Tag Archives: Werbung

Berliner Sexismen

20 Feb

Überall da, wo Grüne die Mehrheit stellen, geht es früher oder später mit der Freiheit bergab. So auch im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg:

An diesem Donnerstag diskutiert jedenfalls der Ausschuss für Frauen, Gleichstellung und Queer von Friedrichshain-Kreuzberg über den Plan des Bezirksparlaments, sexistische, frauenfeindliche und diskriminierende Werbung von bezirkseigenen Werbeflächen zu verbannen.

Zunächst einmal: Wieso gibt es einen Ausschuss in dem Frauen und „Queer“ erwähnt werden, aber keine Männer? Weiterlesen

Achselfragen

18 Jan

Gestern abend habe ich mit einer Freundin einen launigen „Mädchenabend“ verbracht, mit viel Wein, viel Musik und spannenden Diskussionen über Tussen, Männern, Veterinärmedizin und Achseln. Moment, Achseln? Jawohl, Achseln! Beide haben wir uns gar köstlich amüsiert über die Reklame von „Dove“, die uns „gepflegte Achseln“ als neuen Trend verkaufen will.

Vom Begriff „gepflegter Achseln“ haben dabei weder meine Freundin noch ich etwas gehört. Beide waren wir bislang der Meinung, das regelmäßigen Duschen und Deo zur Achselpflege ausreichen würde – nebst dem Rasieren der Achselhaare, wobei ich letzteres als optional betrachte. Weiterlesen

Dann gibt es nur eins: Sag Nein!

9 Jun

Im Internet gibt es immer mehr Kritik an Prominenten wie Moritz Bleibtreu und Jürgen Vogel, die für die neue „1+1-Kampagne“ von Mc Donald’s werben.

Und was wird da genau kritisiert? Die Werbung sei

sicher gut für Ihr Bankkonto

gewesen. Hallo, soll ich Ihnen mal was verraten? Diese Typen bekommen sogar für ihre Filme Geld! Weiterlesen

Homosexualität – der bessere Weg?

23 Feb

Das Versagerland Uganda hat der westlichen Welt mal wieder vorgeworfen, Werbung für Homosexualität zu machen. So erklärte Präsident Yoweri Museveni:

„[Homosexuelle in Uganda] wurden nie verfolgt, sie wurden nie diskriminiert. Der Unterschied zwischen uns und Westeuropa ist, dass Europa Werbung für Homosexualität macht, als ob sie etwas Gutes wäre“, sagte Mueseveni in einem am Donnerstag ausgestrahlten BBC-Interview.

Als gottgläubigen Menschen, für den sich Museveni hält, hätte man ihm vielleicht entgegnen könen, dass Gott es nicht besonders mag, wenn man falsch Zeugnis wider seines Nächsten abgibt. Denn angesichts der Tatsache, dass Homosexualität in Uganda mit Gefängnis bestraft wird, kann wohl kaum die Rede davon sein, dass Homosexuelle nie verfolgt und diskriminiert wurden.

Schwule und Lesben im Westen mögen über die Aussage Musevenis erstaunt sein, hierzulande würde Werbung für Homosexualität gemacht. Aber vielleicht hat er uns damit  ja unabsichtlich einen guten Tipp geliefert. Weiterlesen

Werbung kann so schmutzig sein

7 Feb

Ganz spontan waren Adrian und ich gestern bei Bump. Schon wieder. Im Gespräch mit einem anderen Besucher erfuhren wir, dass er normale Orte wie diesen hier eher selten aufsuche. Wenn das die Schwuz-Crew gehört hätte. Normal wollte man hier doch nie sein, oder? Andererseits haben sich vielleicht auch die Zeiten geändert. Denn was, außer dass es Männer sind, die sich küssen, ist hier denn tatsächlich anders als da wo es normal ist? Das Schmutzigste jedenfalls, das mir gestern im Schwuz begegnete, war eine Werbung, die in den Toiletten auslag. Sie kennen sicher die „Alkohol? Kenn dein Limit“-Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Das Motto der Kampagne lautet „Alkohol macht mehr kaputt als du denkst.“ Und auf Plakatwänden gibt es dann diese humorfreien Fotos, deren Inhalt sich auch hier im Video wiederholt. Kleine Kostprobe gefällig?

Sie feiert heute hemmungslos … er stellt sie morgen nackt ins Netz.

Er will Party ohne Ende … und wacht in seiner Kotze auf.

Er verliert nicht nur den Führerschein.

Er feiert bis der Arzt kommt … und landet auf der Intensivstation.

Die Werbung im Schwuz war vom Irrenhouse. Deren Kampagne heißt „Alkohol! Spreng Dein Limit.“. Das Motto lautet „Alkohol macht mehr wieder gut, als Du denkst.“. Darüber ein Foto von vier halbwegs schicken Transen mit ihrer ganz eigenen Kotzprobe: Weiterlesen

Linksruck beim ColognePride?

