Beteiligung bei Wohlverhalten

28 Apr

In einem Kommentar zum Ausschluss der CDU vom Berliner CSD begrüßte ein Leser diesen mit den Worten, auch er sehe es

als widersinnig an, bei einer Demo FÜR LGBT-Rechte eine Partei zu beteiligen, deren führende Repräsentanten wieder und wieder bewiesen haben, daß sie Schwule und Lesben für minderwertig und krank hält.

Befremdlich und bezeichnend finde ich in diesem Zusammenhang die Formulierung zu beteiligen, macht es doch deutlich, dass es bei der Berliner CSD-Parade offenbar nicht mehr darum geht, dass Menschen, die für die Gleichstellung von Homosexuellen eintreten, für ihr Anliegen auf die Straße gehen, sondern nur der Teil von ihnen, der dafür vom ZK die Genehmigung erhält.

Es ist unbestritten, dass es in der Union verschiedene, einander widersprechende Positionen zum Thema Gleichstellung gibt. Warum es jedoch die Aufgabe eines CSD-Veranstalters sein sollte, diesen innerparteilichen Widerspruch aufzulösen, ist mir nicht nachvollziehbar.

Und wenn es in besagtem Kommentar weiter heißt:

Es geht hier nicht um die Frage, welche Einkommensgruppe wieviel Steuern zahlt oder in der Schweiz versteckt, ob und wo ein Atommüllager errichtet wird –

und man gerade denkt, es ginge entsprechend nicht um Wahlkampf, dementiert sich der Autor im nächsten Satz selbst und verrät damit vielleicht mehr über die Motive der CSD-Veranstalter als ihm und ihnen lieb ist:

Und in einem Wahljahr darf man ruhig ein deutliches Zeichen setzen.

Womöglich sind der Ausschluß der Union und die (Noch-?)Duldung der FDP beim Berliner CSD nicht zuletzt ordinärem rot-rot-grünen Wahlkampf geschuldet. Womit man sich von der Union negativ unterschiede, die in Berlin immerhin jedes Jahr beim CSD erschienen ist, auch ohne sich aktuell im Wahlkampf zu befinden.

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Eine Antwort to “Beteiligung bei Wohlverhalten”

  1. Arthur H. Lee 1. Mai 2013 um 19:35 #

    Zugegeben: Selbst wenn ich nicht schwul wäre, wüßte ich absolut keinen Grund, ausgerechnet die CDU zu wählen. Aber irgendwie bewundere ich Leute wie Herrn Letocha für ihre geradezu unendliche Bereitschaft zur Selbstdemütigung. Denn die gehört schon dazu, wenn man Partei-‚Freunde‘ davon überzeugen muss, dass man doch irgendwie so etwas ähnliches wie ein Mensch mit Rechten ist…. Und sich dann so sehr darüber freuen kann, dass dies ab und an sogar gelingt.

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