Tag Archives: Wahlkampf

Beteiligung bei Wohlverhalten

28 Apr

In einem Kommentar zum Ausschluss der CDU vom Berliner CSD begrüßte ein Leser diesen mit den Worten, auch er sehe es

als widersinnig an, bei einer Demo FÜR LGBT-Rechte eine Partei zu beteiligen, deren führende Repräsentanten wieder und wieder bewiesen haben, daß sie Schwule und Lesben für minderwertig und krank hält.

Befremdlich und bezeichnend finde ich in diesem Zusammenhang die Formulierung zu beteiligen, macht es doch deutlich, dass es bei der Berliner CSD-Parade offenbar nicht mehr darum geht, dass Menschen, die für die Gleichstellung von Homosexuellen eintreten, für ihr Anliegen auf die Straße gehen, sondern nur der Teil von ihnen, der dafür vom ZK die Genehmigung erhält. Weiterlesen

Wir sind alle gut zu Vögeln

18 Sep

Wahlkämpfe sind entweder langweilig oder peinlich. Selten, ganz selten, schaffen es Parteien, konstruktiv die Problemlagen eines Landes zu benennen, denn meistens kommt es eh nur zu einem Wettstreit, wer den Bürgern am glaubhaftesten verspricht, ihr Geld möglichst vorteilhaft umzuverteilen.

In Schleswig-Holstein können wir gerade Wahlkampf der besonders dummen Art erleben. Protagonist ist dabei ein gewisser Volker Lindenau von der Linken; der (vordergründige) Adressat heißt Guido Westerwelle, allseits bekannter parteiliberaler Störenfried des geheiligten sozialen Friedens in der Bundesrepublik.

Alles begann mit einem Flugblatt: Weiterlesen

Merkel leckt dem Papst die Butter vom Schuh

29 Aug

Kanzlerin Merkel hat in einem KNA-Interview angekündigt,

dass die Unionsparteien auch in Bezug auf das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare keine weiteren Zugeständnisse machen können.

Keine weiteren? Welche gab es denn bisher für homosexuelle Paare? Die Stiefkindadoption fällt ja wohl nicht darunter. Und wieso eigentlich Zugeständnisse? Was für ein merkwürdiges Menschenbild steckt da dahinter?

Vermutlich gar keins. Das ganze dürfte lediglich der Versuch Merkels sein, nach ihrer umstrittenen Papst-Schelte auf unsere Kosten verlorenen Boden wieder gut zu machen. Ob der Papst und seine Getreuen diese Schleimerei honorieren werden?

Vor allem: Mit wem will die Union regieren, wenn sie zu diesem längst fälligen Schritt nicht bereit ist? Mit der NPD? Der PBC?

Andererseits: Wenn ich die Wahl habe zwischen einer Linksregierung, die das Adoptionsrecht für Homo-Paare einführt, ansonsten aber Deutschlands Wirtschaft und damit uns weiter in den Abgrund führt, und einer bürgerlichen Regierung, die sich mit dem Adoptionsrecht noch Zeit lässt, dafür wirtschaftspolitisch gut am Start ist, dann wähle ich die zweite Option. Lieber wäre sie mir allerdings ohne den Wermutstropfen.

Freiheit schmeckt besser

17 Mai

Zur Europawahl hatte ich bei der Betrachtung von Werbeplakaten in diesem Jahr bereits zwei Mal ein gruseliges Déjà-vu. Zuerst erschreckte mich die CDU mit dem Slogan:

Wir in Europa!

wobei das „Wir“ schwarz-rot-gold unterlegt ist. Soll da am deutschen Wesen mal wieder die Welt zur Abwechslung Europa genesen?

Lothar Bisky hingegen fordert im Namen der Linken 20 Jahre nach dem Fall der Mauer:

Setzen wir dem Kapitalismus endlich Grenzen!

Dachten Sie, Herr Bisky, da eventuell an die Errichtung eines Bauwerks? Das wäre schade, nicht zuletzt um dieses bürgerliche Gemüse aus Beelitz, wie Eckhard Fuhr in der Welt bemerkt:

Zu DDR-Zeiten lag der Spargelanbau in der Beelitzer Gegend danieder. In gewisser Weise kann man das verstehen. Denn obwohl die Böden schlecht sind, kann man aus ihnen mit Getreide oder Kartoffeln mehr Kalorien herauspressen als mit Spargel.

Heute hingegen verdirbt selbst eine Wirtschaftskrise den Deutschen den Appetit auf Spargel nicht:

Auf den Spargelhöfen drängeln sich die Leute und füllen sich die Mägen mit etwas, das garantiert nicht vorhält. Spargel am Mittag hat Sahnetorte am Nachmittag zwingend zur Folge. Das ist die angenehme Seite des Kapitalismus. In den blühenden Dörfern Südbrandenburgs ist er noch zu Hause.

Damit das auch so bleibt, wählen wir am 7. Juni weder die Linke noch die CDU. Und leisten mit unserem sonntäglichen Spargelkonsum – neben dem puren Genuss – auch gleich noch einen Beitrag für den Fortbestand des Kapitalismus. Freiheit schmeckt einfach besser!

Adrian ist nicht schwul

9 Mai

Ja, das mag für Stammleser eine überraschende Mitteilung sein, ich richte mich bei dieser Vollzugsmeldung aber lediglich nach den Vorgaben des Mitgliedes des schwulen Zentralkommitees, den hochverehrten Genossen „SmartiSaar“, der auf queer.de schreibt:

Der LSVD hat auf seiner Hompage die Antworten der Parteien für die Europawahl eingestellt. Liest man sich die Antworten durch wird einem schnell klar das CDU, CSU und FDP für LGBT nicht zur wahl stehen.

SPD und Grüne sprechen sich dagegen für eine umfassende Gleichstellung aus ebenso für die Erweiterung der Antidiskriminierungsrichtlinien sowie Adoptionsrecht etc.

Fazit: Für LGBT kommen eigentlich nur die Grünen oder die SPD als mögliche Wahlkanidaten in frage.

Womit ja wohl geklärt wäre, dass ich weder „L“, noch „G“, noch „B“, noch „T“ sein kann, denn in Frage kommen bei mir eigentlich auch schwarz oder gelb. Klingt komisch, ist aber so.

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