13 Feb

Das hat man nun also von der zunehmenden Kommerzialisierung der Schwulen- und Lesbenszene: Fickverbot beim CSD. Was, Sie sehen da keinen Zusammenhang? Dann fehlt Ihnen wohl das richtige Weltbild. Also: Wer darauf besteht, dass auch Schwule bei einem CSD sich an das Strafgesetzbuch zu halten haben, ist hetero-repressiv. Im Ergebnis, beklagt der Gay Dissenter, solle der CSD,

ein an den Vorstellung der Werbewirtschaft, der konservativen Kräfte und religiöser Vereinigungen orientiertes Fest werden, dass schwulenfeindlich eingestellten Menschen jeglicher Coleur wohlgefällt. Eine klinisch reine Party für alle, nur eben nicht mehr für schwule Menschen.

Die nämlich fühlen sich von der Werbewirtschaft nicht angesprochen, sind niemals konservativ und religiös schon gar nicht. Bei queer.de findet sich die dazugehörige Diskussion, ob wir überhaupt normal sein dürfen – und hier tobt sich tatsächlich eine Sittenpolizei aus, die jedem Homo vorschreiben will, gefälligst die schwule Sau zu sein, für die uns kaum noch jemand aus der Mehrheitsgesellschaft hält – oder ob es nicht unsere historische Pflicht ist, andersartig zu sein und zu bleiben. Was damit genau gemeint sein soll, bleibt unklar. Weiterlesen

Der Sohn als Schwuchtel

19 Jan

Zwei Studenten der Hamburger Filiale der Miami Ad School haben eine Anzeige für Nike-Schuhe kreiert, die in den Staaten für einigen Unmut gesorgt hat, nicht nur bei Nike selbst – die Firma bekundet, nichts mit dieser Aktion zu tun zu haben -, sondern vor allem bei Lesben- und Schwulenverbänden. Zu sehen sind auf dem im Magazin CYMK veröffentlichten Werbeplakat nämlich ein paar Fußballschuhe, wobei eines wunderbar drollig mit schwarz-pinken Bändchen versehen ist, während im Hintergrund ein männlich-markanter Fußballspieler todesmutig den Fußball vor dem Treffer ins Tor bewahrt. Und als Krönung die Message der Anzeige: Weiterlesen

Kommen mit Gott

13 Jan

Konservative Christen sind besonders in Fragen der Sexualmoral dafür bekannt, dass sie sich gerne ins Leben von anderen Menschen einmischen. Homosexuelle zum Beispiel haben es in den Augen von Evangelikalen in einer heteronormativ verfaßten Gesellschaft noch längst nicht schwer genug. Da muss – wider besseres Wissen und jede wissenschaftliche Erkenntnis – die Behauptung der „Heilbarkeit“ von Homosexualität dafür herhalten, sie als satanisch zu denunzieren. Mit anderen Worten:  Die größt mögliche Pervertierung der Nächstenliebe, wie sie Jesus in der Bibel gelehrt hat. Doch auch Heteros haben es nach dem Willen von Fundi-Christen nicht leicht und so werden von ihnen auch der Selbstliebe enge Grenzen gesetzt. Ein Artikel in der Zeitschrift Das Parlament erwähnt die Aktion „Wahre Liebe wartet“. Michael Müller aus Bensheim hat sie

vor 14 Jahren aus den USA nach Deutschland importiert. „Wir sprechen einen Wunsch vieler Jugendlicher an, nämlich enthaltsam zu leben. Der liegt vielleicht manchmal tief verschüttet“, glaubt er zu wissen, aber es gebe ihn. Weiterlesen

Schwedisch ambig

29 Nov

Katholische Gruppen haben in Polen zum Boykott des schwedischen Möbelhauses Ikea aufgerufen.

schreibt queer.de wahrheitsgemäß, um schon im nächsten Satz bei der Grundlage für den Aufruf ins Reich der Fantasie hinüber zu gleiten:

Im neuen Katalog ist auch ein Homo-Paar abgebildet.

Nun ist die Argumentation der Fundi-Katholiken korrekt wiedergegeben, nur was da für ein Paar im Katalog zu sehen ist, das ist weit weniger eindeutig. Ich habe das ganze zuerst für die Frühstücksidylle eines Heteropaares gehalten, bis mir die Brustbehaarung bei der „Frau“ auffiel. Andere queer.de-Leser hielten die Beiden für Vater und Sohn. Die Reaktion von Ikea, das vor einem guten Jahr noch mit einer Maßnahme vorauseilenden Gehorsams gegenüber islamischen Feinden der Meinungsfreiheit von sich reden machte, ist ebenfalls mehrdeutig: Weiterlesen

Rosakitschromantisch

23 Okt

Mag ja sein, dass ich meilenweit von den Befindlichkeiten der Community entfernt bin und nicht das korrekte schwule Bewusstsein verinnerlicht habe, aber wieder einmal verstehe ich etwas nicht:

Die Schweizer Bundesstadt Bern, hat eine neue Werbekampagne für Amerika und Großbritannien lanciert, um schwule und lesbische Touristen anzulocken. Aufhänger ist dabei dieses schöne Plakat:

Die Jungs (und Madels?) von queer.de finden das Bild allerdings arg kitschig, was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann. Ich finde es nämlich sehr schön und romantisch.

Aber vielleicht liegt ja genau da das Problem. Denn wie wir alle wissen, gehört in Werbung, die sich an Schwule richtet, mindestens ein nackter Oberkörper und eine Drag-Queen im rosa Fummel rein. Das wäre dann nämlich seriös – und nicht im geringsten kitschig.

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