Kolat und die Ehe

6 Mrz

Kenan Kolat, der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland hat sich gegenüber der „Bild“ für die volle Gleichstellung von Schwulen und Lesben ausgesprochen. Bemerkenswert? Nicht wirklich. Denn beim genauen Lesen sind Kolats Äußerungen eher kryptisch und  missverständlich:

Seine Organisation, die etwa drei Millionen türkischstämmige Menschen in Deutschland vertritt, sei „solidarisch mit homosexuellen Paaren. Man muss aber auch sehen, wie der besondere Schutz von Ehe und Familie im Grundgesetz gewahrt werden kann.“

Nun wird der „besondere Schutz von Ehe und Familie“ durch die Gleichstellung homosexueller Paare ja nicht zwangsläufig unterminiert. Wenn der deutsche Gesetzgeber nämlich festlegen sollte, dass eine Ehe sowohl verschieden- als auch gleichgeschlechtlichen Paaren offensteht, wird die Definition von Ehe lediglich erweitert, nicht aber deren besonderer Schutz unterhölt. Es kommt halt ganz darauf an, was man unter „Ehe“ und Familie“ versteht. Das Grundgesetz macht dazu jedenfalls keine Angaben.

Seltsam also, dass Kolat einerseits für die „volle Gleichstellung“ eintritt und andererseits offenbar einen Widerspruch in Ehe und homosexuellen Paaren zu erkennen glaubt. Interessant wäre es auch zu wissen, wie repräsentativ Kolats Position überhaupt unter Türken in Deutschland ist. Ich behaupte mal, dass er hier lediglich eine Minderheitenposition vertritt, wohl wissend, dass die meisten Türken in Deutschland keine Ahnung haben, wer er überhaupt ist.

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