Künstler auf der Suche

5 Mrz

Wie der Vater so der Sohne meint in diesem Fall wohl wie das Vorbild so auch die Ikone. Nachdem Ken Mattel posthum geoutet wurde, hat sich jetzt mal wieder ein Künstler um das Sexualleben des nach ihm benannten und längst vom Markt genommenen Gespielen von Barbie gekümmert:

„KEN-Zeichen“ heißt eine Serie von Bildern, auf denen Christian Bauer den Barbie-Begleiter zu ihrem 50. Geburtstag wieder zum Leben erweckt hat. Hier steht die Puppe, nackt und wie Spielzeug-Gott Mattel sie geschaffen hat, auf jeweils einer zwei Meter großen Leinwand. Und hier passiert endlich das, was in der Realität doch angeblich so verpönt sein sollte: Reale Jungs spielen mit ihrem Ken.

Doch bei genauerem Hinsehen merkt man, der Künstler hat hier alles umgekehrt, Ken ist erwachsen geworden und hat sich selber seinen Spielgefährten erfunden. Einen realen Fußballer, einen türkischen Freund, einen Bodybuilder und viele andere hat die Puppe sich ausgesucht, denn sie darf beim Künstler endlich das sein, was ihr Hersteller nie wollte, aber jeder wusste: „Ken ist schwul, und das ist auch gut so“, so Christian Bauer.

Doch das geht zu weit, von wegen „künstlerische Freiheit“!

Das Puppen-Outing sorgte bereits im Vorfeld der geplanten Ausstellung für gehörigen Ärger: MySpace verbannte die „KEN-Zeichen“ von seiner Plattform und drohte dem Künstler mit Ausschluss und Internet-Auftrittsverbot, wenn er noch einmal solche Galerien hoch lade.

Ein erster Ersatz, wenn auch nicht im Netz, scheint aber schon in Sicht:

Immerhin haben sich daraufhin bereits ein Galerist aus Berlin und selbst einer aus dem malaysischem Kuala Lumpur interessiert. Sie wollen die „KEN-Zeichen“ ausstellen, die – so Christian Bauer –

und jetzt wird es verwirrend, jedenfalls für den armen Damien, der dachte, es ginge hier um Spaß und so,

„eigentlich nichts anderes sein sollten als ein künstlerisches Zeichen der Interpretation für die sogenannte Metrosexualität, mit der sich die Gegenwartsgesellschaft schmückt auf der Suche nach Sucht nach Neuem und aufregend Anderem“.

auf der Suche nach Sucht nach Neuem… Sorry, das ist mir zu kompliziert. Ob ich mir die Bilder trotzdem anschauen darf?

7 Antworten zu “Künstler auf der Suche”

  1. Christian 8. März 2009 um 10:41 #

    Hi, Damian … aber natürlich darfst du meine Bilder anschauen … wer sich so intensiv mit KEN und mir und meinen Arbeiten beschäftigt, gib deine Email, und oich werde dir ein paar KEN-Zeichen zusenden. Viele Grüße Christian

  2. Steven 8. März 2009 um 20:29 #

    Ich frage mich gerade, ob meine Legosteine von früher auch irgendeine noch zu entdeckende sexuelle Orientierung haben… Gemerkt habe ich nie etwas.

  3. Adrian 8. März 2009 um 21:06 #

    Ich kann mit Sicherheit sagen, dass alle meine Kuscheltiere, die ich jemals besessen habe schwul waren bzw. sind. Sonst würden sie mit mir ja auch nicht in einem Bett schlafen, oder 😉

  4. Steven 8. März 2009 um 21:43 #

    Ups. Jetzt habe ich ein Problem. Eine unsere Katze schläft auch immer in unserem Bett … und die is garantiert nicht schwul. o)

  5. Adrian 9. März 2009 um 13:43 #

    Und wieso ist das ein Problem? Ich nenne das tolerant 😀

  6. Steven 9. März 2009 um 17:42 #

    @ Adrian:

    Das hat nichts mit Toleranz zu tun. Die Katze duldet uns nur im Bett, weil sie weiß, dass wir sie am Morgen danach füttern…

  7. Adrian 9. März 2009 um 18:01 #

    Ich meinte auch nicht die Katze, sondern euch 😉

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