Tag Archives: Ungarn

Mein Körper, meine Kleidung, meine Freiheit

6 Okt

Manchmal sind es die kleinen Meldungen, die besonders wichtig sind:

Der Uni-Rektor der ungarischen Kleinstadt Kaposvár hat eine konservativere Kleiderordnung erlassen: zuchtvoll bis elegant. Seither sieht man in den Hörsälen viel nackte Haut, die zum Politikum wird

Dazu lässt sich nur sagen: Gut, dass die Zeiten vorbei sind, in denen Regeln eingehalten wurden, weil es eben Regeln sind. Und gut, dass die Zeiten vorbei sind, als Menschen sich jeden Unsinn haben gefallen lassen.

So höret denn, Ihr Konservativen da draußen, ihr Moralisten, ihr sauertöpfischen Oberlehrer: Ihr mögt es „Dekadenz“ nennen. Ich aber nenne es Freiheit!

Rechts ist nur der Abgrund

28 Apr

Ganz sicher bin ich kein Freund der politischen Linken. Sozialismus, Ökoligismus, Feminismus, Genderismus etc. pp., all das sind linke Herzensanliegen mit denen ich mich nicht identifizieren kann und in denen ich eine Gefahr für die individuelle Freiheit sehe, die eine Gefahr für die individuelle Freiheit sind . Und die Geschichte beweist eindrücklich, dass linke Projekte ein Garant für Unterdrückung und Elend sein können. Aber, bei aller Kritik und Abneigung – eines man muss der Linken zumindest zugute halten: Sie meint es gut. Sie hat ein Herz. Sie will ein besseres Leben für alle Menschen.

Diese Entschuldigung hat die politische Rechte dagegen nicht. Denn diese agiert zu oft einfach nur kalt, unmoralisch und bösartig. In Ungarn zeigt sich das gerade mal wieder sehr deutlich: Weiterlesen

Ungarn in merkwürdiger Verfassung

27 Apr

Also mal ehrlich, wer bitte schön kann eine solche Verfassung ernst nehmen, wie sie sich Ungarn gerade neu gegeben hat? Ich jedenfalls kann es nicht: Weiterlesen

Mit Betthäschen beim Demonstrieren

14 Sep

Wenn Heteros merken, dass ihre sexuellen Vorlieben nicht von allen geteilt werden, und nicht jeder Geschmack am Kult der Heterosexualität findet, kann es zu merkwürdigen Reaktionen kommen. Einige werden sauer, andere werden aggressiv, andere fangen an zu jammern, und wieder andere beginnen zu demonstrieren. Letzteres kam auch einem gewissen Csaba Koletár in den Sinn, der den Gay Pride in Budapest zum Anlass nahm, ein eigenes Event aufzuziehen: den „Hetero-Pride“.

Nun ist diese Idee an sich nicht schlecht, krankt aber an zwei grundlegenden Missverständnissen. Weiterlesen

Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen…

7 Sep

Bedroht vom rechtsextremen Pöbel, jedoch sicher abgeschirmt durch die Polizei, ist am Samstag der CSD („Gay Dignity March“) in Budapest über die Bühne gegangen. Der Weg, den der Ostteil Europas noch vor sich hat, was die Würde und den Respekt vor der Freiheit des Einzelnen angeht, scheint noch sehr lang zu sein. Denn obwohl die Toleranz in Ungarn gegenüber Homosexualität steigt, ist die Haltung der Mehrheitsgesellschaft gegenüber Schwulen und Lesben erstaunlich unbefriedigend:

Wie die Ungarische Nachrichtenagentur MTI am Freitag aus der Studie zitierte, könne die Mehrheit der ungarischen Gesellschaft nicht als homophob oder schwulenfeindlich betrachtet werden. Die Öffentlichkeit würde lediglich zurückweisen, dass Homosexualität als „öffentliche Angelegenheit“ gehandelt würde.

Was in diesem Zusammenhang natürlich nichts anderes bedeutet, als dass man gefälligst nicht mit der schieren Existenz von Homosexuellen belästigt werden will; andererseits Heterosexuelle aber selbstverständlich das für sich in Anspruch nehmen dürfen, was sie Schwulen und Lesben versagen.

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