Nur Linke kriegen Aids

25 Nov

Die Deutsche Aids-Hilfe hat offenbar keine rechte Lust mehr auf das öde Geschäft mit der Aufklärung. Deshalb macht sie jetzt Politik:

Die bundesweite Präventionskampagne „Ich weiss was ich tu“ (IWWIT) der Deutschen Aids-Hilfe (DAH) schaltet ab sofort keine Anzeigen mehr im schwulen Magazin „Männer“. „Prävention in einem redaktionellen Umfeld zu platzieren, das wesentlichen Anliegen der Kampagne zuwiderläuft, verbietet sich“, so die DAH in einer am Montag veröffentlichten Pressemitteilung. Unter Chefredakteur David Berger provoziere das Magazin „mit teils rechtspopulistischen Aussagen“.

Doch wieviel Sinn ergibt eine Kampagne der Aidshilfe, die nicht alle Zielgruppen erreicht? Selbst wenn man der Ansicht ist, dass das Magazin „Männer“ mit rechtspopulistischen Aussagen provoziert: Können rechtspopulistische Männer kein Aids bekommen? Ist Aids-Prävention also nur für diejenigen gedacht, die im Sinne der Deutschen Aids-Hilfe politisch korrekt denken?

IWWIT „ist eine Kampagne, die Vielfalt anerkennt, schätzt und fördert“, so DAH-Pressesprecher Holger Wicht.

„Vielfalt“ ist natürlich immer gut – solange sie nicht die Grenzen der eigenen Toleranz überschreitet. Rechtspopulismus à la „Männer“ gehört offenbar nicht zur Vielfalt hinzu.

„Die selbstgewählten Lebensweisen schwuler Männer gilt es zu respektieren und zu schützen,

außer die von Rechtspopulisten…

um Menschen stark zu machen– auch beim Schutz vor HIV. Gerade jene, die nicht dem Mainstream und Erwartungen von Gesellschaft und Szene entsprechen können oder wollen, gilt es zu unterstützen. David Berger tut das Gegenteil.“

Inwiefern?

Schon seit längerer Zeit forciere der Theologe ein traditionelles Männlichkeitsbild und werte damit Menschen ab, die diesem Bild nicht entsprechen. Kritiker diskreditiere er als „Body-Phobiker“, die ein Problem mit ihrem eigenen Körper hätten. [Link im Original, A.]

Kann man kritisieren. Aber noch mal: Was hat das mit Aids-Prävention zu tun? Können Männer mit traditionellem Männlichkeitsbild kein Aids bekommen? Sind Männer mit traditionellem Männlichkeitsbild kein Teil der Vielfalt?

Die DAH stützt ihre Kritik an Berger auf zahlreiche Beispiele: „In der August-Ausgabe der ‚Männer‘ verfocht ein Autor eine drastische These: Schwule Männer selbst würden ihre Diskriminierung verstärken, wenn sie ihre Andersartigkeit betonten. In einem geschichtsklitternden Vergleich wurde Juden, ‚Indianern‘ und Schwarzen eine Mitschuld an ihrer Verfolgung und Ermordung zugewiesen. Der Autor machte also Opfer zu Tätern.“ [Link im Original, A.]

Kann man auch kritisieren, aber, irgendwie habe ich immer gedacht, Aids-Prävention betrifft alle.

„Immer wieder fällt Berger Vertreter_innen der LGBTI-Community in den Rücken, in der ‚Männer‘ und in Online-Medien wie ‚Huffington Post‘ und ‚The European'“, so die DAH. „Emanzipatorische Kräfte der ‚Queer-Bewegung‘ beschimpft er als ‚queere Ideologen“ und ‚queere Sexdiktatoren‘. [Link im Original, A.]

„Emanzipatorische Kräfte“. Aha, soso. Geht das nur mir so, oder ist das mittlerweile eine völlig bedeutungsleerer Ausdruck, einzig dazu geeignet, die linken Reihen zu schließen?

