Tag Archives: Zwischenraum

Was unmenschlich ist

12 Jun

Noch nie war soviel Regenbogen am Kirchentag. Dem einen oder anderen war das scheinbar zuviel. So beklagt sich bspw. Stefan Schmidt von der „Bruderschaft des Weges“ (ehemals Wüstenstrom):

Der Kirchentag habe die Gemeinschaft ohne jede Diskussion mit ihr ausgeschlossen „und mit uns viele tausend Menschen, die in der Kirche aufgrund der einseitigen Behandlung des Themas Homosexualität alleingelassen werden“.

Erinnert sich jemand noch an die Behauptungen von konservativ-evangelikaler Seite, Schwule seien unfähig zu festen Partnerschaften? Schmidt scheint jetzt einen neuen Vorwurf aus dem Hut zu zaubern: Weiterlesen

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It Gets Better

8 Jul

Im Feld von Kirche und Homosexualität scheint viel in Bewegung zu kommen, selbst in traditionell eher konservativen Kreisen. Aus den USA ist zu hören:

Es ist eine Veränderung, die aus der Kirche selbst kommt. Immer mehr schwule und lesbische evangelikale Christen sprechen über die massiven Schwierigkeiten, die es ihnen bereitet, ihren Glauben und ihre sexuelle Orientierung miteinander zu versöhnen.

Studenten und Ehemalige an christlichen Colleges haben schwule und lesbische Selbsthilfegruppen gegründet – eine Entwicklung, die noch vor wenigen Jahren undenkbar war. Eine Reihe von Erfahrungsberichten sind erschienen. Gerad erst kam ein Werk des Autoren Jeff Chu mit dem Titel „Liebt mich Jesus wirklich? Eine Pilgerreise auf der Suche nach Gott in Amerika“ auf den Markt. Der homosexuelle evangelikale Anwalt Paul Southwick hat ein Video-Projekt gestartet: „Auf dem Campus Gottes: Stimmen aus dem schwulen Untergrund“, heißt es, Schwule und Lesben berichten darin über ihre Erfahrungen in christlichen Hochschulen.

Derartige Berichte scheinen auch Heterosexuelle zu verändern: Weiterlesen

Fromm und nicht hetero

21 Apr

Kirchentage bieten bekanntlich für jeden etwas – für bibelorientierte Christen, für Freunde der Ökumene, Befreiungstheologen, Feministinnen, Lesben, Schwule,
Moslems, Buddhisten und so weiter.

weiß man bei ideaSpektrum (16/2010). Ob die Reihenfolge der Aufzählung etwas über die Wertigkeit der benannten Gruppen in der Weltsicht mancher konservativer Evangelikaler verrät? In jedem Fall verrät die Aufzählung wie der folgende Artikel einem, wie einfach die Weltsicht mancher Menschen ist. Denn für sie sind Menschen entweder „bibelorientiert“ oder „schwul“ oder „Befreiungstheologen“. Und so vermeldet man im Spektrum

zunächst einige Beispiele, warum sich der Weg nach München lohnen kann

– genannt werden bspw. Veranstaltungen zum Nahen Osten und zur Judenmission, wobei man, wie enttäuscht festgehalten wird, Weiterlesen

Was uns eng macht und was weit

29 Aug

Am letzten Wochenende war ich auf der Zwischenraum-Jahrestagung. Es war ein wunderbares, gesegnetes Wochenende mit vielen tollen Begegnungen. In einem Gespräch kamen wir auf die These des Schweizer Psychotherapeuten Kurt Wiesendanger, wonach Schwule nach ihrem Coming-Out häufig zwischen Hedonismus und Depression pendeln – weil sie ihre sexuelle Orientierung zwar nach außen hin vertreten, innerlich aber keineswegs akzeptiert haben. Ich kenne das Buch nicht, wurde aber beim Lesen von Kester Brewins „Der Jesus-Faktor“ zu weitergehenden Überlegungen angeregt: Weiterlesen

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