Tag Archives: Vertragsfreiheit

Klagen, nichts als Klagen

7 Jul

Ich habe mich ja mittlerweile damit abgefunden, dass Privateigentum in diesem Staat keinen hohen Stellenwert hat. Dass Vertragsfreiheit ein Konzept ist, mit dem hierzulande kein Mensch etwas anfangen kann. Dass der Staat einem vorschreibt, mit wem man handelt und wer mit wem Geschäfte einzugehen hat.

Es ärgert mich trotzdem immer wieder maßlos. Weiterlesen

Von der guten Frau und dem bösen Mann

1 Mrz

Zu den nahezu unhinterfragten Grundsätzen unserer Gesellschaft gehört es, dass Prostitution irgendwie nicht toll ist. Zwar ist es legal, Sex zu haben, und es ist auch legal, Geld zu verdienen (mit den üblichen staatlichen Einschränkungen) – mit Sex Geld zu verdienen, bzw. gegen Geld Sex zu haben, gilt aber aus nebulösen und nicht nachvollziehbaren Gründen als anrüchig.

Am ehesten könnte man sich die allgemeine moralische Abneigung gegen Prostitution noch mit einer Mischung aus tradierter, religiöser Sexual“moral“, Antikapitalismus, und insbesondere den Bildern einer unschuldigen, und damit schützenswerten, „weiblichen“, sowie einer bösen, und damit einzudämmenden, „männlichen“ Sexualität erklären. Weiterlesen

Religion als Privileg

25 Feb

Im US-Bundesstaat Arizona könnte es bald ein Gesetz geben,

wonach Geschäftsinhaber keine homosexuellen Paare bedienen müssen, wenn es eine schwere Last für ihren Glauben ist.

Die Begründung erscheint dabei auf den ersten Blick durchaus sympathisch:

„Jeder der ein Geschäft hat kann entscheiden mit wem er Geschäfte machen will und mit wem nicht“, erklärte [Arizonas Gouverneurin]. „Das ist Amerika, das ist Freiheit.“

Grundsätzlich bin ich ebenfalls dieser Ansicht. Weiterlesen

My home is my castle

7 Apr

Großbritanniens Homo-Szene echauffiert sich momentan über den konservativen Tory-Politiker Chris Grayling, weil dieser es gewagt hatte, in einer Rede das Recht eines Ehepaars zu verteidigen, ihre Räume fürs „Bed and Breakfast“ nur jenen Personen zur Verfügung zu stellen, die das Paar in ihrem Haus haben möchte. Eine Selbstverständlichkeit möchte man meinen, denn immerhin leben die Briten (noch) nicht im Sozialismus, wo der Staat bestimmt, wie man mit seinem Eigentum zu verfahren hat. Wenn also ein Paar, das einige seiner Räume freiwillig für nächtliche Unterkunft plus Frühstück zur Verfügung stellt, sich mit einem schwulen Paar unterm Dach unwohl fühlt, dann kann man das merkwürdig finden, aber mehr auch nicht.

Oder wie der nun unter Beschuss stehende Chris Grayling die Sachlage formuliert: Weiterlesen

Die Verhältnisse umdrehen, etwas entgegensetzen oder so ähnlich. Jedenfalls Kunst.

30 Aug

Neulich abends in Berlin-Kreuzberg. Damien hat Hunger und der nächste Imbiss ist in Sicht. Plötzlich macht sich ein Mann mit Kamera in der Hand und zwei Groupies im Hintergrund von der Seite an mich ran. Die Kamera sei nicht an und er sei Künstler. Ob er mich etwas fragen dürfe. Unglücklicherweise sage ich ja.

Künstler mit Kamera: Wir wollen im Rahmen eines Kunstprojektes demnächst fordern, für zwei Wochen die Fernsehfrequenzen, auf denen sonst Werbung zu sehen ist, der wir Tag für Tag ausgesetzt sind, für uns zu haben. Wir wollen das Verhältnis umdrehen, dem etwas entgegensetzen. Wir stellen uns das so vor: Jeder kann ein kurzes Statement abgeben, so einen Satz, hier draufschreiben (er hält ein abgerissenes Stück Karton hoch), vorher noch den Namen, wie heißt Du denn?

Damien: Das geht Dich gar nichts an. Im Übrigen finde ich Werbung echt cool und Eure Idee total bescheuert.

Künstler mit Kamera: Versteh uns nicht falsch, wir haben ja nichts gegen Werbung.

Ob es an meinem knurrenden Magen lag oder an dem leckeren Cocktail, den ich zuvor in der Advena-Bar genossen hatte, weiß ich nicht, jedenfalls verstand ich nun gar nichts mehr und begab mich schleunigst zum Essen.

Antidiskriminierung: Warum die Frage der Freiwilligkeit einen Unterschied ums Ganze macht

29 Aug

Antidiskriminierung gilt unter Liberalen als Reizwort, zumindest wenn sich das Wörtchen „Gesetz“ anschließt. Warum das Erste ohne das Zweite durchaus sympathisch ist, versucht dieser Beitrag zu zeigen. Ein Beispiel für die Fragwürdigkeit eines entsprechenden Gesetzes ist ein jetzt in Kalifornien ergangenes Urteil. Wie das Thema die Gemüter bewegt, zeigt schon die falsche Überschrift bei queer.de:

Ärzte müssen Homos behandeln

lesen wir dort und würden angesichts dieser Worte im Traum nicht darauf kommen, was dort eigentlich verhandelt wurde. Weiterlesen

Warum ich gegen das AGG bin…

29 Aug

…weil es nun mal Sinn macht, in einem asiatischen Restaurant auch von Asiaten bedient zu werden.

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