In einem Facebook-Post zu den homophoben Demonstrationen gegen Bildungspläne fragte er: ‚Rächt sich jetzt die allzu enge Verquickung von wirren Queer/Gender-Theorien und dem Kampf gegen Homophobie, besonders bei Jugendlichen?‘. Auch hier unterstellt er eine Mitverantwortung an der Diskriminierung schwuler Männer.“ [Link im Original, A.]

Die Frage halte ich durchaus für nicht ganz unberechtigt. Ich würde allerdings hinzufügen, dass die Verquickung vom Kampf gegen Homophobie mit dem westlichen, postmodernen Feminismus langfristig auch eher fragwürdig ist.

Ferner kritisiert die DAH, dass Berger populistische Äußerungen „zumindest diskussionswürdig“ findet – damit hatte er es gerechtfertigt, dem Lehrer Daniel Krause, der auf einer Kundgebung von Pro NRW sprach und „islamkritische“ Bücher veröffentlicht, im Rahmen eines Pro & Contras ein Forum geschaffen zu haben.

Skandalös! Da hält also jemand populistische Äußerungen für diskussionswürdig. Und das in einer liberalen Demokratie mit Meinungsfreiheit! Wie obszön ist das denn?

Allgemein würden Muslime „immer wieder pauschal als Urheber schwulenfeindlicher Gewalt dargestellt“, so die DAH, die auch einen Text aus der aktuellen Ausgabe kritisiert. Er handelt von dem schwulen „Pro Köln“-Politiker Michael Gabel und ist überschrieben mit: „Ein schwuler Rechter, na und?“

Ja, und? Es gibt nun mal rechte Schwule. Was will die Deutsche Aids-Hilfe damit sagen? Dass sie es unter ihrer Würde hält, solche Menschen über HIV und Aids aufzuklären?

Eine differenzierte Auseinandersetzung zum Thema Homophobie und Islam bleibt der Journalist schuldig. Der Beifall von rechts bleibt indes nicht aus.“

Der Beifall von rechts bleibt auch bei „linken Themen“ wie Antikapitalismus, Globalisierung und der Solidarität mit Palästina nicht aus.

„Fast täglich wartet David Berger mit neuen Angriffen auf. Die Deutsche AIDS-Hilfe zieht sich nach reiflicher Überlegung aus diesem inakzeptablen Umfeld zurück.“

Ich hätte eine bessere Idee für die Deutsche Aids-Hilfe: Kümmert Euch um Aids-Prävention, nicht um Politik! Um Aids-Prävention für alle. Zielgruppengerecht. Nicht nur für linke Homos. Oder müssen wir den Tag erleben, an dem man vor Inanspruchnahme eines HIV-Test, erst mal einen Fragebogen zur Evaluierung der korrekten politischen Gesinnung ausfüllen muss?

12 Antworten to “Nur Linke kriegen Aids”

  1. m 25. November 2014 um 13:03 #

    „Wer AIDS bekommt, bestimme ich!“ — Dieses Statement ist erstaunlich flexibel.

    Die AIDS-Hilfe sollte da besser nochmal in sich gehen.

  2. quellwerk 25. November 2014 um 14:02 #

    Habe mich eben mal ein wenig umgeschaut bei david berger & co. Wenn ich diesen Artikel http://m-maenner.de/2014/08/politisch-korrekter-sex/ nehme, dann werden dort Argumente vorgetragen, wie man sie auf männerrechtlichen Blogs findet. Eindeutig gegen gender gerichtet. Es wäre interessant herauszufinden, wieso sich die Deutsche Aids Hilfe pro gender positioniert – hat bestimmt mit Geld oder der Zusammensetzung im Vorstand zu tun. D.A.H. ist auf Spenden und Fördergelder angewiesen. Bin zu träge, um hier Verbandelungen mit Gender-Ideologen nachzuweisen.

  3. quellwerk 25. November 2014 um 17:57 #

    Deutsche Aidshilfe wird durch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gefördert. Diese wird finanziert vom Bundesministerium Familie und Bundesministerium Gesundheit.

