Tag Archives: Was den Pinsel weich macht

Arme, kleine Heten

26 Nov

Heplev schäumt:

Was treibt die Homosexuellen-Szene eigentlich dazu, immer wieder Persönlichkeiten der Geschichte für sich und ihre sexuelle Ausrichtung zu reklamieren? Abraham Lincoln wurde schon Homosexualität angedichtet, jetzt ist es König Ludwig II. von Bayern. Haben die Schwulen derart wenig Selbstvertrauen, dass sie sich mit Gewalt (s. Kalifornien) und Geschichtsrevision stark machen müssen? Oder haben die Recht, die behaupten, sie wollten die Dominanz der Heterosexuellen mit aller Macht? [Links im Original, A.]

Gegenfrage: Wie kommt es eigentlich, dass die Heterosexuellen-Szene immer wieder den Schwanz einzieht, wenn gemutmaßt wird, eine Person der Zeitgeschichte könnte nicht ihre sexuelle Orientierung geteilt haben? Haben die Heteros derart wenig Selbstvertrauen, dass sie Gewalt gegen Homos verüben und ihre Abwehr gegen alles als homosexuell deklarierte, stets und ständig betonen müssen? Haben die Recht, die behaupten, Heterosexuelle seien nichts weiter als ein Häuflein unsicherer Würstchen, die, weil sie sonst nichts im Leben haben, vor Stolz und Arroganz ob ihrer „höherwertigen Sexualität“ geradezu platzen?

Warum Intoleranz manchmal notwendig ist

16 Nov

Es war im Herbst 2005, als in Berlin ein Grußwort des Regierenden Bürgermeisters an ein Fetisch-Festival für Unmut sorgte. Nicht nur die CDU empörte sich, die

Bilder in der Werbebroschüre „zeigen unumwunden Akte enthemmter Gewalt“ und „faschistoide Motive“.

Doch aller öffentlich artikulierte Abscheu half nicht, das Festival scheint sich etabliert zu haben und fand so auch in diesem Jahr erneut statt. Dieses Jahr jedoch gab es erstmals massive Proteste von Anwohnern: Weiterlesen

„Freundschaft als Lebensweise“. Wie Schwule, die nicht schwul sein wollen, ihr Heil im Islam suchen (Teil 2)

31 Okt

Teil 1

Die Bösen bei Klauda sind die Schwulen,

die sich als akzeptierte Minderheit im Rahmen gegebener Normen etablieren wollen,

die Guten die,

die – auch weil man sie nur um den Preis der Selbstverleugnung dazugehören lässt — den Mechanismus infrage stellen, der die Normen – und damit von ihnen abweichende Minderheiten – erst produziert.

Natürlich ist die Unterscheidung Unsinn. Warum sollte man denen einen Vorwurf machen, die akzeptiert werden und sich etablieren wollen? Warum gilt Identität plötzlich als Selbstverleugnung? Weiterlesen

„Freundschaft als Lebensweise“. Wie Schwule, die nicht schwul sein wollen, ihr Heil im Islam suchen (Teil 1)

30 Okt

Es gibt Thesen, die sind so absurd und zynisch, dass man ihnen am Besten so wenig wie möglich Aufmerksamkeit schenkt. Wenn ihre Begründer allerdings die ersten Bücher schreiben und anfangen, deutschlandweit daraus vorzulesen, kann es an der Zeit sein, das eine oder andere kritische Wort darüber zu verlieren. Georg Klauda ist so ein Fall. Der veröffentlichte unlängst „Die Vertreibung aus dem Serail. Europa und die Heteronormalisierung der islamischen Welt“. Die erste Rezension des Buches ist ein großes Lob desselben und eignet sich daher vorzüglich auch für eine Kritik des Titels. Und die beginnt schon bei der Überschrift, in der es heißt, Klauda betreibe die

notwendige Kritik des schwulen Islam-Diskurses.

