Die ganze Wahrheit über die israelische Software-Verschwörung

6 Jan

Sag mal, Damien, „antideutsch“ sind wir doch nun wirklich nicht, oder?

Nee, Adrian, das kann man wohl nicht von uns sagen.

Ich mein nur, wegen diesem Bericht bei classless Kulla. Könnte ja sein, dass man uns jetzt dahinter kommt.

Aber Hannes und Michael hält doch keiner für homophil, ich mein, für homofreundlich. Michael hat doch letztens extra noch diese Finte in der Welt veröffentlicht. Na gut, als ich darüber bei uns geschrieben habe, habe ich seine Deckung schon in Gefahr gebracht, das war knapp.

Bei Hannes kommt aber wirklich keiner drauf.

Ich bin mir da nicht sicher. Schau nur mal, wie oft Leute über Google „Hannes Stein schwul“ suchen. Ich glaub, die sind auch ihm dicht auf den Fersen.

Lizas Stammelf war aber dann wirklich ein genialer Schachzug. Wer kommt denn bei Fußballern auf Homosexualität? Das geht ja wohl gar nicht.

Andererseits haben wir hier schon ein paar Mal die Unvereinbarkeit von Fußball und homosexueller Orientierung bestritten, damit haben wir das Tor ganz schön weit auf gemacht.

Ich glaube, es war auf jeden Fall gut, dass wir unsere Klarnamen nicht von Anfang an offen gemacht haben.

Als sich Daniel dann aber noch exponieren musste, dachte ich, jetzt wird es Zeit. Die Anfragen, die täglich auf der Suche nach „Daniel Falleinstein schwul“ bei uns landen, übertreffen schließlich selbst noch die nach „Peter Hahne schwul“ und das will was heißen. Also Daniel hält sicher keiner mehr für hetero. Und wenn ausgerechnet der sich dann so weit aus dem Fenster lehnt, fällt das schon auf.

Obwohl auch wir ja immer wieder ganz offen von unserem Ziel der Verschwulung der Welt gesprochen haben. Besonders verschwörungstheroetisch bewandert muss man nicht sein, um das zu begreifen.

Wenn der Külbel wüßte, wieviele wir schon auf unserer Seite haben, würde ihm der Arsch eh längst auf Grundeis gehen. Das Beste finde ich: Er scheint überhaupt nicht begriffen zu haben, worum es bei der ganzen Geschichte geht, er denkt immer noch, es gehe um Israel.

Hör mal, das alte Manifest haben wir doch längst überarbeitet, vielleicht ist die Zeit gekommen, die neue Fassung zu veröffentlichen.

Zumal Külbel offenbar darauf gekommen ist, wie Israel unsere Pläne jetzt schon ganz praktisch unterstützt. Das war einfach zu geil, die ganze Software, die wir von dort in den letzten Jahren erhalten haben.

Wobei er ja wieder nicht gepeilt hat, um was für eine spezielle Software es geht.

Ja, die Streifen von Lucas, die sind einfach um Längen …

(Adrian verschluckt sich vor Lachen an seinem Prosecco) … vor allem um Längen!

… besser als der ganze europäische Schmarrn. Damit bestehen wir jede Konkurrenz. Und der Külbel denkt immer noch, es gehe um Geldflüsse…

Ein Mann, der diese Filme sieht, ist für die Hetero-Welt verloren.

Ich glaub, dass hat der Külbel durchaus gecheckt, achte mal allein auf diese Formulierung:

Israel will allen ans Leder!

Unser größter Fehler, Stefan, war der Hinweis auf die Veranstaltung mit Alex. Die Scheidung von Deiner Frau zuvor hat ja nicht so eine große Öffentlichkeit bekommen.

Bei dem Hinweis auf die Veranstaltung hat es wahrscheinlich „Klick“ gemacht bei dem Külbel. Vermutlich haben wir an dem Abend jetzt die ganze Bagage im Publikum. Dabei wollten wir den Abend doch eigentlich nutzen, um im Anschluß unsere bevorstehende Verpartnerung bekanntzugeben und zu feiern, Henryk.

5 Antworten zu “Die ganze Wahrheit über die israelische Software-Verschwörung”

  1. Franklin D. Rosenfeld 6. Januar 2010 um 22:01 #

    Ganz, ganz grosses Kino! Weltklasse 😉

  2. classless 6. Januar 2010 um 22:15 #

    Der Satz mit dem Leder war aber von Dr. Seltsam.

  3. Damien 6. Januar 2010 um 22:38 #

    Gehört hast Du ihn von Dr. Seltsam, aber erdacht wurde er von Külbel. Glaube mir, ich weiß das! Denn ich kann seine Gedanken lesen. Jederzeit.

  4. DF 17. Januar 2010 um 12:55 #

    Wen’s soviele Hits bringt, könnt ihr gerne Poster mit mir drauf verkaufen.

  5. DDH 6. März 2010 um 17:42 #

    Fühle mich gut unterhalten! 🙂

    Es gibt aber, wenn mir diese etwas ernsthaftere Bemerkung gestattet wird, eben solche und solche Verschwörungstheorien. Murray Rothbard schrieb dazu 1977:

    „Jedes Mal, wenn eine kompromisslose Analyse darüber vorgebracht wird, wer unserer Herrscher sind, wie sich ihre politischen und wirtschaftlichen Interessen ineinander verzahnen, wird diese durch Liberale und Konservative (und sogar durch viele Libertäre) des Establishments ausnahmslos als „Verschwörungstheorie über die Geschichte“, „paranoid“, „ökonomisch deterministisch“ oder sogar „marxistisch“ angeprangert. Diese Verleumdungsbezeichnungen werden über die Bank weg angewandt, so realistisch solche Analysen, von der John Birch Society bis hin zur Kommunistischen Partei, auch sein mögen und gewesen sind. Die am häufigsten verwendete Bezeichnung ist „Verschwörungstheoretiker“, fast immer als feindliches Schimpfwort verwandt und weniger vom „Verschwörungstheoretiker“ selbst übernommen.