    Ich habe zuerst vermutet, dass dieser Geldgeber die Aids Hilfe zu diesem Schritt ermuntert hat, aber eine Durchsicht des Internetauftritts der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ergibt neben zwei sauer aufstoßenden Leitbegriffen:

    1. Geschlechtergerechte Gesundheitsförderung und Gender Mainstreaming http://www.leitbegriffe.bzga.de/systematisches-verzeichnis/allgemeine-grundbegriffe/geschlechtergerechte-gesundheitsfoerderung-und-gender-mainstreaming/

    2. Diversity und Diversity Management/Vielfalt gestalten
    http://www.leitbegriffe.bzga.de/systematisches-verzeichnis/allgemeine-grundbegriffe/diversity-und-diversity-management-vielfalt-gestalten/

    das Bild einer Organisation, die sachlich an Gesundheitsförderung interessiert ist. Dazu verwendet sie auch

    3. Gesundheitskommunikation und Kampagnen
    http://www.leitbegriffe.bzga.de/systematisches-verzeichnis/strategien-handlungsansaetze-und-methoden/gesundheitskommunikation-und-kampagnen/

    wobei hier der Anspruch eindeutig professionel ist. Zum Beispiel bei der Kampagne gegen das Rauchen:

    „Kernstück dieses Programms war eine mediale Kampagne, die auf die Veränderung sozialer Normen im Zusammenhang mit Tabakkonsum zielte. Geplant wurde die indirekte Einflussnahme auf akute und potenzielle Raucher und Raucherinnen durch ein soziales Milieu und ein legales Umfeld, in dem der Konsum von Tabak weniger wünschenswert, akzeptabel und weniger verfügbar sein sollte. Die Kampagne führte zu erheblichen Konflikten mit der Tabakindustrie, die jedoch aufgrund ausreichender, politischer Unterstützung für die Kampagne keine Veränderung der Strategie erzwingen konnte.
    Mit Blick auf die Wirksamkeit von Mehr-Ebenen-Kampagnen lässt sich abschließend festhalten, dass deren Erfolge nicht allein von der Qualität der konzeptionellen Planung und Durchführung sowie der Überzeugungskraft der kommunikativen Botschaften abhängig sind, sondern von der Beharrlichkeit und dem Vermögen, kontextinduzierte Widerstände zu überwinden, die sich oft als politische Interessenkonflikte verstehen lassen.“

    Im Rahmen der „Gib Aids keine Chance“ – Kampagne wird wohl die Deutsche Aids Hilfe von der BzfgA finanziert.

    Ich würde sagen, es ist überhaupt nicht im Interesse der BzfgA, dass diese Kampagne nach Maßgabe der politischen Ausrichtung der Zielgruppen ausgeführt wird, wie du schon richtig bemerkt hast.

    Die Aids Hilfe selbst ist nach meiner Einschätzung von Genderideologen durchseucht, allerdings wird man in öffentlichen Verlautbarungen nicht fündig. Studiert man das Selbstverständnis der D.A.H. :

    http://www.aidshilfe.de/de/wir-ueber-uns/selbstverstaendnis

    ergeben sich keine Anhaltspunkte, die einen Ausschluss von einer genderfeindlichen Zielgruppe erfordert. Auch in diesem Grundsatzpapier

    http://www.aidshilfe.de/sites/default/files/DAH%20reloaded%20Beschlussfassung_0.pdf

    lese ich nichts von gender. Woher also die Identifikation mit queer/gender ?

