Wie grün und gelb ist Adrian?

6 Jun

Die Europawahl steht vor der Tür und zwei vorgeblich „liberale“ Parteien buhlen um meine Gunst: Grüne und FDP.

Vorneweg: Ich mag die Grünen nicht. Ich halte sie für eine realitätsferne, populistische, strukturkonservative, wissenschaftsfeindliche, esoterisch-fundamentalistische Partei, mit starkem Hang zur Volkserziehung, ideologischem Sendungsbewusstsein und antiliberalem Weltbild.

Was nun die FDP angeht, so nimmt sie ihre Prinzipien allzu oft nicht ernst. Wer tasächlich das Apothekermonopol und die Zwangsmitgliedschaft in der Industrie- und Handeskammer verteidigt, darf sich eigentlich ebensowenig „liberal“ nennen. Auch vermisse ich bei der FDP das Bekenntnis zu einem Sex-, Drugs- and Rock’n’Roll-Liberalismus, eine gewisse Lockerheit und Leichtigkeit des Lebens, Dinge also, die zumindest die Grünen gut verkaufen können.

Das sind sozusagen meine „Vorurteile“. Doch wie sieht es programmatisch aus? Wie grün und gelb bin ich wirklich?

Beim GRUEN-O-MAT für die Europawahl habe ich das getestet. Das Ergebnis entspricht meinen Vermutungen: Zu 38 Prozent stimme ich mit den Aussagen des Europaprogramms der Grünen überein, „ein Anfang“, wie man mir attestiert.

Aber eben nicht genug, um ein überzeugter Grüner zu sein, zumal wenn man beim Liberal-O-Meter zu 84,28 Prozent mit den Raubtierkapitalisten übereinstimmt.

Das ganze schwule Zeugs spielt übrigens bei mir, wie zu fast jeder Wahl, eine recht untergeordnete Rolle. Genau genommen kann ich nicht mal bei diesem Thema vollkommen mit den Grünen übereinstimmen. Ehe-Öffnung schön und gut, aber muss ich deshalb für ein Programm stimmen, dass mich dazu zwingen will, in meinen zukünftigen Etablissements Nazis, Islamisten und Heteros zu beschäftigen?

Vielleicht gehe ich aber auch gar nicht wählen und vergnüge mich statt dessen im Friedrichshain beim szenigen Frühstück mit lauter gut verdienenden, grün angehauchten Bourgeoisen, die sich selbst nicht für bourgois halten. Wäre das nicht voll krass? Vielleicht erlebe ich sogar ein wenig Action, wenn wieder ein paar alternative Kreuzberger Stinkbomben und Buttersäure in die „Schicki-Micki-Lokale“ der Friedrichshainer schmeißen, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, gefälligst bis an ihr Lebensende von der Allgemeinheit subventioniert zu werden.

3 Antworten zu “Wie grün und gelb ist Adrian?”

  1. ondamaris 6. Juni 2009 um 20:26 #

    gar nicht wählen ist für mich persönlich keine alternative (außerdem hab ich schon, briefwahl ;-)].

    wenn du tatsächlich nichts findest – wie wär’s zur not mit dem ganz großen kreuz auf dem /druch den wahlschein, und so zeigen dass du dich zwar für politik und europa interessierst, aber nicht für dieses angebot 😉

  2. Hans-Georg 7. Juni 2009 um 08:44 #

    Ich werde nachher auch das ganz grosse Kreuz machen.

  3. coffeeness 11. Juni 2009 um 11:19 #

    Der „GRUEN-O-MAT“ hat bei mir auch nur 44% ausgespuckt. Aber ich bin überzeugter Grüner. Ich suche mir immer die 2-4 für mich wichtigsten Punkte aus den Wahlprogrammen und schaue was mit meiner Einstellung/ Ideen am meisten übereinstimmt.

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