    Es ist kein Wunder, dass diese realistischen Analysen gewöhnlich von diversen „Extremisten“ verbreitet werden, die sich außerhalb des Konsenses des Establishments befinden. Für das Establishment ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Herrschaft des Staatsapparates in den Augen der Öffentlichkeit weiterhin Legitimität, sogar Unantastbarkeit genießt und es ist von entscheidender Bedeutung für diese Unantastbarkeit, dass unsere Politiker und Bürokraten als Verkörperungen sich ausschließlich dem „öffentlichen Gemeinwohl“ verschriebener Geister angesehen werden. Wenn die Katze erst einmal aus dem Sack ist, dass diese Geister beim Vorantreiben eines Sammelsuriums wirtschaftlicher Interessen unter Verwendung des Staats allzu oft in der irdischen Welt verankert sind, fängt die grundlegende Mystik der Regierung an zusammenzubrechen.

    Nehmen wir ein einfaches Beispiel. Angenommen wir stellen fest, dass der Kongress ein Gesetz verabschiedet hat, mit dem man die Zölle auf Stahl anhebt oder Importquoten auf Stahl einführt. Sicherlich würde es nur ein Idiot nicht schaffen festzustellen, dass die Zölle oder Quoten zu Gunsten von Lobbyisten der inländischen Stahlindustrie eingeführt wurden, die darum bemüht sind effiziente ausländische Mitbewerber außenvorzuhalten. Niemand würde gegen eine derartige Schlussfolgerung den Vorwurf „Verschwörungstheoretiker“ vorbringen. Aber was der Verschwörungstheoretiker macht, ist einfach die Erweiterung seiner Analyse auf komplexere Maßnahmen der Regierung: Sagen wir öffentliche Arbeitsprojekte, die Gründung des ICC, die Schaffung des Federal Reserve Systems oder der Eintritt der Vereinigten Staaten in einen Krieg. In jedem dieser Fälle fragt sich der Verschwörungstheoretiker die Frage Cui bono? Wer profitiert von diesen Maßnahmen? Wenn er feststellt, dass von Maßnahme A X und Y profitieren, ist sein nächster Schritt die Hypothese zu untersuchen: Haben X und Y tatsächlich Einfluss ausgeübt oder Druck angewandt um Maßnahme A in Gang zu bringen? Kurz gesagt, waren sich X und Y gewahr, dass sie profitieren würden und haben sie dementsprechend gehandelt?

    Fernab davon paranoid zu sein oder deterministisch, ist der Verschwörungsanalyst ein Praxeologe; sprich, er glaubt, dass Menschen vorsätzlich handeln, sie bewusste Entscheidungen zur Einleitung von Maßnahmen treffen um ihre Ziele zu erreichen. Daher nimmt er an, wenn Schutzzölle auf Stahl verabschiedet werden, dass die Stahlindustrie sich dafür eingesetzt hat; wenn ein öffentliches Projekt geschaffen wird, hypothesiert er, dass es durch eine Allianz aus Baufirmen und Gewerkschaften angeregt wurde, die in den Genuss öffentlicher Aufträge kommen, sowie durch Bürokraten, die dadurch ihre Arbeitsstellen und Gehälter ausbauen. Es sind die Gegner der „Verschwörungs-„analyse, die vorgeben zu glauben, dass alle Ereignisse – und am wenigsten die in der Regierung – zufällig und ungeplant vonstatten gehen und Menschen sich daher nicht mit vorsätzlichen Entscheidungen und Planungen auseinandersetzen.

    Es gibt natürlich gute Verschwörungsanalysten und schlechte Verschwörungsanalysten, genauso wie es gute und schlechte Historiker oder Fachmänner jeder Disziplin gibt. Die schlechten Verschwörungsanalysten tendieren dazu zwei Arten von Fehlern zu begehen, die dem Establishment tatsächlich alle Möglichkeiten offen halten den Vorwurf der „Paranoia“ anzubringen. Erstens, er stoppt bei der Frage Cui bono; wenn von Maßnahme A X und Y profitieren, kommt er einfach zu dem Schluss, dass X und Y deswegen verantwortlich sind. Er scheitert dabei zu verstehen, dass es sich bloß um eine Hypothese handelt, die verifiziert werden muss, indem man herausfindet, ob X oder Y es wirklich getan haben oder nicht. (Das vielleicht verrückteste Beispiel hierzu, war das des britischen Journalisten Douglas Reed, der, nachdem er feststellte, dass das Ergebnis von Hitlers Politik die Zerstörung von Deutschland war, ohne Beweise zu dem Schluss kam, Hitler sei deshalb ein wissentlicher Agent ausländischer Kräfte gewesen, die ihn absichtlich befahlen Deutschland zu ruinieren.) Zweitens, der schlechte Verschwörungsanalyst scheint einen Zwang dazu zu haben alle Verschwörungen und alle Machtblöcke der bösen Jungs in einer riesigen Verschwörung zusammenzuwürfeln. Anstatt zu sehen, dass es verschiedene Machtblöcke gibt, die versuchen Kontrolle über die Regierung zu erlangen, manchmal in Konflikt und manchmal in Allianz miteinander, muss er vermuten – auch hier wieder ohne Beweise – dass eine kleine Gruppe von Männern sie alle kontrolliert und es nur so scheint, als würden sie in Auseinandersetzung miteinander geraten…“

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