Islamophobie in München

7 Jul

Von wegen unpolitisch. Der diesjährige Münchner CSD wagt sich an ein Thema, das auf den Paraden bislang weitgehend ausgespart wurde:

Die Politparade des „Christopher Street Day“ am kommenden Samstag birgt auch heuer wieder Zündstoff: Dietmar Holzapfel vom Hotel „Deutsche Eiche“ knöpft sich diesmal seiner Meinung nach „schwulenfeindliche muslimische Staaten“ vor. Mit seinem Wagen will er dagegen protestieren, dass in Ländern wie dem Iran, Saudi-Arabien, Sudan, Nigeria oder Jemen immer noch die Todesstrafe auf Homosexualität steht.

„Der Christopher Street Day ist eine politische Veranstaltung – und nicht nur Party, Party, Party“, sagt Holzapfel. Er hat einen Galgen auf seinem Wagen installiert; darunter hängt ein Foto aus dem Jahr 2005, das zwei iranische Jugendliche kurz vor ihrer Hinrichtung zeigt. Sie wurden gehängt, weil sie gleichgeschlechtliche Kontakte gehabt haben sollen. „Homosexualität darf nicht strafbar sein“, sagt Holzapfel. Dieser Spruch soll auch auf seinem Wagen zu lesen sein, untermalt von einigen rechtlichen Bestimmungen zum „Straftatbestand der Homosexualität“: Ägypten – drei Jahre Haft, Sierra Leone – lebenslänglich.

7 Antworten zu “Islamophobie in München”

  1. thorben 7. Juli 2009 um 10:48 #

    Was heißt hier „Islamophobie“ und „seiner Meinung nach ’schwulenfeindlich'“? Herr Holzapfel mag vielleicht ein ziemlicher Radaubruder sein und vielleicht auch undifferenzierter Verächter aller Religionen, aber was ist daran islamophob? Wenn man sich das Bild anschaut, scheint es um den Islam als solchen kaum zu gehen. Die Sache scheint daher auch ein wenig anders gelagert zu sein, als damals, als Herr Holzapfel sich über den Papst lustig gemacht hat. Kein Wunder, die Homophobie hat hier ja auch eine ganz andere Qualität.

  2. Johannes Langer 7. Juli 2009 um 11:58 #

    hier ist eine interessante analyse zur islamophobie in österreich: http://globalviewmagazine.wordpress.com/2009/07/07/islamophobie-in-oesterreich/

  3. Adrian 7. Juli 2009 um 12:10 #

    Herr Langer, finden Sie die Kritik von Herrn Holzapfel auf dem CSD München, an den Zuständen in den Ländern des real existierenden Islam, tatsächlich islamophob? Oder warum die verlinkte „Analyse“ in diesem Zusammenhang?

  4. Adrian 7. Juli 2009 um 12:12 #

    Um es noch mal klar zu stellen: Wenn das was Herr Holzapfel macht, „islamophob“ sein soll, dann ist Aufklärung islamophob.

  5. thorben 7. Juli 2009 um 12:27 #

    @ Adrian:
    Die Überschrift des Beitrags war da vielleicht ein wenig missverständlich. Es geht hier in erster Linie ja nicht um Kritik am Islam, sondern um die schrecklichen Zustände, unter denen Homosexuelle in islamischen Ländern leben müssen – und um die mehr als berechtigte Kritik daran.

  6. Adrian 7. Juli 2009 um 12:37 #

    Die Überschrift war ironisch gemeint.

  7. Jan 9. Juli 2009 um 16:54 #

    In Anbetracht, daß der CSD Köln, eigentlich, ein Parteienwahlveranstaltung mit angehangenen IKEA Truck, inmitten eines Karneval-Umzugs, incl. nackter Ärsche war, finde ich die Aktion in München echt gut und mutig. Überhaupt erscheinen mir süddeutsche CSD’s politischer.

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