    Ein Hinweis könnte ein Kommentar geben, der zu diesem Thema abgegeben wurde

    http://www.iwwit.de/blog/2014/11/anzeigentopp-in-maenner/

    und zwar vom zaunfinck:

    „Auch mir sind die zunehmend reaktionaeren Kommentare Bergers in letzter Zeit unangenehm aufgefallen. Schockiert hat mich vor allem, dass er der kruden (und von keinerlei Sachkenntnis getruebten) Vermischung von queer theory, Gender Mainstreaming und Paranoia vollkommen unkritisch auf den Leim geht, mit dem reaktionaere Kraefte seit einiger Zeit gegen jegliche Emanzipationsarbeit anhetzen … Ich halte Berger mittlerweile nicht mehr für einen Teil der Loesung, sondern für einen Teil des Problems. Er betreibt das genaue Gegenteil von Emanzipation. Auch wenn man es bedauern mag, dass der Aidshilfe mit der Maenner wichtige Zielgruppen verloren gehen, so freut es mich doch, …

    zaunfinck hört sich wie ein Insider an, der den Prioritätenwechsel weg von Gesundheitsfürsorge und hin zur Förderung „emanzipativer Arbeit“ kommentiert.

    Man sollte der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung den Hinweis geben, das ihre Fördermittel zweckentfremdet werden.

  4. gregor 25. November 2014 um 18:08 #

    Die Überschrift ist ja absurd.

    Die sicherlich nicht leichte Entscheidung der Deutschen AIDS-Hilfe ist zu begrüßen. Schließlich handelt es sich um öffentliche Mittel, die im Sinne ihrer Zweckbestimmung und Transparenz, in sämtlich relevanten Medien eingesetzt werden müssen. Scheinbar scheint der private Verlag angewiesen zu sein, von einem öffentlichen, sozialen Projekt, Gelder zu bekommen.

    Das Magazin MÄNNER erreicht mit seiner Auflage eine nicht gerade große Mehrheit der Community. Ich halte es für sinnvoller, Anzeigen dort zu schalten, wo man alle – links wie rechts – erreicht.

  5. Arne 25. November 2014 um 19:32 #

    Du wirst zitiert, Adrian:

    http://www.queer.de/detail.php?article_id=22764

  6. robertniedermeier 25. November 2014 um 19:41 #

    Die schwarzbraunen Homosexuellen sind ja nicht allesamt hinter der Frontfigur Berger und seinem „schwulen Stürmer“ versammelt, die ganz strammen rechten Recken erreicht man auch durch Vorort-Kampagnen in Cruising-Arealen, Clubs und über gut gestreute Internet-SEOs sowie sonstigen Print-Einsätzen. Die andern Männer-Leser werden auch nicht vom Rest der Welt abgeschnitten sein und ausschließlich eins der vielleicht noch 10000 Männer-Exemplare als einzige Infoquelle nutzen können. Und sehen wir es doch mal so, was wäre wenn herauskäme, dass die DAH ein linksextremes Blatt finanziell durch Anzeigen stützte? Ausgerechnet jene Rechtsreaktionären, die sich jetzt als Opfer stilisieren, griffen die DAH massiv an.

    • Adrian 25. November 2014 um 22:51 #

      @ robertniedermeier
      „Und sehen wir es doch mal so, was wäre wenn herauskäme, dass die DAH ein linksextremes Blatt finanziell durch Anzeigen stützte? Ausgerechnet jene Rechtsreaktionären, die sich jetzt als Opfer stilisieren, griffen die DAH massiv an.“

      Mag sein. Ich würde das nicht tun. HIV-/Aids-Prävention und -Aufklärung sollte sich an alle richten.

  7. udopse 25. November 2014 um 21:50 #

    1., weil es mich mehr aufregt @quellwerk:
    „Die Aids Hilfe selbst ist nach meiner Einschätzung von Genderideologen durchseucht, allerdings wird man in öffentlichen Verlautbarungen nicht fündig.“

    Ich finde es prima, dass du dich in die Sache vertiefst und nicht nur Artikel an der Oberfläche liest und dann weiter gehst. Aber die Wortwahl ist völlig inakzeptabel und nur einen Steinwurf von Akif Pirincci entfernt (durchseucht, wie kommt man nur darauf?). I get it, du magst Genderkrams nicht, aber entwürdigendes Abqualifizieren und nur mit einem Blog-Eintrag hier belegen (Hallo Verschwörungstheoretiker!) ist einer fruchtbaren, ordentlichen Diskussion unwürdig. Vielleicht hättest du ja was Interessantes zu sagen gehabt, aber solche Kommentare disqualifizieren dich in meinen Augen sofort, [du versch**** h***** A****. Siehste, digitales Ankacken bringt gar nix.]

