Tag Archives: Vereinigte Arabische Emirate

Postmoderne Emirate

30 Aug

Wedad Lootah hat den ersten Sexratgeber für Moslems geschrieben. Was die Frau, die sich hinter Hijab und Niqab verbirgt, dafür qualifiziert? Vermutlich Wahrheiten wie diese:

Eigentlich ist im Islam alles erlaubt. Das Einzige, was verboten ist, ist Analverkehr.

Warum? Nun,

Durch Analverkehr werden die Schleimhäute dünner, Bakterien haben mehr Angriffsfläche. Er kann viele Krankheiten verursachen, auch HIV kann durch Analverkehr übertragen werden. Diese Art von Verkehr ist nicht nur Missbrauch, man fühlt sich als Frau auch behandelt wie ein Tier. Manchmal haben Paare vor der Ehe nur Analverkehr, damit die Frau Jungfrau bleibt. Auch das ist ein Problem.

Doch es gibt noch mehr Probleme im Emirat. Manche Männer wollen auch deshalb von hinten ran, weil sie es nicht anders gewohnt sind:

Ja, dieses Problem gibt es. Es gibt sowohl homosexuelle Erfahrungen bei Frauen als auch bei Männern. Es laufen gerade zwei Kampagnen in Dubai, die dieses Problem bekämpfen sollen. Wenn Frauen kommen und sich beschweren, dass ihre Männer nur Analverkehr wollen, schaue ich mir die Geschichte des Mannes genauer an. Meistens komme ich darauf, dass er vorher mit Männern Verkehr hatte.

Und was ist daran verkehrt?

Homosexualität verursacht viele Krankheiten und steht der Fortpflanzung im Weg. Homosexualität zerstört die Männlichkeit, homosexuelle Männer können nicht mehr als Mann agieren, und das ist ungesund. Was sollen die Frauen machen, wenn alle Männer schwul werden? Wenn wir sagen, Homosexualität ist die persönliche Freiheit jedes Einzelnen, dann stirbt die Menschheit aus.

Wenn wir sagen, die sexuelle Orientierung sei vom Individuum frei zu wählen, sind wir ziemlich postmodern. Nur mit der Realität hat das dann nichts mehr zu tun.

Erster Erfolg der EMMA-Kampagne für die Diskriminierung lesbischer Liebe

2 Sep

Die Bemühungen der EMMA-Feministinnen, lesbische Liebe ebenso verfolgen zu lassen wie männliche Homosexualität, zeigen – jetzt auch in der nächsthöheren Instanz -erste Erfolge:

Erst vor wenigen Tagen hatte ein Gericht in dem arabischen Golfemirat Dubai zwei Ausländerinnen zu jeweils einem Monat Haft verurteilt, weil sie einander an einem Strand geküsst und berührt haben sollen. Die 30 Jahre alte Libanesin und die 36 Jahre alte Bulgarin sollen nach der Verbüßung ihrer Haftstrafen abgeschoben werden.

Tja, EMMA, wenn das kein Grund zum Feiern ist. Als nächstes könnt Ihr dann ja eine Kampagne gegen die Kriminalisierung lesbischer Liebe starten, nachdem ihr jahrelang das Fehlen eben dieser bemängelt habt.

Andere Länder, andere Unsitten

12 Aug

In Abu Dhabi, Hauptstadt der Vereingten Arabischen Emirate, gibt es seit 1975 eine „Deutsche Schule„:

An der Deutschen Schule treffen zwei Welten aufeinander, die draußen, in der Wüstenmetropole am Golf, kaum miteinander in Berührung kommen. In dieser Stadt, deren Wirtschaftsboom sich in Marmor, Glas und Hochhäusern ausdrückt, in Luxusautos und glitzernden Shopping Malls, sind private Kontakte zwischen Emiratis und Europäern selten.

Und natürlich hat man sich an der Schule ein hehres Ziel gesetzt, den interkulturellen Dialog:

Noch steht die Schule am Anfang ihrer Karriere als interkulturelle Instanz. Bei den Kleinsten geht es noch ums gemeinsame Spielen wie bei Ali und Carlos. Aber wenn aus den Kindern Teenies geworden sind, könnte sich das Klima verändern. So dürfen Liebespärchen sich bislang auf dem Schulhof küssen. Das könnte zu Konflikten führen in einem islamischen Land, das mit Sexualität weit strenger umgeht als Deutschland, das etwa Pornographie und sogar Homosexualität unter Strafe stellt.

Andere Länder haben eben andere Sitten. Und das den Schülern verständlich zu machen ist oberstes Gebot:

Schulleiter Gerald Miebs weiß, dass ein Balance-Akt bevorsteht. „Sich annähern, Verständnis füreinander entwickeln und gemeinsame Wege beschreiten“ heißt seine Devise: Toleranz müssen beide Seiten üben.

Nö, find ich nicht.

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