Einen solchen jedoch gibt es ebenso wenig Weiterlesen

Warum Sex in die Ehe gehört…

11 Sep

…das stand am Dienstag in der Zeitung. Mal sehen, ob Sie erraten von wem das folgende Zitat stammt.

Der Westen deutet das Tragen des Schleiers als Unterdrückung der Frau und ihrer Sexualität. Doch als ich auf meinen Reisen in muslimische Länder eingeladen wurde, mich an Gesprächen in dem in muslimischen Haushalten allein den Frauen vorbehaltenen Umfeld zu beteiligen, stellte ich fest, dass die muslimische Einstellung bezüglich des äußeren Erscheinungsbildes und der Sexualität von Frauen ihre Wurzeln nicht in der Unterdrückung hat, sondern in einem starken Sinn für die Unterscheidung zwischen Öffentlichem und Privatem und für das, was Gott, und das, was dem Ehemann geschuldet ist. Es ist nicht so, dass der Islam die Sexualität unterdrückt, sondern dass er einen ausgeprägten Sinn dafür hat, sie in die ihr angemessenen Bahnen zu lenken – in Richtung der Ehe, der Bande, die das Familienleben stützen, und der Beziehungen, die das Zuhause absichern.

Nein, Sie brauchen mir nicht den Autor zu nennen, mir würde es schon reichen, Sie würden die politische Herkunft des Textes korrekt bestimmen. Na? Weiterlesen

Homos schlagen Beenie Man

21 Aug

Beenie Man, seines Zeichens irgend so ein gewöhnlicher Reggae-Sänger mit Hang zur Homophobie, durfte nicht im Hamburger Kulturzentrum „Knust“ auftreten. Die Homolobby hat sich schließlich doch als zu mächtig erwiesen. Nicht mal die von Beenie Man unterschriebene Erklärung, auf Hassaufrufe zu verzichten, war den Schwulis gut genug. Die Chefs von „Knust“ bekamen jedenfalls richtig Schiss:

Gegen den Auftritt hatten die „uns nahe stehenden Fanverbänden des FC St. Pauli“ protestiert, erklärte das Knust-Veranstaltungszentrum nun auf seiner Website. Die Diskussion habe „in den letzten 24 Stunden eine für uns gefährliche Eigendynamik entwickelt“

Doch die Gefahr konnte zum Glück gebannt werden, Beenie Man ist in Sicherheit und Hamburg bleibt vor tobenden Homo-Horden geschützt. Und mal ehrlich: Ohne Songs mit gewalttätigem Inhalt wäre der Auftritt von Beenie Man auch so in die Hose gegangen.

Feministisches Spielzeug

20 Aug

Wie sich ausnahmsweise einmal Mädchen darüber streiten, ob Jungs, die sich küssen, sexy sind und ob das feministisch genug ist, darüber schreibt Sonja Eismann in der Jungle World: Dünne Jungs in engen Mädchenhosen.

Die der Jugendkultur der Emos aus vielerlei Richtungen entgegenschlagenden Ressentiments ordnet Eismann dabei so ein:

Die binären Geschlechterdichotomien dürfen nicht angetastet werden, und nicht-heterosexuelles Begehren darf nicht existieren, da es »alles andere als hetero« ist und somit die von vielen Rappern so gerne angerufene patriarchale Ordnung unterminiert.

Über den Sänger von Tokio Hotel weiß Eismann:

Bill Kaulitz – mit seiner verschleierten Sexuali­tät und seinem feenhaften Auftreten als androgyner Prinz die perfekte Projektionsfläche für die Sehnsüchte junger Mädchen – kann aber vor allem als paradigmatisch für die Strukturierung von Begehren im Emo gelten.

Und das, so Eismann, ist attraktiv für jene Jugendlichen, die sich nicht entscheiden können oder wollen, wo sie hingehören, bezüglich Geschlecht und sexueller Orientierung: Weiterlesen

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