Dass die Wehrpflicht ein antiquiertes Konstrukt aus einer Zeit ist, in der der Staat es für nötig hielt Männer zu Männern zu „formen“, bzw. alles getan werden musste, damit die Sowjetunion nicht in Tübingen einfällt, ist bekannt. Ungerecht ist sie sowieso. Aus (mindestens) zweierlei Gründen. Den ersten benennt Guido Westerwelle ziemlich klar:
Derzeit würden nur rund 15 Prozent der Männer eines Jahrgangs eingezogen, während viele andere an ihren Karrieren arbeiten könnten, betonte Westerwelle. Da sei es ein Akt der Gerechtigkeit, auf eine Freiwilligenarmee umzustellen.
Der zweite Grund wird wohlweislich nicht genannt, bzw. ist Westerwelle, wie so vielen anderen auch, gar nicht bewusst: Es wurde und wird seit jeher keine einzige Frau eingezogen, was Männer de facto diskriminiert und Frauen privilegiert. Da eine solche Diskriminierung aber dummerweise das falsche Geschlecht trifft, interessiert sie folgerichtig auch niemanden.
Westerwelle verriet, dass er selbst von der Bundeswehr einst wegen seiner Homosexualität nicht genommen worden sei. „1979 wurden gleichgeschlechtlich orientierte Männer ausgemustert. So war das damals“, sagt der FDP-Politiker, der sich im Juli 2004 anlässlich der Feier von Angela Merkels 50. Geburtstag erstmals öffentlich mit seinem Lebenspartner zeigte.
Zu meiner Zeit war das nicht mehr möglich. Allerdings wollte ich u. a. auch wegen meiner Homosexualität in die Bundeswehr. Dass die Erwartungen nicht erfüllt wurden; nun, das konnte ja keiner ahnen.
Update (26.07.09): Glatt vergessen. Natürlich ist der entscheidende Punkt für die Ungerechtigkeit der Wehrpflicht, die Institution an sich. Eine derartiger Eingriff in die Persönlichkeitsrechte, gehört sich einfach nicht.
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Schlagwörter: Bundeswehr, Diskriminierung, Guido Westerwelle, Schwule im Militär, Wehrpflicht
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