Katholisch bekloppt

15 Jul

Die Generalsekretäre der katholischen Bischofskonferenzen Europas wenden sich gegen einen allgemeinen Trend zur Verletzung der Menschenwürde.

Sie erinnerten daran, dass England von den dortigen katholischen Adoptionsagenturen verlangt habe, Kinder auch an homosexuelle Paare zu vermitteln. Als die Agenturen dies verweigerten, seien sie geschlossen worden.

Gleichberechtigung als Verletzung der Menschenwürde?

5 Antworten zu “Katholisch bekloppt”

  1. aa 15. Juli 2009 um 10:57 #

    Ohne die Kuerzungen lese ich den Text so: Die Kirche sieht eine Verletzung der Menschenwuerde bei der Sterbehilfe. Sie ist _auch_ „beunruhigt, weil sich Europa immer mehr vom natürlichen Modell der Familie entferne“. Die Adoptionsagenturen gehoeren als Beispiel zum zweiten Punkt.

  2. Victor 15. Juli 2009 um 14:15 #

    Es reicht! Ich fordere Regierung und Parlament auf, endlich die im Grundgesetz vorgesehene strikte Trennung von Staat und Religionen (alle) zu verwirklichen. Dazu gehören:
    Abschaffung des Einzugs der Kirchensteuer durch unsere Finanzämter. Wer Zwangsbeiträge erhebt, soll sich gefälligst auch selbst um die Eintreibung kümmern, das ist nicht Aufgabe staatlicher Behörden!
    Schließung sog. konfessioneller Schulen. Schluß mit der unerhörten Gehirnwäsche unserer Kinder durch religiös verblendete Scheinheilige!

    Strafverfolgung z.B. gegen die unsägliche Pius-Bruderschaft wegen *Volksverhetzung gemäß § 130 StGB (Strafgesetzbuch)

    Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, die Menschenwürde
    anderer dadurch angreift, dass er
    1. zum Hass gegen Teile der Bevölkerung aufstachelt,
    2. zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen gegen sie auffordert oder
    3. sie beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet,
    wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren bestraft.

    (*Hier der Link zur Pius-Bruderschaft, bitte „Mitteilungsblatt“ anklicken
    http://www.piusbruderschaft.de/mitteilungsblatt/3165-mitteilungsblatt-juli-2009)

    Und weil es so lustig ist, hier ein Link zu Hagen Rether und seiner Papst-Schelte: http://www.youtube.com/watch?v=Dd4frGTooaw&

    Victor (schwul, geil, „giftig“ …)

  3. thorben 15. Juli 2009 um 19:12 #

    @ Victor:
    Zunächst einmal halte ich das von Ihnen hier vorgebrachte im Großen und Ganzen für falsch (wenn man einmal von der Strafverfolgung der Piusbruderschaft absieht), aber darum soll es mir nicht gehen: Ich möchte Sie lediglich darauf hinweisen:
    1. Dass das Grundgesetz die strikte Trennung von Staat und Religion keineswegs fordert, jedenfalls nicht so, wie Sie sie offenbar verstehen. Unter anderem sind konfessionelle Schulen (Art. 7), Religionsunterricht (Art. 7) und die Existenz der Kirchensteuer (Art. 140) durch das Grundgesetz garantiert, teilweise sogar mit den Rang eines bürgerlichen Grundrechts. Es hat m.E. keinen Sinn, hier das Grundgesetz gegen sich selbst auszuspielen – wenn schon, dann muss man es ändern, was in Ihrem Sinne aber nicht ohne Weiteres möglich ist.
    2. Dass man die Kirchensteuer ja für Unsinn halten kann, dass das aber auch nichts daran ändert, dass der Staat an der Eintreibung der Kirchensteuer gehörig mitverdient.
    3. Dass die Existenz konfessioneller und anderer weltanschaulicher Schulen einen guten Sinn hat, und dass es kein Zufall ist, dass ihre Existenz just im Grundgesetz garantiert worden ist (im Jahr 1949). Im Gegensatz zu Ihnen waren sich die Mütter und Väter des Grundgesetzes nämlich keineswegs sicher, dass die Gehirnwäsche durch religiös verblendete Scheinheilige in jedem Fall schlimmer ist als die Gehirnwäsche durch sonstwie verblendete Scheinheilige in staatlichen Kinderbewahrungsanstalten.

    Thorben (schwul, geil, „giftig“ …)

  4. Fg68at 16. Juli 2009 um 03:34 #

    An welche Paare englische katholische Adoptionsagenturen Kinder vergeben ist recht unterschiedlich. Etwas Recherche dazu:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Fg68at/H-Argumente#Adoption_im_Vereinigten_K.C3.B6nigreich

    Die jetzt aktuelle Agentur in Westminster vergab nur an Verheiratete und Single. Andere auch an Geschiedene oder Paare die zwei Jahre in einer stabilen Beziehung leben. Glaube, Nationalität und Ethnie spielten bei keiner eine Rolle.

    Ich könnte mir vorstellen, dass es von kirchlicher Seite Druck gegeben hätte, dass alle Agenturen nicht an gleichgeschlechtliche Paare vermitteln dürfen, im Gegensatz zu anderen Beziehungsformen.

    Ich sehe hier ähnliche Mechanismen wie bei gleichgeschlechtliche Ehen, wo manche christliche, auch katholische Standesbeamte dagegen klagen, dass sie solche nicht schließen wollen. Aber ich kenne keinen einzigen, der sich geweigert hätte geschiedene staatlich wiederzuverheiraten.

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