese Äußerung zu vertreten. Wenn jemand behauptet, Homosexualität sei pervers, ist das letzte was ich tun würde, zum Staatsanwalt zu rennen und Papa Staat um rechtlichen Schutz vor dieser bösen Meinung zu bitten.

Ich glaube, dass jeder Mensch das Recht hat, gemein, fies und ein hassenswertes Arschloch zu sein. Das hat aber nichts damit zu tun, dass ich dennoch finde, dass Meinungen zutiefst falsch und unmoralisch, ja gar beschränkt und absolut grausam sein können. Es besteht ein gewaltiger Unterschied zwischen dem, was einem Menschen erlaubt sein und dem, was er aus eigener Einsicht nicht tun sollte. Zu dieser Einsicht zu gelangen, betrachte ich als moralisches Verhalten.

Homosexualität ist nichts schlimmes. Diejenigen, die das anders sehen, haben das Recht dies so zu sehen. Dennoch liegen sie falsch. Und diesen Menschen klar zu machen, dass sie falsch liegen, betrachte ich als ein wirklich wichtiges, mehr noch, als das entscheidende Anliegen.

Warum also gebe ich mich nicht damit zufrieden, toleriert zu werden? Nun, vielleicht kann John Corvino die Sachlage verdeutlichen1: Weiterlesen

%d Bloggern gefällt das: