Tag Archives: Was ist queer?

Was hat Lann Hornscheidt getan?

2 Dez

Lann Hornscheidt ist ein Mensch, der sich weder mit der Geschlechtszuschreibung „weiblich“, noch mit der Geschlechtszuschreibung „männlich“ identifizieren kann. Beschäftige ich mich mit Hornscheidt, ist es mir vollkommen unverständlich, wie viel Abneigung und Hass Hornscheidt auf sich zieht:

Lann Hornscheidt lehrt Gender Studies und möchte geschlechtsneutral als Professx angeredet werden. Die Folge: üble Briefe, aggressive Medienberichte und Gewaltandrohung

Nun wurde zusätzlich eine Petition gestartet wurde um Hornscheidt die Professur zu entziehen:

[„freitag“:] Der offene Brief wurde von dem Bildungsforscher Michael Klein und der Soziologin Heike Diefenbach online bei sciencefiles.org veröffentlicht. Fast 70 Menschen, die meisten ebenfalls aus der Wissenschaft, haben ihn unterzeichnet. Man wirft Ihnen da „Dienstvergehen“ vor. Ihr Verhalten mache den Berufsstand „lächerlich“, heißt es.

Initiiert von „sciencefiles.org“ also, einer Webseite, mit der auch ich bereits einmal aneinandergeraten bin. Offenbar ist es manchen Menschen  schwer erträglich, ungewohnte Standpunkte und Ansichten auch nur zu tolerieren.

Doch worum geht es eigentlich bei der ganzen Debatte? Weiterlesen

Queerer Mumpitz?

6 Jan

Queer, öko und esoterisch – Mumpitz hoch drei.

meint Sandra Luzina im Tagesspiegel über ein Stück bei den Berliner Tanztagen.

Ein wenig kurios finde ich diese Reihung schon, denn wer wollte sicher sein, dass die durchschnittliche Tagesspiegelleserin nicht selbst ein wenig „öko“ und „eso“ ist? Weiterlesen

Das spezifisch Homosexuelle

24 Jun

Wenn »queer« allerdings als politische Formel verstanden wird, die ein Agieren (acting) daran knüpft, im Anderssexuellen das ganz Andere zum Bürgerlichen zu erkennen und das Homosexuelle lediglich als Moment des Dissidenten zu nehmen, heißt das – nähme er oder sie dieses Identitätsangebot auch politisch ernst –, auch auf allen anderen Feldern politischer Kritik oppositionell zu leben: also globalisierungskritisch zu sein, gegen Rassismus aufzutreten, gegen die Geschlechterdichotomie zu sein und ohnehin gegen jede Form von Diskriminierung und Benachteiligung. Das hieße, Homosexuelle würden sich nicht mehr als Homosexuelle engagieren, sondern als Menschen gegen das Schlechte an und für sich. Weiterlesen

Ich versteh die Welt nicht mehr…

10 Jun

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) hat eine Buchrezension empfohlen, deren Inhalt sich mir absolut nicht erschließt. Gut zugegeben, es geht dabei um Feminismus und Queer-ismus, also zwei Themen, die von vornherein schwer bis gar nicht zu verstehen sind. Und ich bezweifle, dass irgendjemand beim LSVD verstanden hat, was uns die Rezensentin eigentlich sagen will:

Aha, denke ich. Es gibt also Femmes, die sich als queer verstehen und nicht als lesbisch, auch wenn sogenannte Lipsticklesben auch oft als Femmes bezeichnet werden. Damit geht für mich ein neuer Selbstbezeichnungsraum auf, gegen den ich mich bis dahin gewehrt hatte, weil eine Selbstbezeichnung als Femme sich für mich nicht stimmig angefühlt hat, wenn sie gleichbedeutend mit Lesbischsein ist. Ich denke atemlos weiter. Weiterlesen

Alle unsere Freunde

21 Mai

Zuerst ware wir alle nur schwul. Dann mussten wir die Lesben mit ins Boot holen. Danach kamen auch noch alle Formen von Transidentitäten bei uns unter. Bereits damals habe ich mich gefragt, was Transsexualität denn bitte schön mit Homosexualität zu tun hat. Als dann noch die Intersexuellen auf den Wagen aufsprangen, habe ich die Welt nicht mehr verstanden.

Aber nun bin ich vollkommen von der Rolle, denn der Lesben- und Schwulenverband Deutschlands (LSVD) bereitet die queere Welt offenbar darauf vor, sich demnächst auch noch für die Belange der „Asexuellen“ einsetzen zu wollen. Nämlich indem der Verein in seiner Presseschau auf einen herzzerreißenden Artikel über die angebliche Diskriminierung der Menschen aufmerksam macht, die keinen Bock auf Sex haben. Werden die Asexuellen demnächst also auf den CSDs der Republik  mitmarschieren dürfen?

Vielleicht wäre es statt dessen endlich mal an der Zeit, die ketzerische Frage zu stellen, was all diese „sexuellen Minderheiten“ überhaupt im Gefolge von uns  Homosexuellen zu suchen haben.

Lesben für Lukaschenko

1 Mär

Meine durchaus nicht unbedingt als Lob verwendete Bezeichnung des Internetportals queer.de als „schwule BILD-Zeitung“ hat eine erneute Berechtigung erfahren, denn wie die BILD gräbt auch queer.de Geschichten aus, die sonst keiner ans Tageslicht zu bringen, imstande ist. Da wäre z. B. die Sache, die sich zwischen dem weißrussischen Präsidenten Lukaschenko und Außenminister Guido Westerwelle abgespielt hat: Weiterlesen

Ohne Schwule keine Schwulenfeinde

12 Dez

Als vor ein paar Jahren die Diskussionen um den Begriff „queer“ so langsam in die Gedankenwelt der progressiven Großstadtschwuppe waberten, stellte ich die These auf, dass es in ein paar Jahren in bestimmten linken Kreisen vermutlich als reaktionär gelten würde, wenn man sich freimütig dazu bekennt, als Mann nur etwas mit Männern zu haben, sich also zu dem zu bekennen was man gemeinhin mit dem Begriff „schwul“ assoziiert.

Ganz so weit, wie ich damals vermutete sind wir zwar noch nicht, aber die ersten Anzeichen zur Bestätigung meiner These sind bereits da. Weiterlesen

Linke Partypupser

10 Dez

Linke haben keinen Humor. Wie auch? Innerhalb ihres pessimistischen Weltbildes ist das Leben schließlich scheiße, ganz einfach deshalb weil, nun ja, weil es eben so ist: Weibliche Friseusen verdienen immer noch weniger als männliche Ingenieure (Sexismus!); es gibt immer noch Menschen, die eher auf Latinos stehen als auf Asiaten (Rassismus!); es gibt immer noch Menschen, die Christen sind und nicht Moslems (Islamophobie!), und – last but not least – immer noch gibt es Menschen, die nicht „queer“ sind, was besonders schlimm ist, denn „queer“ zu sein, entwickelt sich zum neuesten Trend unter progressiven Linken. Der Clou dabei: Kein Linker weiß wirklich, was „queer“ eigentlich sein soll, man ist sich nur einig, dass das kapitalistische Schweinesystem uns alle daran hindert, unsere wahre queere Bestimmung zu finden, ebenso wie es uns vor ein paar Jahrzehnten noch daran gehindert hat, unsere wahre proletarische Bestimmung zu entdecken.

Doch die Linke wäre nicht die Linke, wenn sie aus dem Umstand, dass „queer“ eigentlich nichts bedeutet, keine Tugend machen würde. Weiterlesen

Stay gay!

12 Nov

Alles, was ein Mann zeigt, kann daraufhin analysiert werden, was es verbirgt oder kaschieren soll. Bei allem, was ein Mann sagt, kann man erwägen, was er verschweigt. Dieses Reflektieren auf Verdacht ist die Vorstufe allen Verqueerens. Jene wissenschaftliche Bewegung will hinter jeder erdenklichen männlichen Aktivität, Interaktion und Absicht versteckte Antriebe ausforschen. Dass jedoch dort überhaupt etwas anderes als der Mann an sich ist, versteht sich nicht von selbst.

Mit diesen ketzerischen Worten eröffnet Martin Hüttinger im aktuellen Heft der Zeitschrift „WERKSTATT SCHWULE THEOLOGIE“ einen Artikel über die Verqueerungsraserei, an der er die damit verbundenen Aberkennungsrituale kritisiert. Weiterlesen

Von schwulen Dosenöffnern und queerer Inkontinenz

1 Nov

Bauwagen oder Luxusloft? Wie wir wohnen

titelt das Berliner queer-Magazin Siegessäule in seiner November-Ausgabe. Und damit wäre auch umrissen, wer eigentlich mit „wir“ gemeint ist. Queers eben. Was das ist, wissen Sie nicht? Dann passen Sie mal auf: Karl-Heinz lebt auf dem Land. In seinem Garten steht Weiterlesen

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