    2. @Adrian:
    Punkt I: Die DAH macht eine Kampagne, um möglichst alle Gruppen in der schwulen Welt zu erreichen. Ziel ist es, auch Stigmatisierungen in der Community abzubauen. Nach Ansicht der DAH (und das gibst du selbst zu bzw. hinterfragst es) konterkariert/unterminiert DB diese Kampagne. Es ist also eine Abwägung, ob man Offenheit in der Szene auch in einem Medium propagieren kann, das meint, dass man sich gefälligst nicht die Federboa umlegt um Stigmatisierungen zuvor zu kommen. Was das mit freier Gesellschaft zu tun hat, und der Möglichkeit, sich zu entfalten, weiß ich wirklich nicht.

    Punkt II: Nur weil die DAH nicht mehr in Männer inseriert, werden keine rechten Schwulen mehr erreicht? Das halte ich für sehr weit hergeholt! Die DAH kann sicher ihre Arbeit machen und ‚rechte Schwule‘ auch auf anderen Wegen erreichen.

    Punkt III: Als Liberaler/Libertärer müsste es dir doch gleich sein, wie die DAH ihr Geld ausgibt. Schließlich kann sie frei bestimmen und ist nicht an festgelegte ‚Anzeigenquoten‘ gebunden. Übrigens ist Print sowieso tot, Bloggerman.

    Punkt IV: Auch wenn es einem stolzen Nicht-Wähler nicht in den Sinn kommt: Auch Organisationen von öffentlichem Belang machen Politik. Es geht um die Vermittlung und Durchsetzung von bestimmten Werten (siehe Punkt I). Wenn es zur Durchsetzung der Ziele der DAH passt, kann sie selbstverständlich auf diese Art ‚Politik‘ machen.

    • Adrian 25. November 2014 um 22:49 #

      @ udopse
      „Punkt I: Die DAH macht eine Kampagne, um möglichst alle Gruppen in der schwulen Welt zu erreichen.“

      Offenbar nicht, sonst würde sie ja Anzeigen auch weiterhin bei „Männer“ schalten.

      „Ziel ist es, auch Stigmatisierungen in der Community abzubauen. Nach Ansicht der DAH (und das gibst du selbst zu bzw. hinterfragst es) konterkariert/unterminiert DB diese Kampagne.“

      Wie? Indem er eine andere politische Meinung hat, als die der Aidshilfe?

      „Es ist also eine Abwägung, ob man Offenheit in der Szene auch in einem Medium propagieren kann, das meint, dass man sich gefälligst nicht die Federboa umlegt um Stigmatisierungen zuvor zu kommen.“

      Klar kann man das.

      „Was das mit freier Gesellschaft zu tun hat, und der Möglichkeit, sich zu entfalten, weiß ich wirklich nicht.“

      Freiheit gilt nicht nur für genehme Meinungen, sondern auch für nicht genehme. Abgesehen davon ist mir nicht ganz klar, warum es das Ziel der Aidshilfe sein sollte, Freiheit zu propagieren. Deren Aufgabe ist doch wohl HIV-/Aids-Prävention und -Aufklärung.

      „Punkt II: Nur weil die DAH nicht mehr in Männer inseriert, werden keine rechten Schwulen mehr erreicht? Das halte ich für sehr weit hergeholt! Die DAH kann sicher ihre Arbeit machen und ‘rechte Schwule’ auch auf anderen Wegen erreichen.“

      Wenn sie es ablehnt, in „Männer zu inserieren“, und zwar mit dem Verweis auf „rechte“ politische Positionen, warum sollte sie dann ein Interesse haben, rechte Schwule überhaupt zu erreichen?

