Normalität und Propaganda

9 Aug

Die westliche Berichterstattung über das russische „Anti-Homo-Gesetz“ hat den Kreml nun zu einer Stellungnahme veranlasst, in der versucht wird, die Wogen zu glätten:

Russlands Sportminister Witali Mutko mühte sich die Sorgen und den Aufschrei in der Sportwelt wegen möglicher Diskriminierungen bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi durch das neue Anti-Homosexuellen-Gesetz einzudämmen: „Ich bitte darum, Ruhe zu bewahren“, bat er am Donnerstag, zwei Tage vor den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Moskau. Weder bei der WM noch bei den Sotschi-Spielen im Februar werde es Beeinträchtigungen geben. „Alle Rechte und Interessen werden gewahrt, aber man muss auch die Gesetze eines Landes respektieren“, sagte Mutko.

Das ist natürlich nichts weiter als ein rhetorisches Ablenkungsmanöver, denn genau wegen einem bestimmten Gesetz des Landes artikuliert sich ja der Unmut, weil jenes Gesetz eben nicht alle Rechte und Interessen wahrt.

Das neue Gesetz untersagt die Homosexuellen-Propaganda in Russland und ist seit dem 30. Juni in Kraft. „Es verbietet Menschen nicht, nach ihren sexuellen Neigungen zu leben, sondern nur öffentlich für Homosexualität zu werben“, erklärte Mutko.

Warum es unmöglich ist, seine sexuellen Neigungen zu leben und nicht für Homosexualität „zu werben“, habe ich bereits ausführlich erörtert. Zumindest in den Augen homophober Menschen, kann es keine selbstverständliche gelebte Homosexualität geben, ohne dass diese „beworben“ wird, da jede Umarmung, jeder Kuss, jede Vorstellung eines Lebensgefährten, bereits dazu führen kann, Homosexualität als selbstverständlich anzusehen, und diese somit als „Propaganda“ auszulegen.

Das zu kapieren, fällt „Berufs-Heteros“ wie Mutko, die beständig ihre Neigungen in der Öffentlichkeit leben und „bewerben“, offenbar schwer. Dabei wäre es ganz einfach: Man müsste nur für alle Geschlechter, alle Paare, alle Menschen die gleichen Maßstäbe ansetzen.

Doch genau das, soll ja durch das „Anti-Homo-Gesetz“ verhindert werden.

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