Tag Archives: Transsexualität

Warum auch Herrn Matussek ein Bildungsplan „sexuelle Vielfalt“ gut getan hätte

13 Feb

Matthias Matussek hält Schwule für defizitäre Wesen. Das ist weder originell noch lesenswert und soll daher nicht weiter kommentiert werden. Wer den Erguss gerne im Ganzen lesen will, kann das hier tun: Ich bin wohl homophob und das ist auch gut so.

Nur zwei Korrekturen seien erlaubt, denn Matussek schafft es, in einem Satz gleich zwei Fehler einzubauen: Weiterlesen

Nicht ohne meine Transphobie

10 Dez

Weiß hier jemand, was „Schnellreaktionsmechanismus“ ist? Oder „Thesaurierungsregelungen“? Oder „Transphobie“?

war Anfang Dezember im Tagesspiegel zu lesen, als Auftakt einer Beschwerde über den angeblich unverständlichen Koalitionsvertrag. Die Steilvorlage aufgegriffen hat Tagesspiegel-Autor Bernd Matthies am vergangenen Sonntag unter dem Titel „Meine Ängste gehören mir“:

Was ist eigentlich aus der guten alten Phobie geworden? Das griechisch verwurzelte Wort stand einst für alles, wovor ein Mensch Angst haben konnte, vor Spinnen, weiten Plätzen, engen Räumen – Epistaxiophobie beispielsweise ist die Angst vor Nasenbluten. Gemeinsam ist diesen psychologisch-medizinisch definierten Phobien, dass sie keine reale Grundlage haben oder doch zumindest der realen Gefahr völlig unangemessen sind, und insofern ein Krankheitsbild darstellen, das prinzipiell behandelbar ist.

Homophobie, nun wird es interessant, ist die Angst vor Gleichheit und Monotonie, aber auch vor Homosexualität. Transphobie, ein offenbar brandneuer Begriff, meint die Angst vor Transsexualität oder Transsexuellen. Weiterlesen

My Way

23 Apr

Nach den homosexuellen wagen sich zunehmend auch transsexuelle Christen aus der Deckung. Manch konservativer Christ fühlt sich davon auf den Plan gerufen:

Nach Angaben des Diakonie-Fachverbandes für Sexualethik und Seelsorge Weißes Kreuz ist der Wunsch nach einer Geschlechtsumwandlung in den vergangenen Jahren öfter aufgetreten. Es wäre aber verkehrt, von Schöpfungsvarianten zu sprechen, sagte der Leiter, Rolf Trauernicht (Kassel), der Evangelischen Nachrichtenagentur idea.

Warum das verkehrt wäre, diese Erklärung fehlt bei Trauernicht. Immerhin gibt er zu, man wisse nicht, warum

gelegentlich Knaben mit weiblichen Sexualmerkmalen und Mädchen mit männlichen Merkmalen geboren werden

– der Zusammenhang, in den der Fachmann Transsexualität dann stellt, macht aber deutlich, dass es ihm keineswegs um eine fachliche Auseinandersetzung mit dem Thema geht: Weiterlesen

Kuba: Heterosexualität endlich legal

15 Aug

„Homosexueller heiratet in Kuba Transsexuelle“, titelt Google News und sorgt damit für einige Verwirrung. Denn eigentlich hätte diese Meldung heißen müssen: „Mann heiratet Frau“: Weiterlesen

Advent, Advent

30 Nov

Der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger (SPD, Bonn), soll wegen umstrittener Äußerungen zurücktreten. Das fordern CDU-Politiker und die Initiative „Christdemokraten für das Leben“ (CDL).

Was hatte Krüger gesagt? Seiner Ansicht nach

erodieren klassische Geschlechterkategorien mehr und mehr.

Diese Sicht muss man nicht teilen, besonders exotisch ist sie allerdings nicht. Auch eine weitere Äußerung Krügers ist einigermaßen banal: Weiterlesen

Pragmatisch homophob

25 Okt

Auf den ersten Blick ist es ein Paradox: Im Iran ist Homosexualität unter Androhung rigider Strafen verboten, während das Gesetz Transsexualität duldet. Menschen, die sich im falschen Körper glauben, ist es deshalb unter strengen Auflagen möglich, sich einer geschlechtsangleichenden Operation zu unterziehen. In Teheran gibt es einen Arzt und eine Klinik, die sich auf solche Eingriffe spezialisiert haben. Selbst die als sehr schwierig geltende Frau-zu-Mann-Umwandlung gehört zu ihrem Repertoire.

So der Standard über einen Dokumentarfilm Be like Others. Doch, wie gesagt, das Paradox ist nur dann eines, wenn man Homo- und Transsexualität gleichsetzt:

Denn nur wenige der von [Regisseur] Eshaghian Porträtierten sind im klassischen Sinne transsexuell; die meisten sind schwul oder lesbisch und verzweifelt darüber, dass sie eben dies nicht sein dürfen.

Womit klar wäre, dass der Pragmatismus des Iran beim Umgang mit Geschlechtsumwandlungen, lediglich ein weiterer Ausdruck ihrer barbarischen Homophobie ist und nur dazu dient, heteronormative Geschlechterstereotype aufrechtzuerhalten.

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