Obambi denkt

15 Okt

Was will uns US-Präsident Obama damit sagen?

Aus seiner Sicht hätten sich Schwule und Lesben ihre sexuelle Orientierung nicht ausgesucht, sagte Obama: „Ich denke, dass Menschen mit einer gewissen Veranlagung geboren werden und wir alle Kinder Gottes sind.“

Obama toleriert Schwule und Lesben also auf der Grundlage, dass diese sich ihre sexuelle Orientierung nicht ausgesucht hätten – eine Argumentation, die man übrigens von vielen Menschen vernimmt. Wie wäre es aber, wenn man sich seine sexuelle Orientierung aussuchen könnte, wenn man als Mann also von einem Tag auf den anderen beschließt, nur noch mit Männern zu verkehren, weil eine Beziehung mit Frauen nun mal keinen Spaß macht, weil es zu teuer ist und nur unnötig Nerven kostet? Was würde Obama dann sagen?

Im Klartext: Homosexualität ist nicht deshalb zu akzeptieren, weil Schwule und Lesben nichts dafür können, dass sie nun mal so sind wie sie sind, sondern weil es vom Grundsatz her nicht verwerflich ist, mit welchem Menschen auch immer ein einvernehmliches Beziehungs- und Sexualleben zu führen.

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16 Antworten to “Obambi denkt”

  1. Thommen 16. Oktober 2010 um 05:24 #

    Homosexualität ist ein integrierender Bestandteil der Heterosexualität. Es wird mehr Sex zwischen Männern gemacht als unter Schwulen allein! 😉

    Der Wechsel von der Homosexualität zur Heterosexualität ist für keineN ein Problem, nur umgekehrt! 😉

  2. Adrian 16. Oktober 2010 um 11:28 #

    @ Thommen
    Keine Ahnung worauf Du immer Deine Thesen stützt. Vielleicht solltest Du endlich einsehen, dass es Männer gibt, die keinen Bock auf Frauen haben und deshalb deiner queeren Utopie, wo jeder mit jedem rummacht, nichts abgewinnen können.

  3. Ralf 16. Oktober 2010 um 12:54 #

    @ Adrian

    Die queere Worthülse von den „Männern, die Sex mit Männern haben“, aber angeblich hetero sind, ist nichts als die moderne Variante der Phrase von der „homophilen Veranlagung“ früherer Zeiten. Da wie dort angeblich heterosexuelle Männer, die halt ab und an oder öfter oder gar ausschließlich mit ihresgleichen ins Bett gehen – bloß schwul sind sie nicht, denn dann müssten sie sich ja selbst akzeptieren. Klassische Homophobie im Sinne der Angst vor sich selbst und der Aufrechterhaltung einer Lebenslüge.

  4. CK 16. Oktober 2010 um 14:40 #

    Ich kann Sex mit Männern nichts abgewinnen, aber dennoch bin ich manchmal neidisch auf die Queer-Leute oder auch die Homos.

    Vermutlich nur ein (homophobes?) Vorurteil von mir, aber ich stelle mir halt vor, dass Beziehungen unter Männern leichter zu führen sind, weil man ähnlicher denkt. Was meint ihr dazu?

    Zudem ist die Homo-Szene nun mal sehr easy. Man geht hin und kriegt gleich Sexangebote (so jedenfalls selber erlebt, war nämlich schon in Gay Bars), bei Frauen ist das schwieriger, wenngleich nimmer so schwierig wie früher wohl.

    Und bei den Bisexuellen beneide ich die grössere Auswahl an Sexpartnern 😉

  5. pedro luis 16. Oktober 2010 um 15:00 #

    Ich kenne kein glaubhaftes Beispiel von einer Schwul-zu- Hetero-Konversion.
    Umgekehrt wohl.

  6. Christian - Alles Evolution 17. Oktober 2010 um 18:40 #

    Also in dem zitierten Abschnitt vertritt er ja erst einmal nur die Auffassung, dass die Menschen auf eine bestimmte Art verdrahtet sind und das eben nicht zu ändern ist. Das man es nur deswegen akzeptieren muss sagt er meiner Meinung nach nicht.