      „Punkt III: Als Liberaler/Libertärer müsste es dir doch gleich sein, wie die DAH ihr Geld ausgibt.“

      Ist es mir auch. ich kritisiere trotzdem, dass ein Verband, der vorgibt sich um HIV-/Aids-Prävention und -Aufklärung zu kümmern, offenbar anfängt dies nach politische Kriterien vorzunehmen.

      „Punkt IV: Auch wenn es einem stolzen Nicht-Wähler nicht in den Sinn kommt: Auch Organisationen von öffentlichem Belang machen Politik. Es geht um die Vermittlung und Durchsetzung von bestimmten Werten (siehe Punkt I). Wenn es zur Durchsetzung der Ziele der DAH passt, kann sie selbstverständlich auf diese Art ‘Politik’ machen.“

      Das Ziel der DAH sollte m. E. HIV-/Aids-Prävention und -Aufklärung sein. Diese erreicht man am Besten indem man alle Gruppen anspricht. Und nicht nur diejenigen, deren politischen Meinung einem in den Kram passt.

  8. Ralf 26. November 2014 um 20:18 #

    „Schwuler Stürmer“ … da ist David Berger also mit Julius Streicher gleichzusetzen… kann es sein, dass da wer vor Wut so sehr rast, dass ihm alle Maßstäbe verlorengehen? Wer „Männer“ mit dem „Stürmer“ und Berger mit Streicher gleichsetzt, hat entweder keine Ahnung vom Nationalsozialismus oder er ist selbst ein Hetzer, nur halt von ganz links außen.

  9. fink 26. November 2014 um 20:56 #

    Da oben mein Kommentar auf dem IWWIT-Blog zitiert wurde, sei kurz angemerkt, dass ich kein „Insider“ bin und nicht für die Aidshilfe spreche. Ich verteidige deren Entscheidung, weil ich sie für konsequent halte.

    HIV-Prävention ist eben nicht nur das Rüberschieben von ein paar losgelösten medizinischen Infos. Sie beinhaltet sinnvollerweise auch das Bemühen, Diskussionen und Politik dort mitzugestalten, wo es um den Bereich „sexueller“ Lebensweisen geht, um beispielsweise Stigmatisierungen bestimmter Gruppen oder Verhaltensweisen zu vermeiden. Diese Strategie ist keineswegs neu und hat sich in den letzten Jahren nachweislich bewährt. Mit dem Konzept der „Lebensweisenakzeptanz“, das meines Wissens immer noch die Grundlage der Prävention der Aidshilfen bildet, kann man aber nicht glaubhaft bleiben, wenn man gleichzeitig ein Magazin mitfinanziert, das eben diese Akzeptanz immer wieder gezielt unterminiert.

    Die fieberhafte Suche hier im Forum nach irgendeinem Beleg dafür, dass die Aidshilfe Teil der großen bösen Gender-Weltverschwörung geworden sei, finde ich höchst bizarr.

    Der Verzicht auf die Anzeigen im „Männer“-Magazin sollte übrigens in ihrer Wirkung auf die Zielgruppe nicht überschätzt werden. So wahnsinnig hoch ist dessen Auflage nun auch nicht mehr – u.a. dank David Berger.

  10. derdiebuchstabenzaehlt 26. November 2014 um 22:46 #

    „Diese Strategie ist keineswegs neu und hat sich in den letzten Jahren nachweislich bewährt.“

    Ja? Wo denn?

    „Die fieberhafte Suche hier im Forum nach irgendeinem Beleg dafür, dass die Aidshilfe Teil der großen bösen Gender-Weltverschwörung geworden sei, finde ich höchst bizarr.“

    Aha, bizarr also. Nur ein Beispiel …

    *Gender Mainstreaming setzt einen Prozess in Gang, der dazu beitragen kann, tradierte Geschlechterbilder
    zu überwinden und die freie Emanzipation des Einzelnen zu unterstützen.*

    aus dem *Gender-Leitbild der Niedersächsischen Aidshilfe*

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