Gegen Islamismus und Panarabismus! Solidarität mit Mémoire Collective!

19 Jul

Im islamischen Königreich Marokko ist die Beschäftigung mit Themen wie Rechte des Individuums, Homophobie und Antisemitismus nicht gerade en vogue. Ein internationales Sommerfestival, in dem auch diesem Missstand abgeholfen werden sollte, steht deshalb unter Beschuss des marokkanischen Staates:

Die im Februar diesen Jahres gegründete Berber-Jewish-Friendship-Organisation Mémoire Collective bereitet in Kooperation mit anderen Organisationen für diesen Sommer vom 20. Juli bis 30. August 2008 ein internationales Festival in der nord-marokkanischen Hafenstadt Al Hoceima vor (Programm unter: www.festival.rifublic.com). Ein Bestandteil des Festivals sind mehrere kleinere Kolloquien zu Themen wie Rechte des Individuums, Homophobie und Antisemitismus. Der marokkanische Staat versucht dies zu verhindern.
Mohamed Mouha (Präsident von Mémoire Collective) wurde Anfang dieses Jahres als Festivalpräsident vom marokkanischen Staat eingesetzt. Seit der Gründung von Mémoire Collective im Februar 2008 versuchen nun verschiedene hochrangige Vertreter des marokkanischen Staates gegen Mohamed Mouha und Mémoire Collective vorzugehen. Verschiedene islamistische und pan-arabistische Parteien und Organisationen verbreiteten Aufrufe zur Gewalt gegen die Mitglieder von Mémoire Collective und hetzten antisemitisch gegen die Organisation. Trotz der Versuche des Staates das Festival und die Kolloquien zu verhindern, arbeitet Mémoire Collective in Kooperation mit anderen Organisationen an der Durchführung des Festivals. Personen aus der neuen Königspartei um den ehemaligen Innenminister Fouad Ali El Himma organisieren nun Gegenfestivals, u.a. die Organisation ARID und der Präsident von Marroc Telecom Abdeslam Ahizoune, und versuchen Künstler und Personen, die mit Mémoire Collective sympathisieren und bei dem Festival auftreten wollen durch hohe Geldbeträge zu kaufen. Die Nutzung von Räumlichkeiten – speziell für die Kolloquien – wird bislang vom marokkanischen Staat verwehrt. Zwei Tage vor dem Besuch des marokkanischen Königs am 18. Juli in Al Hoceima ist Mohamed Mouha, Präsident von Mémoire Collective, nun bereits zum zweiten Mal innerhalb von einem Monat von Auftragsschlägern zusammengeschlagen worden.

Wer seine Unterstützung für das geplante Festival zum Ausdruck bringen und gegen die Repression protestieren will, kann in Spanisch, Französisch und Arabisch an den Präsidenten von Mémoire Collective Mohamed Mouha schreiben: mouharif@yahoo.es

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3 Antworten to “Gegen Islamismus und Panarabismus! Solidarität mit Mémoire Collective!”

  1. ondamaris 19. Juli 2008 um 12:22 #

    das kolloq zu homophobie konnte ich im programm (das ja recht musiklastig ist) nicht finden, wohl aber die zu intoleranz, diskriminieurng etc. – und einige hinweise auf spannendn klingende berber-veranstaltungen …

    mein arabisch ist leider null, mein spanisch niente, mus sich wohl mein französisch heraus kramen … 😉

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