    Ich glaube, dass eine umfassende Darstellung der biologischen Theorien zur Homosexualität einer Schwulenfeindlichkeit viel Boden entziehen könnten. Vielleicht sollte man die einfach in die Schulbücher mit aufnehmen.
    Wäre allerdings vertretern der Queer Theorien wahrscheinlich nicht so recht.

  7. Adrian 18. Oktober 2010 um 11:54 #

    @ CK
    „aber ich stelle mir halt vor, dass Beziehungen unter Männern leichter zu führen sind, weil man ähnlicher denkt.“

    Zumindest werden Konflikte in der Beziehung nicht auf simple Geschlechtsrollenfragen heruntergebrochen. Ob es dadurch leichter wird, kann ich nicht sagen. Meine letzte Beziehung war schon ziemlich anstrengend udn konfliktträchtig.

    „Man geht hin und kriegt gleich Sexangebote“

    Ja, das kann zuweilen ganz nett sein, manchmal aber auch nicht.

  8. Karsten 20. Oktober 2010 um 00:58 #

    @pedro_luis:
    Ich schon. Ichtrauere ihm immer noch nach.

    @Adrian:
    Naja, ich mache zwar nicht „mit jedem rum“ (vermutlich liege ich statistisch eher im unteren Bereich der bisher gefundenen Sexualpartner), aber ich kann schönen Frauenkörpern ästhetisch etwas abgewinnen, ich habe schon mit einer Frau geschlafen (ohne es zu bedauern), trotzdem betrachte ich mich durchaus als schwul.
    Mache ich die Diskussion damit noch komplizierter? Ja? Gut. Weil diese ganze Kategorisiererei mich wirklich nervt. Ob Gott mich so geschaffen hat, ist mir egal. Ob ich das ändern könnte, ist mir egal. Ich tue niemandem etwas Böses, ich engagiere mich mit meinem Partner in Freundeskreis und Gemeinschaft, wir sind glücklich… warum ist das nicht wichtiger als komische Überlieferungen und die Frage von Gottes Willen?!?
    (Vermutlich sind wir da sogar einig, oder?)

  9. Karsten 20. Oktober 2010 um 01:02 #

    @CK:
    Sexangebote von Leuten, an denen man nicht interessiert sind, sind unangenehm. Sexangebote von Leuten, an denen Du interessiert bist, werden dadurch nicht leichter.
    UND: Die meisten Schwulen, die ich kenne, treiben sich nicht in „Gay Bars“ herum. Sie leben ihr Leben und versuchen, glücklich zu werden, was nicht einfacher ist, wenn man in einer Minderheit ist, die vor allem da sich offen zeigen darf, wo es überwiegend Leute gibt, die an schnellem Sex interessiert sind (siehe oben).
    Das Problem haben nicht Adrian oder ich, die jeweils ihre Identität gefunden haben. Das Problem haben die jungen Leute, die auf der Suche nach ihr sind, und diese Alternativen bekommen: „Normal“ oder „Da in der Gay Bar“. Auch wir, selbst, wenn wir Gay Bars mögen, wollen ungern unser ganzes Leben da verbringen…

  10. Karsten 20. Oktober 2010 um 01:02 #

    ersetze „treiben sich nicht“ durch „treiben sich nicht jeden Tag von morgens bis abends“…

  11. Adrian 20. Oktober 2010 um 11:42 #

    @ Karsten
    „Weil diese ganze Kategorisiererei mich wirklich nervt.“

    Warum betrachtst Du dich dann als schwul? Ist ja auch ne Katgeorie.

    „Ich tue niemandem etwas Böses, ich engagiere mich mit meinem Partner in Freundeskreis und Gemeinschaft, wir sind glücklich… warum ist das nicht wichtiger als komische Überlieferungen und die Frage von Gottes Willen?!?“

    Aber genau darauf wollte ich doch hinaus, auch wenn es nicht (direkt) um Religion ging: Warum wird die Akzeptanz der Homosexualität an ihre „Unausweichlichkeit“ geknüpft? Warum soll es ein Argument „pro Homosexualität“ sein, dass die Schwulen ja nichts dafür können, weil sie ja so geboren seien?

    „Das Problem haben die jungen Leute, die auf der Suche nach ihr sind, und diese Alternativen bekommen: „Normal“ oder „Da in der Gay Bar“.“

    Richtig. Der schnelle Sex in der Schwulenszene ist dann gut, wenn man denn darauf steht. Wenn man allerdings alleine vom Lande in die Stadt kommt, womöglich noch aus dem Elternhaus geworfen, kann diese Alternative tragisch enden.

  12. CK 20. Oktober 2010 um 22:44 #

    “Warum betrachtst Du dich dann als schwul?”

    Touché.

    @Karsten: Danke für Deine interessanten Erklärungen, aber wieso siehst Du Dich denn nun als schwul an und nicht als queer/bisexuell mit Präferenz auf Männer? Ein heterosexueller Mann bekommt bei einem anderen Mann nicht mal eine Erektion, geschweige denn hat er Sex mit ihm. (Ästhetisch finden, ist etwas Anderes, das geht schon, finde auch viele Männer attraktiv und schön anzusehen, das ist aber eine asexuelle Handlung, wie das Betrachten eines Gemäldes.) Dito für Schwule wenn sie eine nackte Frau sehen. Wenn Du aber mit einer Frau schlafen konntest… 🙂

    Wie gesagt, könnte ich selber nur auswählen, ich wäre (auch) bisexuell, aber die Natur lässt mir halt keine andere Wahl als die spießige Heteronormativität. Ich kann nichts dafür 😉

    Vorstellen könnte ich mir aber vielleicht(!) es mal mit einem/einer TS auszuprobieren. Aber auch nur vielleicht.

    @Adrian: Was kann inwiefern tragisch enden?

  13. Adrian 20. Oktober 2010 um 22:56 #

    „Was kann inwiefern tragisch enden?“

    Zu glauben, in der schwulen Club- und Sexszene den einzigen Halt zu finden.

  14. Karsten 20. Oktober 2010 um 23:37 #

    @Adrian:
    Ich schrieb ja schon: „Vermutlich sind wir uns da einig, oder?“. 🙂
    Und was die Kategorien angeht: Schon wahr. Vielleicht sollte ich mich auch gar nicht schwul nennen. Aber da es die anderen doch tun werden, ist der Punkt dann wohl gleichgültig. *seufz*

    @CK:
    Da käme man dann wieder zu der Frage, ob es bei jemandem, der bisexuell ist, verwerflich finden darf, dass er sich „trotzdem“ Männern zuwendendet, wenn er auch eine moralisch wertvollere Beziehung zu einer Frau haben könnte…
    „Bisexuell mit Präferenz auf Männer“ würde es vermutlich treffen. Denke ich. Aber ich kann mir nicht sicher sein, weil ich das Ganze ja nicht mit wissenschaftlichem Interesse angegangen bin: Es ist immerhin mein Leben. Und das hat mich dahin geführt, wo ich jetzt bin, und ich bin glücklich da. Also wohl schwul. Oder so. Ist mir aber eigentlich auch egal, weil ich mich nicht darüber definiere – und auch hoffe, nicht darüber definiert zu werden.
    Viel Spaß, falls der Transsexuellensex mal klappt. 🙂

    @TS/Adrian:
    Was die Tragik dessen angeht, wenn man nur in der Club- und Sexszene sein Heil finden will, stimme ich Adrian völlig zu.

  15. CK 21. Oktober 2010 um 22:57 #

    @Karsten: Danke, aber wieso sollte eine Beziehung zu einer Frau moralisch wertvoller sein? Ist Dir die Meinung der Gesellschaft echt so wichtig?

  16. Karsten 23. Oktober 2010 um 10:40 #

    @CK:
    Nein, das hast Du missverstanden. Die moralische Bewertung ist nicht meine Meinung, ich unterstelle sie denen, die gegen Homosexualität eintreten. Ich hätte das vielleicht in Anführungsstriche setzen sollen, dann wäre es deutlicher gewesen.

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